Lokales

Auto raste bei Nässe in eine Gruppe von Unfallhelfern

Nicht angepasste Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn ist wohl ursächlich für den schweren Verkehrsunfall vom Dienstagmorgen auf der A 8, Kirchheim-Ost in Fahrtrichtung München. Bei dem schrecklichen Unfall wurde ein 57-Jähriger getötet, vier Menschen schwer und fünf leicht verletzt. Dies ist das vorläufige Ermittlungsergebnis der Beamten des Autobahnpolizeireviers Mühlhausen.

KIRCHHEIM Ein mit einer Person im Alter 58 Jahren besetzter Opel Astra war kurz nach sieben Uhr in eine andere Unfallstelle gerast, an der sich bereits hilfsbereite Verkehrsteilnehmer aufhielten. Dabei wurde ein Helfer, ein 57-jähriger Franzose, getötet. Vier weitere Männer im Alter zwischen 21 und 44 Jahren wurden schwer, zwei 20- und 25-Jährige leicht verletzt.

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Dem tödlichen Unfall war die Schleuderfahrt eines VW Passat mit spanischer Zulassung vorausgegangen. Am Steuer saß ein Rumäne mit einem Landsmann als Beifahrer. Etwa 500 Meter nach der Anschlussstelle Kirchheim/Ost (Autobahnkilometer 174,0) kam deren Pkw ins Schleudern, überschlug sich und blieb auf dem Standstreifen auf dem Dach liegen. Die beiden Insassen wurden leicht verletzt. Die Qualität der Bereifung des Pkw der beiden Rumänen wird von der Polizei dem ersten Augenschein nach als "miserabel" bezeichnet. Es wird vermutet, dass auch dieser Fahrer für die Witterungsverhältnisse viel zu schnell unterwegs war.

Gleich nach diesem Überschlag hielten ein französischer Sattelzug, ein deutscher Sattelzug und zwei Gruppenfahrzeuge der Bundeswehr und ein weiterer Pkw an, um Hilfe zu leisten. In die Personengruppe aus Helfern dieser Fahrzeuge fuhr schließlich der Opel Astra, wobei der 57-jährige französische Fernfahrer getötet und vier andere Helfer schwer verletzt wurden. Der 58 Jahre alte Lenker des Astra war ebenfalls für die Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse viel zu schnell gefahren und wurde leicht verletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt etwa 10 000 Euro. Zur Versorgung der Verletzten waren auch ein Rettungshubschrauber, fünf Rettungswagen und drei Notärzte im Einsatz.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde ein Gutachter in die Ermittlungen eingeschaltet und der Führerschein des Opel-Astra-Lenkers einbehalten. Die A 8 war zwischen den Anschlussstellen Kirchheim-Ost und Aichelberg für rund zwei Stunden voll gesperrt. Der Verkehr staute sich teils bis Wendlingen zurück.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen war die Unfallstelle durch den teils auf dem rechten Fahrstreifen, teils auf dem Standstreifen stehenden französischen Laster mit Warnblinklicht gesichert. Einige Helfer hatten auch die in manchen Ländern vorgeschriebene Warnweste an. Eine Absicherung mit Warndreieck war noch nicht vorhanden. Als der Opel Astra in die Unfallstelle fuhr, waren die Helfer gerade dabei, den VW Passat aufzurichten. Sie wollten einen Insassen, der noch im Fahrzeug war, befreien.

Der halb auf der Fahrbahn stehende Lkw mit Warnblinkanlage müsste nach Ansicht der Polizeibeamten eigentlich ausreichender Hinweis auf die Gefahrenlage gewesen sein. Zum Zeitpunkt des Unfalls regnete es sehr heftig und auf der Fahrbahn stand das Wasser, was laut Verkehrsregeln eine "angepasste Fahrweise" erforderlich macht. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist im Bereich der Unfallstelle nicht angeordnet. Zwischen den Anschlussstellen Kirchheim West und Ost warnen lediglich Schilder auf "Schleudergefahren bei Nässe".

Bei einem ähnlichen Unfall wurden am 11. Juni 2004 zwei Menschen getötet. Auch sie wollten bei einem vorausgegangenen Verkehrsunfall helfen und wurden von einem anderen Auto erfasst. Dieser Unfall passierte unweit der gestrigen Stelle, nämlich bei Autobahnkilometer 170,5, also etwas weiter östlich in Richtung München. Damals wurden drei Personen wegen fahrlässiger Tötung angezeigt.

stä/lp