Lokales

Basketball-Feuerwerk begeistert die Fans

Zum Saisonende haben die Basketballer des VfL Kirchheim noch einmal richtig aufgedreht: Durch den 139:57-Sieg gegen Absteiger Crailsheim lieferten die "Knights" ihren Fans zum Regionalliga-Halali neben einem wahren Basketball-Feuerwerk auch den einen oder anderen Rekord.

KIRCHHEIM Es war ein Spiel, das dazu da war, die 650 Zuschauer, die zum Saisonabschlussspiel in die Sporthalle Stadtmitte gekommen waren, zu unterhalten und um Rekorde aufzustellen. Das mit der Unterhaltung klappte vorzüglich. Wer bei jedem Korberfolg klatschte (und das taten die meisten), hatte hinterher rote Hände und am Sonntag womöglich einen Muskelkater auf Grund der ungewöhnlichen Belastung.

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62 mal rutschte der Ball am Samstagabend durch die Crailsheimer Reuse, davon 19 mal bei Würfen von der Dreipunkte-Linie und fünfmal bei Dunkings, die ob ihrer Spektakulität einen erhöhten Klatsch-Einsatz fordertern. Besonders heftigen Applaus hagelte es in der 19. Minute, als VfL-Center Bill Goehrke seinen einzigen Dreierversuch dieser Saison probierte und traf. Die Partie glich stellenweise einem Allstar-Spiel: Nicht das Ergebnis zählte, sondern die Show und die wurde dem Publikum bei diesem Basketball-Feuerwerk wahrlich geboten.

Die Gäste aus Crailsheim taten den Kirchheimern und ihren Fans allerdings auch jeden Gefallen. Nur zu fünft, ohne ihren Topscorer Alexander Rüeck und sogar ohne Coach angereist, hielten sie sich nicht mit großen Spielereien auf und ballerten ihrerseits, was das Zeug hielt. Ihr Auffälligster, Adnan Arnautalic, kam so auf 30 Punkte und sechs erfolgreiche Dreier.

Der VfL kam immer wieder schnell in Ballbesitz und machte was draus: Satte 139 Punkte. Für den VfL-Rekord der meisten in einem Spiel erzielten Punkte reichte es aber nicht: Im Jahre 1971 steuerte ein gewisser Bob Pipkin bei älteren VfL-Fans eine Legende 63 Punkte zu den insgesamt 145 gegen Bayreuth bei. Die 139 vom Samstag markierten somit "nur" den Ligarekord der Saison 2004/2005, denn Stuttgart (137), Rastatt (131), Karlsruhe (131) und Schwenningen (123) blieben unter dieser Marke.

Dabei legte es der VfL gewiss nicht auf eine Rekord-Jagd an, selbst die Fans unterstützten den Gegner mit "Auf-geht's-Crailsheim-kämpfen"-Gesängen, aber die Körbe fielen einfach wie reife Früchte. Am heftigsten bei Kai-Uwe Kranz: Seine zehn Dreier sind nicht nur Saison-, sondern auch VfL-Rekord. Noch nie hat ein Kirchheimer in einem Regionalligaspiel so oft von jenseits der Drei-Punkte-Linie getroffen. Und noch nie hat ein Kirchheimer Basketballer 21 Assists verteilt: Das schaffte Ross Jorgusen, der dazu 15 Punkte, zehn Steals und acht Rebounds verbuchte und damit um zwei Abpraller am höchst seltenen "Quadruple double" (zweistelligen Ergebnissen in vier Kategorien) vorbeischrammte.

Abseits aller Statistik zählte für die Fans der Spaß an der Sache, und den versprühte dieses Spiel reichlich. Vielleicht war es deshalb auch gut für den Zusammenhalt der Mannschaft, die erneut den Geist aus dem Spiel gegen den Meister Schwenningen beschwören konnte.

Für die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga qualifizierte sich neben den Schwenningern der MTV Stuttgart durch einen 102:80-Sieg in Mannheim. Einen der beiden werden die VfL-Korbjäger in der nächsten Saison auf jeden Fall wieder sehen: Der Aufstieg ist nur einer Mannschaft vergönnt.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke (11), Hayden (13/1), Jorgusen (15/1), Kikic (4), Kranz (40/10), Lenger (16), Lukic (17/5), Stifel (14), Tsouknidis (9/1).TSV Crailsheim:

Arnautalic (30/6), Beck (3), Düll (5/1), Spangenberg (2), Talaba (17/1).Dreier:

19 (VfL), 8 (TSV).Fouls:

13 (VfL), 6 (TSV).Freiwürfe:

4:6, 66,6 Prozent (VfL), 7:10, 70 Prozent (TSV).Viertel:

39:13, 31:16, 34:16, 35:12.Schiedsrichter:

Frank Niedrig (Walldorf) und Stefan Bethke (Furtwangen).Zuschauer:

650.