Lokales

Aufschwung sorgt für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

"Wir werden die gute Konjunktur und die damit verbundene Dynamik durch den Einsatz aller arbeitsmarktpolitischen Instrumente nutzen, um möglichst viele Menschen in eine Beschäftigung zu vermitteln. Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut", zeigt sich Heidrun Schulz angesichts der spürbaren Entspannung sehr optimistisch. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk Göppingen von 18 959 im Vormonat auf 18 022 zurückgegangen. Dies sind 4,9 Prozent oder 937 weniger als im April. Diese Zahl an Arbeitslosen in einem Mai wurde zuletzt im Jahr 2002 unterschritten damals waren es 16 752 Menschen, die keinen Job hatten.

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Seit Februar 2006 erholt sich die Situation am Arbeitsmarkt spürbar. "Seitdem konnten wir einen stetigen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen, der lediglich von einer leichten Zunahme im Dezember 2006 und im Januar 2007 kurzfristig gebremst wurde," sagt Schulz.

9 714, etwas mehr als die Hälfte der gemeldeten Arbeitslosen, gehören zum Bereich "Sozialgesetzbuch II" und werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Job-Center beider Landkreise betreut. Die Zahl der Arbeitslosen, die von den Job-Centern im Landkreis Göppingen betreut werden, liegt im Mai bei einem leichten Rückgang um 121 (minus 3,4 Prozent) jetzt bei 3 428 (im April waren es 3 549). Einen Rückgang verzeichnen auch die Job-Center im Landkreis Esslingen: hier hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 158 (dies sind minus 2,5 Prozent) von 6 444 im Vormonat auf 6 286 verringert.

Die Arbeitslosenquote, die auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen berechnet wird, liegt im Mai bei 4,5 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im April. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 5,7 Prozent aller zivilen Erwerbspersonen.

Die Arbeitslosenquote des Landkreises Göppingen liegt bei 5,0 Prozent, die des Kreises Esslingen bei 4,2 Prozent. In allen Geschäftsstellen haben sich die Quoten gegenüber dem Vormonat noch einmal verbessert, bei den Geschäftsstellen Kirchheim und Nürtingen sogar um 0,3 Prozentpunkte. In Kirchheim sank die Erwerbslosenquote auf 4,3 Prozent, in Esslingen auf 4,5 Prozent, in Leinfelden-Echterdingen auf 3,3 Prozent und in Nürtingen auf 4,3 Prozent.

Im vergangenen Monat haben die Betriebe und Verwaltungen in den Landkreisen Esslingen und Göppingen weniger neue Stellen an den Arbeitgeberservice gemeldet: insgesamt wurden 2 042 Stellen gemeldet, dies sind 365 oder 15,2 Prozent weniger als im Vormonat. Allerdings waren im Bestand, also insgesamt im Monat Mai zu besetzende freie Arbeitsplätze, so viele Stellen gemeldet wie schon seit Jahren nicht mehr. Der hohe Stellenbestand ist ein Indikator für die deutliche Belebung am Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Mai 2006 stehen jetzt den Vermittlungsfachkräften rund 3 000 Stellen mehr für die Vermittlung zur Verfügung. "Jetzt finden auch Arbeitslose, die schon längere Zeit ohne Job sind, verbesserte Bedingungen für einen Wiedereinstieg in den Beruf vor", so Schulz.

Unterscheidet man die Stellen nach ihrer Art, so stehen auf dem Arbeitsmarkt 6 524 Arbeitsplatzangebote für die Vermittlung zur Verfügung. Zu diesen Arbeitsplätzen kommen weitere 718 geförderte Stellenangebote; darunter sind 694 sogenannte Arbeitsgelegenheiten (1- Euro-Jobs).

Durch die gesetzliche Änderung zum Saison-Kurzarbeitergeld erscheinen die Zahlen zur Kurzarbeit vierteljährlich. Die Zahlen für das I. Quartal 2007 stehen jetzt der Agentur zur Verfügung: im Januar arbeiteten 1 534 Kurzarbeiter in 125 Betrieben; im Februar waren es 1 488 Kurzarbeiter in 182 Betrieben, und im März 1 275 Arbeitnehmer in 176 Betrieben. Es sind jetzt eher klein- und mittelständische Betriebe, die Kurzarbeit anmelden müssen. Die Auswirkungen der Einführung des neuen Saison-Kurzarbeitergeldes für die Baubranche im August 2006 können noch nicht eingeschätzt werden.

Bei dem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben auch im Mai nahezu alle Personengruppen vom konjunkturellen Aufschwung und den positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt profitieren können. Den deutlichsten Rückgang verzeichnet die Agentur wieder bei den Jüngeren unter 25 Jahren: im Mai waren 204 oder 11,2 Prozent weniger als im Vormonat, insgesamt noch1 612, gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es jetzt aber 30,4 Prozent oder 703 weniger. Ebenso konnten die Jugendlichen unter 20 Jahren überdurchschnittlich an der positiven Gesamtentwicklung teilhaben: noch 270 Jugendliche (im Vormonat waren es noch 309) suchen im Mai nach einem Job oder einer Ausbildungsstelle.

Bei den Langzeitarbeitslosen, die noch immer rund ein Drittel aller Arbeitslosen ausmachen, hat sich die Zahl um 398 von 6 432 auf 6 034 im Mai reduziert. Bei den Ausländern hat ein Rückgang um 210 von 5 382 im Vormonat auf jetzt 5 172 stattgefunden. Die Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, sind um 180 auf 5 021 zurückgegangen.

Am Tag des Ausbildungsplatzes am 21. Mai besuchten rund 35 Berufsberater, Vermittler und Führungskräfte der Agentur etwa 180 Betriebe, um gezielt um die Bereitstellung von Ausbildungsstellen zu werben. Bei dieser Aktion wurden 42 Ausbildungsstellen noch für das laufende Jahr und 141 Stellen für das Ausbildungsjahr 2008 gemeldet.

aa