Lokales

Bastionen, Kasematten und atemberaubende Ausblicke


UTE UND PETER FREIER

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NEUFFEN Startpunkt der Wanderung ist der Parkplatz "Hochholz", der an einem Abschnitt des so genannten "Heidengrabens" angelegt wurde. Dieser heute baumbestandene, deutlich erkennbare Wall mit verfülltem, aber sichtbarem Graben, wurde vor etwa 2500 Jahren von den damals hier lebenden Kelten errichtet. Er riegelte die Grabenstettener Berghalbinsel von der Albhochfläche ab und sicherte ein "oppidum". Dieser lateinische Begriff, zumeist mit "Stadt" übersetzt, bezeichnet hier ein etwa 16 Quadratkilometer großes, mit Wällen und Gräben gesichertes Areal, in das sich bei drohender Gefahr die Bewohner der Umgebung samt Vieh und Hausrat zurückziehen konnten. Lediglich die so genannte "Elsachstadt", ein kleiner Bereich südwestlich von Grabenstetten, war dauerhaft besiedelt.


Nach diesem Exkurs in die Zeit der Kelten zurück zur Hohenneuffen-Wanderung. Sie folgen einem schnurgeraden, asphaltierten Wirtschaftsweg, der mit Schautafeln zu einem Astronomie-Lehrpfad "erweitert" wurde. Nach etwa 15 Minuten halten Sie sich an einer Wegkreuzung links an die Wandermarkierung "rote Raute", biegen aber schon nach 100 Metern am Waldrand rechts ab auf einen asphaltierten Fahrweg. Dieser recht bequeme Weg verläuft kurzzeitig an der Kante eines Steinbruchs, knickt wenig später zunächst rechts, dann links ab und führt zwischen Obstwiesen hinunter zur Hohenneuffen-Zufahrtstraße.


Sie überqueren die Straße und folgen geradeaus rechter Hand ein kleiner Parkplatz einem Wirtschaftsweg entlang einer Gebüsch- und Baumreihe, anschließend entlang dem Ortsrand von Erkenbrechtsweiler. Nach wenigen Minuten stoßen Sie auf den mit der Wandermarkierung "rotes Dreieck" gekennzeichneten Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins, den "Alb-Nordrand-Weg", der nach links zum Albtrauf führt.


Nun folgen Sie einem streckenweise schattigen Waldweg, der in leichtem Auf und Ab knapp 2,5 Kilometer weit unmittelbar an der Kante des Albtraufs verläuft. Dabei passieren Sie in Abständen von jeweils mehreren hundert Metern den Marienfels, den Klingenteichfels und den Wilhelmsfels.


Am Wanderparkplatz "Hohenneuffen" wenden Sie sich nach rechts auf einen unbefestigten Fahrweg. Dieser Weg führt auf einem schmalen, bewaldeten Grat, der den kegelförmigen Burgberg des Hohenneuffens mit der Albhochfläche verbindet, an den Fuß der Festung. Nun beginnt der kurze, recht steile Anstieg auf der Zugangsrampe zur Kernanlage der Festung. Die Erbauer der Burg Hohenneuffen waren um das Jahr 1100 die Herren von Neuffen, deren bekanntester Vertreter der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts lebende Minnesänger Gottfried von Neuffen war. Das heutige Erscheinungsbild des Hohenneuffens geht auf die Baumaßnahmen des 16. bis 18. Jahrhunderts zurück, als die ursprüngliche Burg von den württembergischen Herzögen zu einer Landesfestung ausgebaut wurde.


Schon nach wenigen Metern bemerken Sie die überwachsenen Mauerreste des ersten Vorwerks. Zwischen weiteren Vorwerken und Bastionen gelangen Sie in wenigen Minuten auf eine Aussichtsplattform vor dem Burgtor und schließlich in den Burghof mit einem Kiosk und einem gepflegten Restaurant. Gesicherte Aussichtsplattformen gestatten einen umfassenden Rundblick über die Umgebung, und von hier oben sind auch die meisten Bastionen und Vorwerke zu überblicken. Vor allem für Kinder interessant sind zugängliche Kasematten.


Auf demselben Weg kehren Sie zum Parkplatz "Hohenneuffen" zurück und folgen nach rechts der Wandermarkierung "rotes Dreieck". An der Hangkante verläuft ein Waldweg in leichtem Auf und Ab, führt an einem von Gleitschirmseglern als Startplatz genutzten Felskopf vorbei und an so genannten "Höllenlöchern". Hier spalten sich vom Albkörper ganze Felsformationen ab, die eines fernen Tages einmal als Bergrutsch ins Tal stürzen werden. Sie passieren den baumbestandenen "Heidengraben" und biegen kurz vor einem Kunstwerk in Form einer riesigen Brille links ab zum Parkplatz "Hochholz".


Eine kurze Variante führt vom Parkplatz "Hochholz" zum Hohenneuffen und entlang der Hangkante zum "Heidengraben"Parkplatz: Vom Parkplatz "Hochholz" folgen Sie dem "Astronomie-Lehrpfad" zum Waldrand und nach links einem mit der Wandermarkierung "rote Raute" gekennzeichneten, leicht ansteigenden Wirtschaftsweg. Nach wenigen Minuten wenden Sie sich in einer Waldecke erneut nach links, passieren auf einem Wiesenweg eine Grillstelle rechter Hand eine Schanze aus dem 18. Jahrhundert und erreichen kurz darauf den Parkplatz "Hohenneuffen". Zur Fortsetzung der Wanderung siehe obige Wegbeschreibung. Die Länge der Variante beträgt 7 Kilometer, die Gehzeit 2 Stunden.


Eine Variante für alle, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind, führt vom Parkplatz "Hochholz" zum Hohenneuffen und dann auf dem gleichen Weg zurück: Sie folgen dem unter "Kurze Variante" beschriebenen Weg zum Hohenneuffen; auf dem gleichen Weg kehren Sie zurück, denn der enge Waldweg an der Hangkante ist für Kinderwagen nicht geeignet.

Faszination Festung auf dem Hohenneuffen.