Lokales

August verhindert Besucher-Rekorde

Der Sommer war durchwachsen: Der Juli ließ auf Rekordergebnisse hoffen, bevor der August und die damit verregneten Sommerferien den Schwimmbadbetreibern einen Strich durch die Rechnung machte. Am kommenden Sonntag schließen nun die Freibäder ihre Pforten. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

JANOSCH SCHENK

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KIRCHHEIM Am 17. September endet die Freibadsaison in der Region, die Freibäder in Kirchheim, Wendlingen und Weilheim werden winterfest gemacht. Das Lenninger "Bädle" wird wohl auch schließen, hier ist eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen, die Verwaltung spekuliert auf einen warmen September.

Das städtische Freibad in Kirchheim konnte bisher 177 000 Besucher registrieren, auch hier sind die Zahlen fast gleich geblieben. Betriebsleiter Alfred Krause ist ein bisschen enttäuscht vom verregneten August: "Wäre das Wetter in den Sommerferien besser gewesen, hätte die Schallmauer von 200 000 Besuchern dieses Jahr leicht durchbrochen werden können".

Nach den Pfingstfeiertagen hatte das Bad während der achtwöchigen Schönwetterperiode zwischen 3 000 und 4 000 Besucher pro Tag. Alfred Krause ist erleichtert, dass trotz dieses Besucheransturms in dieser Phase die Badesaison ohne größere Unfälle verlaufen ist und wünscht sich bis zum Abschluss der Freibadsaison am 17. September noch ein paar warme und sonnige Tage, bevor Ende September das Hallenbad seine Pforten öffnet.

In Weilheim haben knapp 54 000 "Wasserratten" das Freibad besucht. Im Vergleich zu den Vorjahren ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen, dies liegt nach Auskunft des Bademeisters am hervorragenden Juli. Der Großteil der Besucher strömte im Juni und Juli. So konnte der 50 000. Besucher heuer schon Ende Juli gefeiert werden, was in den vergangenen Jahren meist erst gegen Ende August der Fall war. Bademeister Buck glaubt, dass die Menschen die familiäre Atmosphäre der kleinen Bäder schätzen, deshalb häufig Dauerkarten kaufen und das Bad dann auch bei kühlerer Witterung aufsuchen. Der Betreiber des Weilheimer Freibadkiosks ist vom Verlauf ein bisschen enttäuscht: Erst sind die meisten Leute wegen der WM recht früh nach Hause gegangen und jetzt ist auch noch der ganze August verregnet.

In Lenningen sieht es ganz ähnlich aus: Der Juli war "bombastisch" mit teilweise 600 Besuchern pro Tag, während sich im August oft nur 30 Personen ins Freibad verirrten. So kamen im gesamten August nur 1 448 Menschen, diese Zahl wurde im Juli (insgesamt 17 788 Besucher) an einem Wochenende erzielt. Die Gesamtbesucherzahl ist im Vergleich zum Vorjahr quasi gleich geblieben. Auch die WM hat die Bilanz kaum beeinflusst, "man hat halt gemerkt, dass Abends die Männer plötzlich weg waren, wegen dem Fußball", bemerkt Bademeister Weber. Morgens habe er ungefähr 40 Schwimmer in seinem Becken, "wenn es bewölkt ist, sind es dann plötzlich nur noch die Hälfte. Im August waren es dann jeden Tag nur noch sieben oder acht", berichtet er lachend, obwohl die Wassertemperatur immer mindestens 23 Grad beträgt.

Als einziges Bad der Region konnte Wendlingen einen deutlichen Anstieg der Besucher registrieren. Mit insgesamt 167 260 Besuchern fanden über 20 000 Badegäste mehr als im Jahr zuvor ihren Weg ins Freibad. "Der Juni und Juli waren sogar besser besucht, als die Vergleichsmonate im ,Jahrhundertsommer' von 2003", so Karl-Heinz Lorhey von der Freibadverwaltung Wendlingen, "aber der August hat ein Rekordergebnis verhindert." Diese Aussage bestätigen auch die Besucherzahlen im Juli und August. Nach dem starken Juli mit 92 727 Besuchern haben sich im August nur 7 317 Schwimmer ins "kühle Nass" gestürzt.

"Die WM hatte keine Auswirkungen auf die Besucherzahlen, nur der schlechte August hat einen Einfluss auf die Statistik gehabt", berichtet Karl-Heinz Lorhey. "Wenn der August einigermaßen normal verlaufen wäre, hätten wir sehr zufrieden sein können, aber so ist die Bilanz nach dem gutem Start leider nicht zufriedenstellend."

Das Dettinger Hallenbad lässt seinen Außenbereich noch bis Anfang Oktober geöffnet und möchte deshalb noch keine Bilanz der Freiluftsaison ziehen. Hier hoffen die Verantwortlichen auf einen heißen September.