Lokales

Ausgleichsstock als Strohhalm

Ohmden hofft auf Zuschüsse für die Sanierung der Gemeindehalle

Der Ohmdener Gemeinderat setzt alle Hebel in Bewegung, um die Kosten in Höhe von rund 400 000 Euro für die Sanierung der Gemeindehalle zu drücken. Dafür wird auch in Kauf genommen werden, dass sich die Arbeiten erheblich verzögern.

Ohmden. „Die einzige Möglichkeit, eventuell an Fördergelder heranzukommen, ist der Ausgleichsstock“, erklärte Ohmdens Bürgermeister Martin Funk. Termin für die Antragstellung sei der 1. Februar. Erst nach einer Zusage dürfe mit den Arbeiten begonnen werden, es sei denn, man bekomme im Vorfeld eine sogenannte Unbedenklichkeitsbestätigung.

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Wie Michael Nagel von der Weilheimer Stadtkämmerei gestern auf telefonische Nachfrage sagte, ist mit einem Bescheid erst im Laufe des Sommers zu rechnen. Ob Ohmden überhaupt in den Fördergenuss kommt, ist völlig unklar. „Wenn sämtliche Anträge vorliegen, klassifiziert das Regierungspräsidium die Gemeinden“, so Nagel. Geschaut werde unter anderem, ob es sich um eine Pflichtaufgabe handle oder nicht. „Notwendig ist, dass die Gemeinde ihre eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft hat“ – Hebe- und Gebührensätze sollten also den Richtsätzen entsprechen. Insbesondere im Bestattungswesen habe Ohmden hierbei Nachholbedarf.

„Wir müssen jeden Strohhalm ergreifen, der sich uns bietet“, betonte Ratsmitglied Roland Greiner. Damit hatte er die Mehrheit auf seiner Seite. Je mehr Schulden die Gemeinde aufnehme, desto mehr müsse man wiederum die Bürger zur Kasse bitten. „Wir brauchen die Förderung. Schließlich haben wir noch andere Aufgaben.“

Nach Rücksprache mit dem RP hält auch Michael Nagel die Antragstellung nicht für aussichtslos. Für ihn bedeutet der Gemeinderatsbeschluss, nun mit der Erstellung des Haushaltsplans aufs Tempo zu drücken. Dieses Jahr hatte das Ohm­dener Ratsgremium den Etat erst Ende Februar verabschiedet. 2014 müssen die Beratungen einige Wochen vorher über die Bühne gehen, gilt es doch, für den Antrag ein Paket zu schnüren aus beschlossenem Haushalt sowie Kostenberechnung und Bauzeitenplan für die Gemeindehalle.

Zuvor hatte Architekt Andreas Kommritz das Ratsgremium davon in Kenntnis gesetzt, dass das Einsparpotenzial für die Sanierung der Gemeindehalle mit rund 25 000 Euro äußerst gering ist. Das habe sich aus einem Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes ergeben. Einem weiter abgespeckten Brandschutzkonzept würde die Behörde nicht zustimmen. „Es ist möglich, eine Stückelung vorzunehmen und Arbeiten in die Länge zu ziehen“, erläuterte Kommritz. „Das Landratsamt sieht seine Aufgabe aber darin, Vorschriften umzusetzen.“

Seit einem Brand im Untergeschoss im Dezember vergangenen Jahres lässt sich die Gemeindehalle Ohmden nur noch eingeschränkt nutzen. Die Instandsetzung ist an umfangreiche Brandschutzauflagen gekoppelt, mit denen die Kommune anfänglich nicht gerechnet hatte. Im Raum stehen nun Ausgaben für die Gemeinde in Höhe von rund 400 000 Euro. Im Haushalt eingestellt sind lediglich 200 000.