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Auftragslage schwierig

Bei der Maschinenfabrik Heller erwartet man auch im kommenden Jahr eine schwierige Auftragslage. Gerüchte, das Unternehmen wolle sich von 150 Mitarbeitern trennen, bezeichnete Geschäftsführer Klaus Winkler allerdings als "Spekulation".

HENRIK SAUER

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NÜRTINGEN Zwar sei die Senkung der Personalkosten angesichts der anhaltend stagnierenden Umsätze, des starken Preisdrucks und Auslastungsproblemen ein Thema, im Januar werde man mit dem Betriebsrat Gespräche aufnehmen, wie man das kommende Jahr bewältigen könne. Beschlossen sei aber noch nichts.

Winkler bestätigt, dass der geschäftsführende Gesellschafter Berndt Heller gesagt habe, dass das Missverhältnis zwischen zu erwartendem Umsatz und Kosten in Beschäftigung umgerechnet bis zu 150 Stellen ausmache. Gleichzeitig habe Heller auch gesagt, dass man nun mit dem Betriebsrat und auch der Gewerkschaft darüber verhandeln wolle, wie diese Diskrepanz aufgefangen werden könne. In der Vergangenheit habe man dies mit Arbeitszeitmodellen geschafft. Im mittlerweile vierten Jahr rezessiver Phase habe das Unternehmen noch immer so viele Beschäftigte wie im letzten Boomjahr 2001, so Winkler.

Der Grund für die Stagnation sei in der Wettbewerbssituation in diesem Segment des Maschinenbaus zu sehen, so der Geschäftsführer. Der Preiskampf sei ruinös. Drei der vier wichtigsten Wettbewerber seien deswegen mittlerweile in existenziellen Schwierigkeiten. Zwei würden von amerikanischen Investoren übernommen, einer habe angekündigt, 240 Leute zu entlassen und sich einem Sanierungsprogramm zu unterziehen. Heller habe den Preiskampf nicht mitgemacht, und das halte man auch weiterhin für eine richtige Entscheidung, "weil nur so Heller als eigenständiges Unternehmen erhalten werden kann".

Darüber hinaus investiere Heller "so viel wie noch nie", so Winkler, in neue Entwicklungen. Auch so wolle man die Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen. Derzeit begegnet man bei Heller der Überkapazität in der Produktion und der Konstruktion mit Abbau von Zeitguthaben und Kurzarbeit. Letztere soll im nächsten Jahr ausgeweitet werden. In einigen Bereichen, zum Beispiel der Entwicklung oder auch dem Service, mache man dagegen Überstunden.

Bis Ende des Jahres gilt bei dem Unternehmen eine Betriebsvereinbarung, in der betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Die Mitarbeiter mussten dafür auf ein Drittel des Urlaubs- und Weihnachtsgelds verzichten. Beim Betriebsrat hofft man, auch weiterhin Entlassungen verhindern zu können.

Die schwierige wirtschaftliche Phase bekommen momentan auch die ausgelernten Lehrlinge zu spüren. Derzeit werden bei der Maschinenfabrik nur zehn Lehrlinge eines Jahrgangs in das anschließende befristete einjährige Arbeitsverhältnis übernommen.