Lokales

Baubeginn verschiebt sich

Die Wasserversorgung des Ortsteils Wellingen war wieder einmal Bestandteil der jüngsten Gemeinderatssitzung. Vermutlich wird erst im Frühjahr 2006 der Anschluss an die Landeswasserversorgung erfolgen.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Die Baugenehmigung für den Hochbehälter in Wellingen erteilte die Stadt Kirchheim noch im vergangenen Jahr. "Wie nicht anders zu erwarten war, wurden von Seiten des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz und der Unteren Naturschutzbehörde Auflagen erteilt", teilte Notzingens Bürgermeister Flogaus dem Gemeinderat mit.

So muss beispielsweise die Dacheindeckung mit rotbraunen Ziegeln erfolgen und die Außenfassaden sind mit einem "leicht erdfarbenen oder gebrochen weißem Farbton" zu verputzen. Zudem ist die geplante Trockenmauer an der Ostseite extensiv mit entsprechendem Pflanzenmaterial zu begrünen.

Da die Untere Naturschutzbehörde einen Grünflächenplan fordert, wurde ein Landschaftsarchitekt zur Erstellung eines solchen beauftragt. Dies beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Wenig Verständnis hat der Notzinger Schultes allerdings für den Wunsch des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, die vorhandenen Brunnen und Quellfassungen sowie die Verbindung vom Pumpwerk zum Hochbehälter und das Pumpwerk selbst zu erhalten. "Die Leitungen müssten dauernd unter Druck sein. Wer zahlt uns das?" gab Jochen Flogaus zu Bedenken. Die Kosten für die Erhaltung müsste dem Wasserzins zugeschlagen werden, weshalb es nicht machbar sei. "Ich kann nur den Kopf schütteln. Das ist eine Wunschvorstellung, die aber nicht realistisch ist", erteilte der Schultes diesem Ansinnen eine klare Absage.

ZuschussantragSchon im August hatte die Bodenbachgemeinde einen Antrag auf Zuschuss für diese Maßnahme gestellt. Allerdings gibt es mittlerweile geänderte Richtlinien. "Nach unseren Berechnungen kommen wir über den Mindestbetrag von 5,50 Euro, sodass wir uns nach wie vor einen Zuschuss erhoffen", erklärte Jochen Flogaus. Allerdings rechnet er nicht vor Mai mit einem entsprechenden Bescheid, und das hat Folgen: "Wir dürfen nicht zuvor mit den Bauarbeiten beginnen", musste der Schultes mitteilen. Die ganze Maßnahme verschiebt sich dadurch nach hinten, weshalb Jochen Flogaus davon ausgeht, dass nicht vor Juli dieses Jahres mit den Arbeiten begonnen werden kann. "Bis Ende 2005 wird es nicht zur Einweihung reichen", ist er sich sicher. Er rechnet nach vorsichtigen Schätzung mit Mai 2006. "So lange nichts in trockenen Tüchern ist, sollten wir auch nicht mit dem Bau beginnen", so auch die Ansicht von Eduard Bosch.

Hans-Joachim Heberling wollte wissen, ob man das Quellgelände im Bereich des Pumphäusles nicht aufwerten könnte und eröffnete damit eine weitere Diskussionsrunde. Von einem "Anlägle" hält Bürgermeister Flogaus allerdings nichts, zumal die Gemeinde dort kaum Flächen besitzt und sich schon die zweite Quelle auf einem Privatgrundstück befindet. Das Pump-häusle bleibe die nächsten Jahre auf jeden Fall bestehen, aber der Schultes ist nicht bereit, dort Geld zu investieren. "Im Sommer tut es dem Köhlerbach auch gut, wenn er das Wasser aus den Quellen erhält", so die Meinung von Herbert Hiller.