Lokales

Aufstieg in eine wichtige Mittlerrolle

Wolfgang Tiefensee hatte sich schon vorab genau über Karin Roth informiert, bevor er die Esslinger SPD-Abgeordnete zum Gespräch bat. Das Ergebnis: Seit gestern ist die 56-Jährige offiziell parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium, dem auch der Baubereich zugeordnet ist.

CHRISTIAN DÖRMANN

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BERLIN/ESSLINGEN Nach Karin Roths Vorgänger Sigmar Mosdorf, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, stellt der Wahlkreis Esslingen nun erneut eine Kraft für das hervorgehobene Amt. Diesmal im Verkehrsministerium unter Wolfgang Tiefensee (SPD). Ihre Erfahrung als Gesundheitssenatorin in Hamburg hat bei der Berufung eine entscheidende Rolle gespielt.

Aber warum Verkehr und Bauen, nachdem sie sich bisher vor allem auf die Themenbereiche Wirtschaft und Arbeit konzentriert hat? "Es gibt viele Verknüpfungen zu Dingen, die ich schon gemacht habe", erklärt Roth. So habe sie sich etwa als Vorstandsmitglied der IG Metall immer wieder um verkehrspolitische Themen gekümmert. Das sei bei der damaligen Diskussion über die gesetzliche Einführung des Katalysators so gewesen oder während eines von ihr veranstalteten Kongresses mit Vertretern der Automobil- und Umweltverbände.

Dass mit ihrer Berufung zur parlamentarischen Staatssekretärin auch hohe Erwartungen aus dem Land und ihrem Wahlkreis verbunden sind, ist Karin Roth klar. "Aber man muss natürlich das Ganze im Auge behalten", sagt sie und verweist auf den bis 2015 fortgeschriebenen Verkehrswegeplan. Zu reden sei dabei allerdings über die Prioritäten. Ob Lärmschutz entlang von Bahnstrecken, die Aktivierung von Wasserstraßen als Transportwege oder die leidige Geschichte der B 312: Auch in ihrem Wahlkreis spielte und spielt die Verkehrspolitik eine wichtige Rolle. Als Staatssekretärin will sie angesichts der zunehmenden Verkehrsflut in Deutschland dafür werben, die Verkehrswege wie Straße, Schiene und Wasser besser miteinander zu verknüpfen.

Das Thema Stadtentwicklung habe sie als Gesundheitssenatorin stets begleitet, meint Roth. Denn von Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Infrastruktureinrichtungen werde das Stadtbild maßgeblich geprägt. Die Frage, wie die Menschen in der Zukunft wohnen und leben werden, ist für Roth entscheidend. Eine Antwort hänge maßgeblich von der Stadtentwicklung ab. Was sie nicht will: "Urbanität darf nicht in Wohnsilos verkommen."

Als Staatssekretärin ist Roth in Vertretung des Ministers Ansprechpartnerin für die Abgeordneten des Bundestages. In dieser Mittlerrolle werden Entscheidungen und Gesetze vorbereitet, in welche Anregungen der Parlamentsvertreter einfließen. Deshalb auch: parlamentarische Staatssekretärin. Trotz der neuen Aufgaben in Berlin will Roth auch künftig einen engen Kontakt zu ihrem Wahlkreis pflegen: "Das ist eine Frage der Organisation."