Lokales

Bänke für Kinder und Kirchgänger

Planer stellte Freiflächenkonzeption dem Lenninger Gemeinderat vor

Mit einem recht umfangreichen Punkt durfte sich der Lenninger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung befassen: der Vorstellung von sieben Freiflächenkonzeptionen.

Iris Häfner

Lenningen. Landschaftsarchitekt Harald Fischer kennt die Lenninger Spielplätze, Pausenhöfe und Kindergarten-Gärten bis ins kleinste Detail. Ihn interessierte vor allem, wo die Dinge im Argen liegen. An jedem war er vor Ort und machte sich mit Eltern und Kindern ein Bild vom Ist-Zustand, notierte Wünsche und machte sich dann Gedanken über eine mögliche Neukonzeption. Seine Ideen präsentierte er dem Gemeinderat.

Zunächst nahm er den Pausenhof der Unterlenninger Lindenschule ins Visier. Hier stellte sich beispielsweise heraus, dass die asphaltierte Fläche zu klein ist. Durch die Vergrößerung musste der ursprüngliche Kostenansatz aktualisiert werden, der sich dadurch verdoppelte. Die Gesamtkosten belaufen sich nun mit dem Instandhaltungsrückstand – dieses Wort tritt im Zusammenhang der Freiflächen regelmäßig auf – auf 92 000 Euro. „Das ist eine stolze Zahl. Man muss jedoch bedenken, dass es sich hier um eine deutliche Vergrößerung handelt“, so der Planer.

Der Spielplatz an der Bissinger Straße in Unterlenningen ist da schon ein bisschen billiger: 23 000 Euro müsste in die von Harald Fischer als ideal bezeichnete Anlage investiert werden. Der Bach macht den Platz für Kinder interessant, doch gerade der Uferbereich müsste zwecks besserer Zugangsmöglichkeiten umgestaltet werden.

Wasser in unerwünschter Form gibt es dagegen auf der Freifläche des Kindergartens Regenbogen in Oberlenningen. „Es gibt ein Drainageproblem“, erläuterte Harald Fischer. Der Instandhaltungsrückstand schlägt hier mit 12 500 Euro zu Buche. Insgesamt würden sich die Kosten auf 55 000 Euro belaufen. Der Spielplatz am Hardtweg in Hochwang zeichnet sich durch eine fast mehr breite als hohe Rutsche aus. „Die unheimlich kleine Rutsche wird oft belächelt. Der Wunsch der Kinder nach einer größeren ist daher verständlich“, so Harald Fischer. Ansonsten ist die Anlage in einem guten Zustand. Sandaustausch, Gehölzpflege und andere Arbeiten sind trotzdem nötig, weshalb der Planer auf Gesamtkosen von 18 000 Euro kommt.

„Der Spielplatz beim Goldloch in Schlattstall ist eine Besonderheit, denn er ist für viele Schulklassen ein Ausflugsziel“, erfuhr Harald Fischer vor Ort. Möglichkeiten, ihn attraktiver zu gestalten, gibt es viele, beispielsweise eine Kletterpyramide und eine Sechseckschaukel. Dies, und ein paar weitere Investitionen, würde die Gemeinde dann 50 000 Euro kosten.

Klein und bescheiden ist dagegen die Grundschule in Gutenberg. Gerade einmal 10 000 Euro sollen hier investiert werden. Weil die Schüler den Platz zwischen Schule und Kirche als ihren Pausenhof nutzen, sollen sie Bänke zum Verweilen bekommen. „Das würde auch den Kirchgängern zugute kommen“, zeigte der Planer Synergieeffekte auf. Zudem soll der Zaun auf der Hinterseite der Schule erneuert werden.

Zu guter Letzt ging es um den Spielplatz „Im Blumenring“, ebenfalls ins Gutenberg. Er zeichnet sich vor allem durch seine Spielhäuschen und einen trockengefallenen Bachlauf aus. Um Letzteren mithilfe der vorhandenen Handpumpe wiederzubeleben, die kleine Brücke instand zu setzen, den Sand auszutauschen und noch einiges mehr sind 14 500 Euro nötig.

„Wir wollen keine Luftschlösser bauen“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht im Hinblick auf die Gesamtkosten von über 260 000 Euro. Vieles müsse in Angriff genommen werden, die Frage sei nur, in welchem Zeitraum. „Ein Ausflugsspielplatz ist Kür“, stellte er in Bezug auf Schlattstall klar.

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