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Barrierefreiheit darfkein Schlagwort bleiben ...

Barrierefreiheit darfkein Schlagwort bleiben

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Zum Artikel "Entwurfsplanung der Gerber- und Schlachthausstraße", im Teckboten vom 3. Januar:

Wir alle freuen uns, wenn die Planung für unsere Stadt und ihre Straßen eine "ansprechende" Gestaltung vorsieht. Wenn aber ein rauer Pflaster-Gehwegbelag im Gerberviertel neu verlegt werden soll, geht dies leider wieder auf Kosten der Gesundheit der Menschen mit Handicaps siehe Schlossplatz.

Offenbar ist den meisten Entscheidungsträgern immer noch nicht bewusst, dass Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, alle Unebenheiten ohne jede Federung als Erschütterungen in Kauf nehmen müssen, die oft Spastik und Schmerzen auslösen. Im Arbeitskreis Hilfen für Behinderte wurde gegenüber der Stadt dieses Problem wiederholt angesprochen. Wenn Barrierefreiheit nicht nur ein Schlagwort bleiben soll, muss sie in praktischen Schritten wenigstens bei neuen Vorhaben im Öffentlichen Bereich umgesetzt werden. Sie kommt nicht nur mobilitätseingeschränkten Personen mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen zugute. Alle Fußgänger sind dankbar für einen ebenen Gehwegbelag, erst recht, wenn eine Sehbehinderung unsicher macht beziehungsweise Einkaufs- und Gepäckroller ihren Zweck erfüllen sollen.

Martha Metzger

Verein für Körperbehinderte

Kirchheim, Am Haselbusch

Auch der Verbraucher istimmer wieder gefordert

Zum Artikel "Zwangsurlaub für 40 Mitarbeiter", im Teckboten vom 5. Januar:

Was in vielen Bereichen des Einzelhandels schon seit Jahren die Tarif- und Arbeitsautonomie prägt, überträgt sich mehr und mehr auch auf die Produktionsstätten der Industrie. Der Hintergrund bei Recaro und Siemens mit den Standorten Kirchheim sind die in der Schublade liegenden Auslagerungspläne beider Firmen, die ja mit der Auslagerung nach Ungarn, Industriegebiet "Györ", beste Erfahrungen gemacht haben. Was nun die IG Metall angeht, sei die Frage angesichts des ungarischen Angebotes für Investoren erlaubt.

Lohnt es sich anhand dieser Investitionsangebote, überhöhte, an jeder Realität der wirtschaftlichen Lage unseres Landes vorbeiführende Forderungen zu stellen (fünf Prozent) oder gar mit rechtlichen Auseinandersetzungen, wie gerade im falle Recaro zu drohen? Es könnte nur noch eine Frage der Zeit sein bis zur völligen Schließung des Standortes Kirchheim.

Gewerkschaften als Vertreter der Arbeitnehmer sind aus unserem Industriegebilde nicht wegzudenken, sollten aber einen für beide Seiten verträglichen Dialog führen. Die Auslagerung deutscher Unternehmen hat eine enorme Form angenommen wären diese Produktionsstätten noch vor Ort im Lande, hätten wir beinahe eine Vollbeschäftigung. Doch auch hier stellt sich die Frage: "Was macht die Regierung, um den Standort Deutschland zu erhalten?"

Aber auch der Verbraucher ist gefordert in seiner Auswahl des Produktes. Da stand ich vor der Wahl, aus der Fülle der Angebote einen Staubsauger zu erstehen, und ich entschied mich bei meiner Wahl, nach dem Aufdruck auf der Verpackung "Garantiert hergestellt in Deutschland, mit dem Kauf sichern sie Arbeitsplätze" und ich trug mit bei zur Sicherung.

Volker Lechner

Kirchheim, Bosslerstraße

Deutlich älter als derdeutsche Weihnachtsbaum

Zum Leserbrief "Begeisternder Gegenpol zu den Ami-Import-Festen", im Teckboten vom 10. Januar:

Da ist sie wieder, die kleinmütige Pauschalverurteilung der US-Kultur. Quasi der "Kategorische Imperativ" des kleinen Mannes, der, gefangen in seiner anerzogenen und über Generationen aufoktroyierten Leitkultur, einfach nicht anders kann. Doch beständig ist nur der Wandel: Bräuche kommen und gehen, verändern sich im Lauf der Zeit, werden exportiert und importiert.

Wer hierzulande Halloween feiern möchte, der soll es dürfen; ob dies sinnvoll oder sinnentleert geschieht, ist einzig Sache des Feiernden. Es käme im Übrigen auch kaum ein US-Amerikaner auf die Idee, den Brauch der Sternsinger in Frage zu stellen it's great!

Zur Beruhigung der Fraktion der Pietisten sei noch erwähnt, dass Halloween Elemente des Thanksgiving Day (Danksagungstag) der erstmals 1621 in Massachusetts gefeiert wurde beinhaltet und somit eine ganze Ecke älter ist als beispielsweise der deutsche Weihnachtsbaum you know? Axel Sigel Dettingen, Eisenbahn

Wo steckt der Haken?

Offener Brief an Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zur Ausgabensteigerung im Gesundheitswesen:

Das Thema Sparen im Gesundheitswesen hat einen Punkt erreicht, an dem nur noch einschneidende Maßnahmen weiterhelfen können. Um dem Dauervorwurf des Ministeriums zu begegnen, insbesondere durch die Verordnung von neueren Medikamenten, die wenige oder keine Vorteile bieten und lediglich wesentlich teurer wären, für den Kostenanstieg verantwortlich zu sein, könnte eine vorstellbare Lösung sein, flächendeckend in ganz Deutschland keines dieser Neu-Medikamente mehr zu rezeptieren, die seit Beginn 2002 zugelassen worden sind.

Unstrittig ist, dass die neuesten, teuersten Pillen keineswegs immer die besten sind. Oft stellen sich gefährliche Nebenwirkungen erst heraus, wenn die Medikamente schon ein paar Jahre auf dem Markt sind und an viel mehr Patienten auf Kosten der Kassen weiter beobachtet wurden. Allerdings würde der medizinische Fortschritt der letzten Jahre in der medikamentösen Behandlung ausgeklammert. Der gesetzlichen Vorgabe aus dem Sozialgesetzbuch, nämlich immer wirtschaftlich, lediglich Notwendiges und mit ausreichendem Standard zu behandeln, wird doch wohl auch mit dieser Strategie nachzukommen sein.

Im Zweifelsfall könnte der Patient neben dem Kassenrezept auch noch ein Privatrezept in die Hand gedrückt bekommen für den Fall, dass der Behandler meint, aufgrund von nationalen oder internationalen Leitlinien doch noch auf eine (optimierte) Behandlungsalternative hinweisen zu müssen. Die Krankenkasse kann gegebenenfalls den Aufpreis zum Kassenrezept erstatten, wenn dort in Ausnahmefällen dafür eine Notwendigkeit gesehen wird. Oder der Patient legt sein Privatrezept noch vor der Einlösung in der Apotheke bei seiner Kasse zur Klärung der Kostenübernahmen vor.

Bitte wollen Sie mir mit einer Antwort aus Ihrem Ministerium aufzeigen, ob diese simple Überlegung nicht doch noch irgendwo einen (rechtlichen?) Haken hat. Ansonsten würde ich es gerne angehen, meine Kollegenschaft von diesem Gedanken zu überzeugen.

Dr. Claus-Peter Herzberg

Kirchheim, Grünewaldweg

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