Lokales

Ausleihe steigt kontinuierlich an

Zwei Dinge waren Büchereileiterin Ingrid Gaus bei ihrem Jahresbericht vor den Mitgliedern des Finanz- und Verwaltungsausschusses besonders wichtig. Da die Zahl der Entleihungen kontinuierlich ansteigt, sollte der ebenfalls immer weiter zurückgehende Anschaffungsetat möglichst nach oben korrigiert werden. Dass eine Bibliothek weit mehr leistet, als an statistischen Zahlen allein ablesbar ist, betonte sie ebenfalls.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Die für das zurückliegende Jahr vorgestellten Zahlen können sich zweifellos sehen lassen, und die Ausschussmitglieder nahmen daher auch erfreut zur Kenntnis, dass die Zahl der ausgeliehenen Medien weiter gestiegen ist. Ein Drittel der Ausleihe entfällt dabei auf den Sektor Sachbücher, ein weiteres Drittel ist dem Bereich Kinder- und Jugendliteratur zuzuordnen, die damit klar die beiden Schwerpunkte bilden. Auf dem Gebiet der Belletristik liegt der Wert bei rund 15 Prozent, Kassetten, CDs und DVDs liegen bei einem Ausleihanteil von 12, Zeitschriften bei etwa 6 Prozent.

Signifikant angestiegen ist im Berichtszeitraum die Nachfrage auf dem Gebiet der Fernleihe. Bei zunehmenden Ausleihzahlen und rückläufigem Anschaffungsetat werden offensichtlich immer häufiger Medien nachgefragt, die vor Ort nicht vorhanden sind. Eine wichtige Daueraufgabe sieht Büchereileiterin Ingrid Gaus darin, den Medienbestand auf veraltete Literatur zu durchforsten. Nur mit einem aktuellen Bestand könnten schließlich die vielfältigen Aufgaben der Stadtbücherei erfüllt und die Bedürfnisse der Nutzer befriedigt werden.

Auffallend ist beim Blick auf die Zahlen auch eine Zunahme der oberen Altersgruppen, während die Zahl der Leser unter zehn Jahren rückläufig ist. Deutlich gesteigert wurde im Berichtszeitraum die Zahl der Klassenführungen. Neu angeboten werden inzwischen auch Eltern-Kind-Führungen, die oft auch den Eltern die ihnen möglicherweise noch fremde Kirchheimer Stadtbücherei näher bringen können. An den Führungen für Erwachsene beteiligen sich daher vor allem auch die Sprach- und Integrationskurse der Volkshochschule und helfen mit, Hemmschwellen abzubauen.

Schwerpunkte in der Büchereiarbeit sieht Ingrid Gaus zunächst auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung. Ein weiteres großes Aufgabenfeld ist es, Informationen und Hilfestellung zu geben für die Bewältigung des Alltags und für die persönliche Lebensgestaltung. Schon lange vor den Diskussionen um Pisastudien sahen die für die Arbeit der Kirchheimer Stadtbibliothek Verantwortlichen eine wichtige Aufgabe auf dem Gebiet der Leseförderung und der Vermittlung von Lesekompetenz. Ganz intensiv wird daher neben der schon sehr engen Zusammenarbeit mit den Schulen zunehmend auch eine Kooperation mit den verschiedenen Kindergärten der Stadt angestrebt. Mit dem noch relativ jungen Projekt "Lesepaten" bemüht sich die Stadtbücherei gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern schon frühzeitig um die Lese- und Sprachförderung im Kindergarten.

Keinen Zweifel ließ Büchereileiterin Ingrid Gaus in der Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses darüber aufkommen, dass neben der Leseförderung die Themen Service und Orientierung an den Bedürfnissen und Anforderungen der Büchereinutzer ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der kommenden Jahre sein muss.

Auch wenn die Internetnutzung in der Kirchheimer Bücherei leicht rückläufig sei, hat dieses Angebot für Büchereileiterin Ingrid Gaus weiterhin sehr große Bedeutung. Hier könne die Bücherei auch einen kleinen Beitrag zur Chancengleichheit leisten, da schließlich die Internetnutzung zu Hause nicht für alle Gruppen und Schichten selbstverständlich ist. Das Angebot und die Dienstleistungen im Bereich Medien und Information weiter zu entwickeln ist für die Leiterin der Kirchheimer Stadtbibliothek zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre. Die Stadtbücherei leistet damit ganz direkt an der Basis einen Beitrag zur Ausgestaltung des Wissensgesellschaft, betonte Ingrid Gaus abschließend.