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Ausrutscher wie bei WM ist tabu

ATHEN Für das Bayer-Meeting in

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(O:27070409.JP_Leverkusen war der Angriff auf den deutschen Rekord über 200 Meter schon angekündigt Unger startete nicht. Er wollte sich lieber unter der Regie von "Heimtrainer" Micky Corucle auf das Training und die Olympia-Vorbereitung für Athen konzentrieren. "Denn es nutzt mir ja nichts, wenn ich in Leverkusen 20,30 Sekunden laufe und in Athen dann 20,80", erklärte der Kornwestheimer Sprinter.


Im Umkehrschluss ergibt sich daraus das Ziel für die Spiele in Athen: eben jene 20,30 Sekunden, die nebenbei bemerkt vor einem Jahr dem US-Amerikaner John Capel zum WM-Titel reichten. Damit käme der 25-Jährige an den deutschen Rekord, den Frank Emmelmann mit 20,23 Sekunden seit 19 Jahren hält, bis auf ein paar Hundertstelsekunden heran und würde seine bisherige Bestzeit (20,41) deutlich verbessern. Doch wie hoch die Trauben im internationalen Vergleich hängen, musste Unger, der auf bewusste Ernährung setzt, Anfang August beim Golden-League-Meeting in Zürich erfahren, wo er Sechster wurde (20,65 Sekunden).


Einen Ausrutscher wie im letzten Jahr bei dem WM-Vorlauf-Aus in Paris will sich Tobias Unger, der trotz aller schnellen Zeiten weiter sympathisch geblieben ist und mit beiden Beinen auf dem Boden steht, bei den heutigen olympischen Vorläufen (ab 9.20 Uhr) nicht noch einmal leisten. "Damals war ich im Vorfeld etwas verletzt, das war hinderlich". Jetzt wähnt er sich besser vorbereitet. Das gilt nicht nur für ihn, sondern für das gesamte Lager der DLV-Sprinter, die über 4 x 100 Meter bei den Olympischen Spielen im Medaillenrennen sogar als chancenreiche Außenseiter antreten. Unger gibt für die Staffel die Parole aus: "Wir sind mit unseren Einzelzeiten über 100 und 200 Meter viel besser als in den letzten Jahren. Das gibt enormen Rückenwind." Erklärtes Ziel ist der Endlauf.