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Baldiger Umzug eröffnet "städtebauliche Chancen"

In Kirchheim herrscht Erleichterung, seit das Pädagogische Fachseminar als gesichert gilt. Jetzt wurde ein Zeitplan entwickelt. Seminarleiterin Brigitte Hess freut sich über das angepeilte Tempo: Schon im Sommer 2006 sollen die Seminaristen ins Schloss umziehen.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Die Planungen waren Thema einer Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG). Vertreter des Finanzministeriums, des Kultusministeriums, der Vermögens- und Bauverwaltung, der Kirchheimer CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann sowie Brigitte Hess und Verwaltungsleiter Wolfram Keimel saßen am Verhandlungstisch. Ministerialrat Fischer brachte dort seine Freude über die Gesamtlösung zum Ausdruck, die sich nicht zuletzt durch die Verwaltungsreform angeboten habe. Schließlich machte der Auszug der Gewässerdirektion aus dem Schloss 600 Quadratmeter frei. Damit ist nun ein Umzug des PFS ins Schloss möglich.

Karl Zimmermann resümierte erfreut, dass sich die Politik bereits in den 80er-Jahren dem Ansinnen des Bundesrechnungshofes widersetzt habe, die Fachseminare zu schließen. Weiterhin blieben nun alle drei Standorte im Ländle erhalten, zumal bis 2010 keine rückläufigen Lehrerbedarfszahlen erwartet würden. Die Zahlen sprachen schon immer für die Kirchheimer Einrichtung, nimmt doch das PFS jährlich 96 "Neue" auf und muss ein Vielfaches davon abweisen. Doch Schulleiterin Brigitte Hess pochte auch stets auf die pädagogischen Argumente. Sie ist nun gefragt, bei der umgehenden Erstellung eines Raum- und Belegungsplanes für das Schloss. Dort muss eine Lehrküche für das Seminar eingebaut werden, ansonsten sind aber wohl nur kleine Schönheitsmaßnahmen nötig. "Das Schloss ist in einem hervorragenden Zustand", schwärmt Zimmermann. Die Sanierung des Marstalls wird abgekoppelt und später vollzogen. Dann nämlich hat das alte Domizil der Fachlehreranwärter vielleicht schon einen ordentlichen Verkaufserlös eingespielt, sodass weitere Sanierungsmaßnahmen das Land nicht so schmerzlich treffen.

In Schloss und Marstall bieten sich zusammen 2000 Quadratmeter genug für Hess und ihre Schützlinge. Wie Zimmermann versichert, bleibt das Schloss weitgehend den Seminaristen vorbehalten: "Für das Notariat sind wir jetzt in der Suchschleife", geht er kurz auf andere Raumprobleme ein. Klar ist unterdessen, dass die Pläne für eine Fremdnutzung des Marstalls durch Gastronomen endgültig ad acta gelegt werden können. Ob diese im Forsthaus zum Zuge kommen, steht auch noch in den Sternen. Einstweilen gilt das Gebäude sozusagen als eiserne Reserve, bis die Raumplanung fürs PFS unter Dach und Fach ist.Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer zeigte sich erfreut darüber, dass das Fachseminar nun definitiv in Kirchheim bleibt, und zwar im Zentrum der Stadt. "Wir sind auch daran interessiert, den Marstallgarten verstärkt für Veranstaltungen zu nutzen", sagt er und verweist auf die gelungene Nutzung im Rahmen des Kirchheimer Kultursommers. Doch das Augenmerk des Bürgermeisters gilt auch dem alten PFS. Im Areal zwischen Jahnstraße, Schülestraße und Alleenstraße sieht er "enorme städtebauliche Chancen", wobei auch Bedürfnisse bestehen. So ist die Stadt an einer "angenehmen Fußwegverbindung" zum Bahnhof interessiert. Der Alleenschule wiederum täten größere Außenflächen gut. "Wir wollen nun gemeinsam mit dem Land eine kompakte Lösung erarbeiten und vorhandene Interessen bündeln", kündigt Riemer Gespräche für Anfang Dezember an. Dabei soll es auch um den Sportbereich des Seminars gehen, der bisher komplett ausgeklammert blieb.