Lokales

Bauen und Wohnen für junge Familien

Die Stadt Weilheim will Familien bei Baugrundstücken bevorzugen – Zuteilungsrichtlinien geändert

Weilheim möchte junge Familien in der Stadt halten und beim Thema Bauen und Wohnen stärker unterstützen. Dafür wurden im Gemeinderat die Zuteilungsrichtlinien für städtische Baugrundstücke geändert. Erstmals zur Anwendung kommen die neuen Kriterien beim Wohnbaugebiet in der Hegelstraße.

Symbolische Spatenstiche: Bauunternehmer Kurt Gansloser, Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle und Christoph Traub von SI Berat
Symbolische Spatenstiche: Bauunternehmer Kurt Gansloser, Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle und Christoph Traub von SI Beratende Ingenieure in Weilheim setzen die ersten Spaten für das neue Baugebiet Hegelstraße an.Foto: Jean-Luc Jacques

Weilheim. Mit den ersten symbolischen Spatenstichen begann in Weilheim die Erschließung des neuen Baugebiets Hegelstraße in der Nähe des Bildungszentrums Wühle. Dort entstehen sechs städtische und vier private Baugrundstücke. „Wir hoffen, dass sich hier vor allem junge Familien ansiedeln“, erklärte Bürgermeister Johannes Züfle. Aus diesem Grund sollen junge Familien oder Paare, die weder ein Haus noch eine Eigentumswohnung besitzen, die ihren Wohnsitz in Weilheim haben und für den Eigenbedarf bauen, künftig bevorzugt berücksichtigt werden. Dafür hat der Gemeinderat am Dienstag eigens die Zuteilungsrichtlinien für die Vergabe von Baugrundstücken ergänzt beziehungsweise neu festgesetzt. „Die bisherigen Kriterien waren seit 2002 unverändert“, stellte Züfle fest. „Es war Zeit für eine Anpassung.“

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Zu den wesentlichen Änderungen gehören neben der höheren Gewichtung der Familienverhältnisse und der Kinderzahl auch der Verzicht auf eine Offenlegung des Bruttofamilieneinkommens. „Das war nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Züfle. Bei der Bewerbung um ein Baugrundstück wird ein Punktesystem angewendet, in dem nun auch eine Schwerbehinderung und Pflegebedürftigkeit des Bewerbers oder eines im Haushalt lebenden Angehörigen mit berücksichtigt werden. Außerdem stellt die Stadt eine Familienförderung bereit, durch die der Grundstückspreis reduziert und jungen Familien das Bauen erleichtert werden soll: So hat die Anzahl der Kinder Einfluss auf die Festlegung des Kaufpreises und kann beispielsweise bei vier Kindern eine maximale Reduzierung von bis zu 70 Euro pro Quadratmeter ausmachen. Dieser Nachlass gilt nachträglich auch für Kinder, die innerhalb von fünf Jahren nach Grundstückserwerb geboren werden. Für das neue Baugebiet Hegelstraße liegt der Grundstückspreis voraussichtlich bei 380 Euro pro Quadratmeter, Bewerbungen werden bereits ab dem 1. November akzeptiert, kündigte Züfle an. Bei den Gemeinderäten stieß der Vorschlag der Stadtverwaltung auf großen Zuspruch. Dr. Hansjörg Egerer (FWV) bezeichnete die Familienförderung als „vernünftige Investition in die Zukunft.“ Rainer Bauer (UWV) hofft, dass der Versuch Früchte tragen wird, und beantragte zusätzlich die Erhöhung des Schwellenalters für „junge“ Ehepartner in der Bewertung von 30 auf 35 Jahre. „Man kann sich auch mit 35 jung fühlen, und 30 scheint mir für Grundstückskäufe zu niedrig angesetzt“, begründete er. Das Gremium stimmte bei drei Gegenstimmen für Egerers Antrag.

Die Einführung der Familienförderung und die Neufassung der Zuteilungsrichtlinien für städtische Wohnbaugrundstücke fand einmütige Zustimmung im Gemeinderat.