Lokales

Baubeginn im Sommer 2009

Nach jahrelanger Planungsphase scheint jetzt der Neubau der Rauner-Sporthalle in greifbarer Nähe

Die Zuschussbewilligung bringt Bewegung ins Thema Rauner-Sporthalle. 602 000 Euro steuert das Land zum Neubau bei. Jetzt stellte Architekt Raichle im Technischen Ausschuss des Kirchheimer Gemeinderates das 3,8-Millionen-Projekt vor. Im Juli 2009 sollen die Bagger anrollen, Ende 2010 geht es los mit Sport und Spiel in neuen Räumlichkeiten.

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irene strifler

Kirchheim. Der Wunsch nach der Halle hat eine lange Geschichte, mehrmals schon dachte man, am Ziel zu sein. Doch die ausstehende Bewilligung des Landeszuschusses sorgte für Verzögerungen, außerdem war der Standort umstritten. Mehrheitlich entschied sich das Gremium bereits zweimal für den Platz zwischen Raunerschule und Teckkeller.

Im Grunde hat sich am baulichen Konzept für die dreiteilige Halle seit Dezember 2004 nichts Wesentliches geändert. Das gilt allerdings nicht für die Zahlen, denn die Baukosten sind seither Jahr für Jahr deutlich gestiegen. Knapp 3,77 Millionen Euro sind nun für das Projekt veranschlagt. Im ersten Halbjahr 2007 war man noch von 3,45 Millionen ausgegangen. Ulrich Kübler von den Freien Wählern erinnerte an eine Zwei vor dem Komma. Tatsächlich wurden die geschätzten Gesamtkosten noch im September 2005 mit 2,7 Millionen Euro beziffert.

Zur Bausumme kommt noch eine Bewegungslandschaft beim dritten Hallenteil, die vom VfL getragen wird. Sie ist in der Berechnung mit knapp 120 000 Euro veranschlagt. Verhandlungen über Ausstattung und künftige Nutzung durch Vereine und Schulen laufen derzeit, wie die Oberbürgermeisterin mitteilte.

Willy Raichle beschrieb kurz den vertrauten Entwurf für die Halle mit Satteldach-Konstruktion und einem Anbau als Massivkonstruktion mit Flachdach. Auf der Südseite des Daches kann eine Fotovoltaik-Anlage montiert werden. Da die Fensterflächen im Wesentlichen nach Norden orientiert sind, erübrigt sich ein zusätzlicher Sonnenschutz. Parkplätze werden, wie vom Gemeinderat beschlossen, entlang der Limburgstraße angelegt. Erstmals wird es dort auch offizielle Stellplätze für Lehrer geben. „Bisher ist kein einziger Lehrerparkplatz vorhanden“, machte Raichle klar.

Technisch neu gegenüber der ersten Planung ist der sogenannte „EnEV–30-Prozent-Standard“. Das bedeutet, dass die Anforderungen an die Wärmedämmung und an die Haustechnik wesentlich höher sind als noch vor vier Jahren. Erforderlich ist auch der Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Energierückgewinnung in den Umkleide- und Sanitärräumen. Auch dieser verbesserte Standard schlägt nochmal mit Mehrkosten zu Buche. Geschätzt sind 70 000 Euro. Die Mehrkosten amortisieren sich innerhalb von zehn Jahren.

Rechnet man Baukosten und energetische Mehrkosten zusammen, belaufen sich die Gesamtkosten nun auf 3,8 Millionen Euro. Das Ratsgremium stimmte der Planung sowie der Freigabe der Ausschreibungen mit zwei Gegenstimmen zu.

CDU-Stadtrat Mathias Waggershauser hatte zuvor nochmals bekundet, den Standort für falsch zu halten. Auf Betreiben der CDU war dies im November 2006 erneut diskutiert worden. Knapp ein Dutzend der Räte – und damit die Minderheit – befürworteten damals einen Standort entlang der B 297. Gewichtige Argumente waren ein besserer Lärmschutz sowie das Freihalten der wertvollen Fläche zwischen Teckkeller und Schule. Diese Variante hätte allerdings den Bau aufwendiger gemacht.