Lokales

Auszeichnung für das Theater der Generationen

Das Theater der Generationen aus Wernau gehört bundesweit zu den vorbildlichsten Beispielen für bürgerschaftliches Engagement. Die Mitglieder standen mit auf der Bühne, als im Berliner ARD-Hauptstadtstudio die Verleihung von Deutschlands größtem Ehrenamtspreis anstand.

KREIS ESSLINGEN Im Kreis Esslingen weiß man es schon etwas länger, wie erfolgreich im Theater der Generationen für gegenseitiges Verständnis zwischen Jung und Alt geworben wird. Schließlich gehört das Wernauer Projekt zu den zehn Gewinnern des Ehrenamtspreises 2004 "Starke Helfer" von Stiftung Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen und Eßlinger Zeitung. Nun ist dem Theater auch bundesweite Ehre zuteil geworden. Die Initiative "für mich, für uns, für alle" ein Zusammenschluss von Bundestagsabgeordneten, den Städten, Gemeinden und Landkreisen Deutschlands sowie den Sparkassen hatte ebenso wie im Kreis Esslingen das Thema "Jung und Alt" in den Vordergrund gestellt.

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In der Preis-Kategorie "Projekte" mussten die Wernauer lediglich der Initiative "EULE" aus Rietberg in Nordrhein-Westfalen (Schüler und Senioren unterrichten sich gegenseitig) den Vortritt lassen. Ansonsten gehören sie zusammen mit der Magdeburger Initiative "Dialog der Generationen" (Senioren erleichtern ausländischen Studenten die Eingewöhnung in die neue Heimat) zu den herausragendsten Projekten in der Republik. Immerhin haben sich für den Bürgerpreis mehr als 650 Personen und Projekte beworben. Auszeichnungen gab es auch in den Kategorien Einzel-Engagement und Lebenswerk.

Die Jury der Initiative "für mich, für uns, für alle" hatte das Theater der Generationen nominiert, "weil es mit seinem freiwilligen Engagement bei Jung und Alt das Verständnis füreinander und den Respekt voreinander fördert". Seit fünf Jahren stehen Menschen von sechs bis 90 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Sie spielen Alltagssituationen nach und bearbeiten auf diese Weise typische Konflikte und Missverständnisse zwischen den Generationen. Die Initiative unterstützt nun das Engagement der Theatergruppe durch den Kauf von Mikrofonen und einer Lichtanlage.

Nicht nur bei Helga Mayer und Hannelore Schuppler, die den Preis stellvertretend für das Theater der Generationen entgegennahmen, war die Freude groß. Franz Scholz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, war selbstredend in die Hauptstadt gereist, um die "Starken Helfer" noch zusätzlich zu bestärken. Schon am Ort des Geschehens war die Esslinger SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Roth: Sie hatte im Rahmen des Ehrenamtspreises 2004 eine Patenschaft für das Theater der Generationen übernommen. Ihre Gratulation galt natürlich der Wernauer Initiative, aber letztendlich auch allen anderen Projekten: "Ich bin immer wieder erstaunt, wie vielfältig das ehrenamtliche Engagement ist."

Ebenfalls schon des Mandats wegen in Berlin, stieß auch der Esslinger CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Grübel mit Hannelore Schuppler und Helga Mayer an. Zuvor hatte Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der ehrenamtlichen Arbeit einen besonderen Aspekt abgewonnen: "Für jeden, der sich ehrenamtlich engagiert, kommt dreimal so viel zurück wie das, was er gegeben hat." Eingehend auf das Leitthema "Jung und Alt" verwies die Ministerin auf grundlegende Veränderungen. Die Menschen lebten nicht mehr so eng im Familienverbund, weshalb Hilfe für ältere Menschen und Solidarität heute wichtiger seien als zu früheren Zeiten.

cd