Lokales

Ausrutscher ohne Folgen?

Was bei der Anreise im Stau auf der Autobahn begann, sollte sich für den VfL im Spiel gegen Ravensburg fortsetzen: Ein nerviger Samstagnachmittag, nach dessen Ende die Teckstädter die Tabellenführung der Verbandsliga los waren und beim FV Ravensburg Begehrlichkeiten weckten.

RAVENSBURG Außer Spesen nichts gewesen: Nach der enttäuschenden 0:1-Niederlage beim FV Ravensburg ging für den VfL das Unternehmen Verteidigung der Tabellenspitze schon im ersten Spiel 2007 in die Hose. Durch seinen 2:1-Sieg beim abstiegsgefährdeten 1. FC Donzdorf wurde der schärfte Konkurrent um den Aufstieg in die Fußball-Oberliga, der TSV Schwieberdingen, seiner Favoritenrolle gerecht und übernahm die Tabellenführung in der Verbandsliga.

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Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Verteidigung der Poleposition in Ravensburg waren nicht gerade ideal. Mit fast dem letzten Aufgebot reiste der VfL Kirchheim nach Oberschwaben. Es waren mit Tiago Santos-Araujo, Bedri Akdag und Dennis Förster nur drei Feldspieler auf der Auswechselbank. Unter der Woche wurde außerdem bekannt, dass der VfL in Zukunft auch auf Ersatzstürmer Ali Kütri verzichten muss. Kütri hatte selbst darum gebeten, aus dem Kader genommen zu werden, da er beruflich zu stark eingespannt ist. Unter anderem auch deshalb ließ sich Trainer Michael Rentschler aus Sicherheitsgründen noch auf dem Spielberichtsbogen eintragen.

Das erste Hindernis gab es schon auf der Autobahn Richtung Ulm. Auf Grund eines größeren Staus wurde die Fahrt Richtung Donaustadt auf Seitenstraßen fortgesetzt. Dadurch erreichte der VfL-Tross das Ziel Ravensburg erst nach über 150 Minuten Fahrzeit. Des Weiteren mussten die Teckstädter schon nach 383 Sekunden einem Rückstand hinterher- laufen, und das noch recht unglücklich. Für Mannschaftskapitän Mario Grimm war das Gegentor völlig unnötig, vor allem da sich Torwart Patrick Gühring seiner Meinung nach deutlich bemerkbar gemacht hatte. "Patrick hat ein klares Kommando gegeben", sagte Grimm. Der unmittelbar vor dem Treffer so unglücklich ausgerutschte Ferdi Er wollte nach dem Spiel zur entscheidenden Szene nicht viel sagen: "Ich wollte das Leder wegschlagen und bin dabei ausgerutscht." Michael Rentschler sah neben diesem Aussetzer gleich mehrere Gründe für die Niederlage: "Uns fehlte die Durchschlagskraft im Angriff, dazu kam uns der tiefe Boden nicht entgegen." Dass der FV Ravensburg noch einmal ins Titelrennen mit eingreifen könnte, daran glaubt Mario Grimm dennoch nicht: "Die Mannschaft ist trotz des Sieges zu schwach, um am Ende ganz oben zu stehen." Trotz der unnötigen Niederlage glaubt der VfL-Kapitän nicht daran, dass dies seine Mannschaft umwerfen könnte. "Wir werden im nächsten Spiel zeigen, dass wir es besser können."

Über die Kräfteverhältnisse hatte der Ravensburger Trainer Michael Wohlfarth allerdings eine andere Meinung: "Ich habe gesehen, dass wir ohne Weiteres mit dem VfL Kirchheim mithalten können." Des Weiteren freute sich der FVR-Coach über den verdienten Sieg: "Wir waren über weite Strecken die bessere Elf." Ob seine Mannschaft im Kampf um den Aufstieg noch ein Wörtchen mitreden kann, darauf wollte sich Wohlfarth nicht festlegen: "Wir planen nur von Spiel zu Spiel."

Für den VfL besteht bereits am Freitagabend um 19 Uhr die Möglichkeit, den (im wahrsten Sinne des Wortes) Ausrutscher von Ravensburg wieder gutzumachen, wenn Aufsteiger FSV 08 Bissingen zu Gast an der Jesinger Allee sein wird. Mit einem Sieg könnte das Team zumindest für zwei Tage (Spitzenreiter TSV Schwieberdingen spielt erst am Sonntag gegen die TSF Ditzingen) wieder an die Tabellenspitze zurückkehren.

kdl