Lokales

Autos per Mausklick zulassen?

Kreis erarbeitet Online-Konzeption für Kfz-Zulassung – Kfz-Innung für „kurze Wege“

Ohne das World Wide Web geht heutzutage nichts mehr. Zurzeit ist die Kreisverwaltung dabei, eine Online-Konzeption für die Zulassung von Kraftfahrzeugen zu erarbeiten. Sie wird in einer der nächsten Verwaltungsausschusssitzungen des Kreistags vorgestellt. Hätte dies eine Schließung der Kfz-Zulassungsaußenstellen zur Folge, wäre die Kfz-Innung nicht sehr erfreut darüber.

richard umstadt

Kreis Esslingen. Der Kreis Esslingen will bei der Online-Zulassung ganz vorne dabei sein. Was dies im Einzelnen und vor allem für die Autohäuser und Privatkunden bedeutet, konnte Landratsamts-Pressesprecher Peter Keck gestern noch nicht sagen. Auch nicht, ob dann die Kfz-Zulassungsaußenstellen in Kirchheim, Nürtingen und Filderstadt überflüssig werden. Nur so viel: „Die Zulassungsstellen müssen sich auf technische Änderungen einstellen.“ Bis 2014 will der Landkreis so weit sein, eine Online-Zulassung zu ermöglichen. Deshalb ist er Mitglied eines Projektteams, das die Kfz-Zulassung per Internet bundesweit vorbereitet. Keck: „Wir werden dem Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags im Laufe des Jahres eine Konzeption vorstellen, wie wir auf die entstehenden Änderungen bereits im Vorfeld reagieren können.“ Doch zuvor muss das Projektteam noch entscheidende Fragen klären, etwa: Wo bekommen die Autohäuser und Privatkunden bei der Online-Zulassung die Nummern­schilder her? Wie kommt das Dienstsiegel auf das Kennzeichen und wo erhält der Kunde den Kfz-Schein und den entsprechenden Stempel?

Fragen, deren Beantwortung auch die IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen und die Kfz-Innung Nürtingen-Kirchheim interessieren. Grundsätzlich gut, wenn der Landkreis Sparmaßnahmen ergreift, findet es IHK-Bezirkskammer-Geschäftsführerin Hilde Cost. Wie sich eine Online-Zulassung aber auf die Wirtschaft auswirke und ob damit eine Schließung der Zulassungsstellen verbunden sein wird, müsse man bewerten, wenn die Vorschläge im Detail auf dem Tisch liegen.

Grundsätzlich nichts gegen eine direkte, elektronische Zulassung „ohne Behördengang“ hat Hansjörg Russ, Pressesprecher der Kfz-Innung Nürtingen-Kirchheim und Geschäftsführer des Autohauses Russ. Wäre jedoch trotz online ein Behördengang notwendig, so wäre es gut, die Außenstellen wie in Kirchheim am Ort zu haben. „Was wir brauchen, sind kurze Wege.“ Freilich könnte er sich auch eine Übertragung hoheitlicher Aufgaben an die Autohäuser vorstellen. „Das wäre eine große Erleichterung“.

Für den Regionalleiter der Firma Kroschke, Matthias Mahnke, wäre eine Schließung der Kfz-Zulassungsaußenstellen „eine Katastrophe“. Neun Mitarbeiter wären davon betroffen. Der Betrieb verkauft in der Nähe der Zulassungsstellen Autoschilder und besitzt in allen größeren Städten Filialen.

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