Lokales

Babys Wortschatz für die Nachwelt

Rainer Hoffelner erweiterte seinen Langenscheidt-Dauerseller um die ersten Sprüche

Lenningen. Sprache verbindet, sie trennt aber auch. Um Menschen anderer Länder nicht nur im Urlaub verstehen zu können, gibt es Fremdwörterlexika. Vor allem viele Schüler

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Iris Häfner

stöhnen ob der Fülle der zu büffelnden Vokabeln. Ähnlich schwierig gestaltet sich die Verständigung mit Kleinkindern. Was den Eltern klar verständlich ist, daran scheitern schon häufig Großeltern. Diese Tatsache brachte den Künstler Rainer Hoffelner aus Oberlenningen auf eine Idee: er entwarf das Baby-Wörterbuch mit dem Untertitel Deutsch – Baby, das bei Langenscheidt schon in der zigsten Auflage erscheint und in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

„Wie kann es anders sein – die Entstehung dieses Heftchens habe ich meinem Sohn Niels zu verdanken. Dieser weigerte sich nämlich bis zum dritten Lebensjahr, auch nur ein Wort zu sprechen. Plötzlich aber mit einem ganz eigenen Kauderwelsch – nur hatten jetzt Omas und Opas handfeste Probleme, den kleinen Kerl zu verstehen“, sagt Rainer Hoffelner, der in Oberlenningen auch eine Werbeagentur betreibt.

Sandra Hoffelner begann daraufhin eine lose Blattsammlung, auf der die gängigsten Redewendungen für die Babysitter aufgelistet waren, Rainer Hoffelner nannte sie den Übersetzungsbeipackzettel. Diese praktische Art der Kommunikation konnte der Ästhet und Künstler allerdings nicht lange mit ansehen und schritt deshalb zur Tat, besser gesagt: er nahm den Füller zur Hand und begann zu zeichnen. Alle Wörter, die mit B beginnen, wurden beispielsweise mit einem bunten Ball gekennzeichnet, das L mit einem Luftballon und so das ganze Alphabet hindurch.

„Uns kam dann spontan die Idee, ein kleines Heftchen mit dem berühmten blauen L zu gestalten“, erinnert sich Rainer Hoffelner. Nachdem das Werk schon mit diesem bekannten L versehen war, schickte das Ehepaar den Prototyp an den Langenscheidt Verlag.

Nach kurzem Zögern nahmen die Münchner das Büchlein ins Verlagsprogramm auf – und sollten es nicht bereuen, denn das Heftchen entwickelte sich zum Dauerseller.

Deshalb erscheint es nun in vergrößerter und erweiterter Aufmachung. Aus dem Pocketformat wurde größentechnisch eine Ritter-Sport-Schokolade.

Der erste Teil ist gestalterisch gleich geblieben, Teil II ist die logische Weiterentwicklung der Grundidee: die ersten lustigen Sätze beziehungsweise Sprüche. Entsprechende, von Rainer Hoffelner gemalte Illustrationen, zieren die Kapitel wie „Essen und Trinken“, „Unterwegs“ oder „Zu Hause“.

„Eltern sammeln ja so ziemlich alles – die erste Locke, den ersten Zahn, den ersten Strampler – nur der Wortschatz ging bis auf ein, zwei Knaller verloren“, spricht der Vater zweier Kinder aus Erfahrung.

Sein Wörterbuch kann dem Abhilfe leisten.