Lokales

Aufrüttelndes Gedicht über Flüchtlingselend

Ein Gedicht über das Schicksal von Flüchtlingen hat Stefanie Gneiting aus Dettingen einen ersten Preis im Schülerwettbewerb des Landtags von Baden-Württemberg eingebracht. Zur Gratulation kam der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann gestern an die Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule.

ANKE KIRSAMMER

Anzeige

KIRCHHEIM "Komm heraus, mach mit!" So stand es auf der Ausschreibung des Wettbewerbs zur Förderung der politischen Bildung, den das Land im vergangenen Jahr zum 47. Mal ausgelobt hatte. Stefanie Gneiting und sechs Schüler ihrer Jahrgangsstufe ließen sich das nicht zweimal sagen und machten sich unter der Regie der beiden Lehrerinnen Annegret Gleich und Katja Blocher an die Arbeit. Das Gros der Elftklässler entschied sich für den Entwurf von Plakaten zu den vorgegebenen Themen: Einsatz für eine kinderfreundliche Gesellschaft oder Ablehnung von Kinderfeindlichkeit. Für die Resultate gab's zweite und dritte Preise sowie Anerkennungspreise. Im Beisein von Schulleiter Norbert Häuser, dessen Stellvertreter Johann Müller und den beiden frischgebackenen Studienrätinnen überreichte Karl Zimmermann Urkunden und Buchpreise. Eine Anerkennungsurkunde erhielt außerdem die gesamte Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule.

"Wir hatten bei dem Wettbewerb immer wieder gute Ergebnisse, aber noch nie einen ersten Preis", sagte Norbert Häuser nicht ohne Stolz an Stefanie Gneiting gewandt. Die 17-Jährige hatte die Jury in Stuttgart mit einem Gedicht über Flüchtlinge überzeugt. "Es gibt Menschen, die werden ungerecht behandelt; viele verschließen die Augen davor", so umriss die 17-Jährige ihre Beweggründe, die aufrüttelnden Zeilen niederzuschreiben. Als Preis winkt nun die Verleihung der Urkunde im Landtag von Baden-Württemberg am 9. Juli sowie außerdem die Teilnahme an einer von der Landeszentrale für politiche Bildung organisierten Studienreise nach Bratislava und Wien.

Norbert Häuser hob die kreative Ausrichtung des Wettbewerbs hervor und gab zu bedenken, dass diese Seite in den beruflichen Schulen meist etwas zu kurz komme insbesondere seitdem Musik, Literatur und Kunst zu Wahlfächern heruntergestuft worden seien.

Die hohe Teilnehmerzahl von 3000 Schülern aus ganz Baden-Württemberg zeigt Karl Zimmermann zufolge, dass es allen Unkenrufen zum Trotz zahlreiche Jugendliche gibt, die sich mit politischen Themen befassen. Der vor drei Jahren initiierte Jugendlandtag weist für ihn in die richtige Richtung, um Jugendliche mehr zu beteiligen. "Ein Wahlrecht bereits ab 16 Jahren halte ich dagegen nicht für den geeigneten Weg", sagte der CDU-Politiker. Dafür sei die Politik zu wichtig.

Demnächst haben die Elftklässler des WG zusammen mit ihren Lehrern Gelegenheit, in die große Politik hineinzuschnuppern: Karl Zimmermann lud sie dazu für einen Tag in den Landtag von Baden-Württemberg ein.