Lokales

Aussteller klagen über zu wenig Besucher

Das Wetter war herrlich, die Kundenfrequenz zu schwach: Dieser Meinung waren die meisten Aussteller auf dem Schwäbischen Fleiß in Wernau. Projektleiter Heinz Baierl bestätigte, dass die Besucherzahlen deutlich unter denen von 2004 lagen, ohne dafür eine schlüssige Erklärung zu haben. Möglicherweise müsse man über den Termin nachdenken.

KARIN AIT ATMANE

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WERNAU "Es waren ungefähr 30 Prozent der Leute, die vor zwei Jahren da waren", schätzt Siegfried Hölle. Das liest der Mann, der Wasserstaubsauger und Dampfreiniger vorführt, auch an der Zahl der ausgefüllten Preisausschreiben ab. Die Qualität der Kontakte sei in Ordnung, die Anzahl nicht. "Wirklich enttäuschend" findet auch Annelore Hackbart den Zustrom. Dabei scharen sich gerade die Leute an ihrem Stand, wo der Original-Pürierstab vorgeführt wird und ein Mitarbeiter Mayonnaise zaubert. Oft sei die Halle aber beinahe leer gewesen.

"Unter der Woche war es stellenweise richtig mau", sagt Volker Grimm von Veritas-Tiernahrung. Die Kunden seien interessiert, es sollten aber einfach mehr kommen, meint er und nennt eine Reihe von möglichen Verbesserungen: breitere Produktpalette, mehr Events und Aktionen, mehr Stimmung, etwa durch Live-Musik. Mehr Rahmenprogramm fordert auch Blumenhändler Dieter Hölzinger und würde zudem "vielleicht mal über die Eintrittspreise nachdenken". Es sei aber allgemein so, "dass die Verbrauchermessen nachlassen." Er reagiert mit Reduktionen: "Leute, über die Preise können wir reden", ruft er den Vorbeigehenden zu und kündigt an, erst nach Hause zu fahren, wenn alle Pflanzen weg sind. Thilo Schaber ist nicht zum Verkaufen da, sondern um seine Firma bekannt zu machen, die auf Dachfenster und deren Reparatur spezialisiert ist. "Kaputte Dichtung?" fragt er einen Kunden, der am Stand stehen bleibt und landet damit einen Volltreffer. Insgesamt stellt der Mann von Dachfenster-Kundendienst fest, dass viele gut vorbereitete Leute mit konkreten Fragen auf die Messe kommen. Das beobachtet auch Jürgen Zink aus Denkendorf, einer der wenigen Befragten, die eigentlich ganz zufrieden sind. Das liegt vielleicht daran, dass das Thema Regenwassernutzung mit steigenden Abwasserpreisen immer interessanter wird.

Heinz Baierl, Projektleiter für den Schwäbischen Fleiß, stuft die Besucherzahlen auch als "unbefriedigend" ein. Genaue Zahlen nenne die Ausstellungsgesellschaft aber prinzipiell nicht. Eine schlüssige Erklärung für den Schwund hat Baierl momentan nicht. Messegröße, Angebot, Werbung seien vergleichbar mit 2004, ebenso die Eintrittspreise: "Die sind seit vier Jahren identisch." Der Termin sei näher an den Ferien gelegen als sonst möglicherweise liege es daran.