Lokales

Ausbau der K 1419

Landkreis stuft Straße in zehn Jahren zurück

Die Kreisstraße 1419 von Schlierbach nach Bünzwangen ist schon länger nicht nur für Autofahrer ein Ärgernis. Die Straße, deren Zustand streckenweise eher an eine Schlaglochpiste erinnert, sorgt auch im Schlierbacher Gemeinderat immer wieder für Gesprächsstoff. Nun ist eine Lösung in Sicht.

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Volkmar Schreier

Schlierbach. Schon lange fordert die Gemeinde eine Sanierung der Straße, doch bisher hatte sich der Landkreis immer wieder aus der Affäre gezogen. Eigentlich war im Haushaltsplan des Landkreises Göppingen der Vollausbau der Straße wieder mit einem Sperrvermerk versehen. Dieser ist nun allerdings aufgehoben worden, nachdem sich die Kommunen Schlierbach, Ebersbach und Albershausen, über deren Gemarkungen die Straße verläuft, auf einen Kompromiss mit dem Landkreis eingelassen haben: Der Kreis baut die Straße nun doch aus, stuft aber in zehn Jahren die Kreisstraße zu einer Gemeindeverbindungsstraße zurück.

Das bedeutet in der Folge, dass dann die Gemeinden für den Unterhalt der Straße aufkommen müssen. Da ein Großteil der Strecke über die Schlierbacher Gemarkung verläuft, werden der Gemeinde dann auch entsprechend hohe Unterhaltskosten für Instandhaltung und Winterdienst ins Haus stehen. Ein Kompromiss, dem die Schlierbacher Gemeinderäte „nur mit zwei geballten Fäusten in der Tasche“, wie Marco Emmert von der CDU sagte, zustimmten. Verknüpft haben die Gemeinderäte ihr Votum allerdings mit der Maßgabe, die Vereinbarung mit dem Landkreis so zu ergänzen, dass der Landkreis in Zukunft vergleichbare Straßen an anderer Stelle nur dann ausbaut, wenn das Verfahren im Anschluss daran auch die Abstufung der Ausbaustrecke vorsieht. „Was wir verlangen ist, dass der Landkreis hier keine ‚Lex K 1419’ erlässt“, brachte es Bürgermeister Paul Schmid auf den Punkt.

Die Taktik des Kreises, so war zu vernehmen, ziele darauf ab, die Lasten für den Unterhalt zukünftig auf die Kommunen abzuwälzen. Aber eigentlich, so meinen Rat und Verwaltung, sei es Aufgabe des Kreises, für seine Straßen zu sorgen. Vor die Wahl gestellt, entweder auch in Zukunft eine Schlaglochpiste befahren zu müssen oder in zehn Jahren die Baulast für eine vollausgebaute Straße zu übernehmen, könne sich die Gemeinde allerdings nur für die weniger schlechte der beiden Optionen entscheiden. Marco Emmert: „Uns bleibt ja nichts anderes übrig als zuzustimmen.“

Der Gemeinderat segnete letztendlich die Vereinbarung mit dem Landkreis einstimmig ab. Baubeginn für den Vollausbau, der mit rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt wird, ist wohl frühestens im Herbst dieses Jahres.