Lokales

Augen auf in der Nachbarschaft

Die Wohnungseinbrüche haben wieder Hochkonjunktur. Trotz intensiver Bemühungen der Polizei schlugen die Täter allein im Oktober und November im Landkreis 30 Mal zu. Der Gesamtschaden liegt bei rund 100 000 Euro.

KREIS ESSLINGEN Ein äußerst unangenehmes Phänomen in den vergangenen Jahren sind die so genannten Tageswohnungseinbrecher. Sie kommen oft tagsüber und räumen Häuser und Wohnungen auch selbst dann aus, wenn die Bewohner zu Hause sind. Oft werden die Objekte aber auch am Tag ausspioniert und dann bei einsetzender Dunkelheit oder am Abend wird dann der Einbruch verübt.

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Polizeiliche MaßnahmenDie Polizei im Kreis Esslingen hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der unliebsamen Wohnungseinbrüche ergriffen. Zunächst werden durch eine spezielle Auswertestelle alle Daten und Informationen gesammelt, ausgewertet und gesteuert. Mit diesen Informationen und umfangreichen Recherchen versuchen die Ermittler, auf die Spur der Täter zu kommen.

Parallel dazu werden zurzeit in den Wohngebieten offene und verdeckte Überwachungsstreifen durchgeführt. Da die Polizei aber nicht überall sein kann, ist sie insbesondere bei der Suche nach Wohnungseinbrechern auf Hinweise angewiesen.

Einbrecher und Diebe können auffallen, wenn die Bürger Augen und Ohren offen halten. Jederzeit aufmerksam sein darauf sollte man achten. Autos mit auswärtigen Kennzeichen und meist unbekannten Insassen fahren mehrmals langsam durchs Wohngebiet vielleicht suchen Einbrecher ein lohnendes Objekt. Fremde klingeln am Haus, bei mehreren Wohnungen oder streifen auf dem Nachbargrundstück umher vielleicht wollen Einbrecher ausbaldowern, ob jemand zu Hause ist. Unbekannte warten scheinbar grundlos auf der Straße, im Hausflur oder im geparkten Auto vielleicht steht jemand bei einer Straftat Schmiere. Fensterscheiben klirren, im Treppenhaus splittert Türholz. Es wird gebohrt, gehämmert, gehebelt und hört sich nach Handwerkern an vielleicht sind es aber auch Einbruchgeräusche. Flackerndes abgeschirmtes Licht scheint im Dunkeln aus dem Nachbarhaus oder einem Ladengeschäft. Die Fenster sind ungewohnt verhängt vielleicht sind gerade Einbrecher am Werk.

Miteinander sprechenEine gute Nachbarschaftshilfe kann ganz einfach funktionieren und Einbrüche vermeiden oder aber die Polizei wirksam bei der Ermittlung der Täter unterstützen. So schlägt die Polizei vor: "Sprechen Sie mit den Bewohnern ihres Hauses und der Nachbarhäuser über das Thema Sicherheit." "Tauschen sie untereinander Rufnummern, telefonische Erreichbarkeit, Autokennzeichen und eventuell auch genaue Anschriften während der Abwesenheit aus." "Sind Sie oder die Nachbarn im Urlaub, kann man vorab die Übernahme bestimmter Aufgaben vereinbaren." Hierzu gehören beispielsweise das Betreuen und Leeren der Briefkästen sowie regelmäßige Kontrollgänge.

Unbedingt beachten sollte man auch die bereits mehrfach veröffentlichten Sicherheitstipps: auch bei kurzer Abwesenheit die Fenster schließen; Fenster und Balkontüren mit Einbruchssicherungen versehen und Wohnungstüren bei Abwesenheit immer abschließen. Solche zusätzlichen Vorrichtungen zwischen Fenster und Fensterrahmen, Tür und Türrahmen sowie einbruchhemmende Drehkippbeschläge und abschließbare Fenster- und Türgriffe sorgen für ein hohes Maß an Sicherheit. Rollladen aus Metall oder ähnlich festem Material mit automatischer Verriegelung erhöhen den Schutz von Fenstern und Balkontüren. Bad- und Toilettenfenster, die erfahrungsgemäß in Kippstellung stehen, sollten ebenso wie Kellerfenster mit Gittern gesichert werden. Dachfenster können mit einer hinter der Scheibe liegenden flexiblen Folie oder Plexiglas gesichert werden. Zerstört ein Einbrecher das Glas, halten diese Vorrichtungen durch einen Nachfedereffekt das gesplitterte Glas zusammen.

Selbstverständlich kann man sich auch bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Esslingen unter Telefon 07 11/39 90-1 36 oder per e-mail: beratungsstelle@pdes.bwl.de informieren.

lp