Lokales

Baugrund am Fuß der Limburg

Gänsweide II auf den Weg gebracht – Erhalt von Streuobstwiesen als prägendes Element

Bauwillige Weilheimer können Hoffnung schöpfen: In Verlängerung zum bestehenden Wohngebiet Gänsweide I sollen neue Baugrundstücke erschlossen werden. Der Bebauungsplan umfasst ein Gebiet von insgesamt 4,3 Hektar.

Die schraffierte Fläche zwischen Gänsweide I, Bissinger Straße, Kelterstraße und Kampfwiesenweg markiert den Bereich Gänsweide I
Die schraffierte Fläche zwischen Gänsweide I, Bissinger Straße, Kelterstraße und Kampfwiesenweg markiert den Bereich Gänsweide II, für den ein Bebauungsplanentwurf aufgestellt wurde. Innerhalb des markierten Gebiets sollen Obstbaumwiesen als „Puffer“ zum Streuobstgürtel erhalten bleiben.Luftbild: Werner Feirer

Weilheim. Der Markt an städtischen Grundstücken in Weilheim ist leer gefegt. Nach intensiven Bemühungen um eine innerstädtische Verdichtung soll deshalb am Fuß der Limburg wieder neues Bauland ausgewiesen werden.

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Stadtplaner Manfred Mezger, Geschäftsführer des Bad Boller Büros mquadrat, stellte im Gemeinderat die Grundzüge des Entwurfs vor. Das Gebiet wird im Süden durch den Kampfwiesenweg, im Norden von der Bissinger Straße begrenzt. Richtung Limburg bleibt innerhalb des Plangebiets ein Streuobststreifen erhalten. Er soll als großzügiger Puffer zum landschaftsbildprägenden und ökologisch wertvollen Streuobstgürtel oberhalb dienen. „Es müssen noch artenschutzrechtliche Untersuchungen laufen, die sich ins nächste Jahr hineinziehen“, kündigte Mezger an.

Erschlossen wird das neue Baugebiet über die nach Osten verlängerte Limburgstraße. Mittel- oder langfristig ist zudem eine Zufahrt von der Bissinger Straße her vorgesehen. „Von der Gänsweide I gibt es lediglich Fußwege in den neuen Bauabschnitt“, so der Planer. Auch an künftige Schüler wurde gedacht: Sie sollen über einen Weg Richtung Kelterstraße zur nahegelegenen Limburg-Grundschule gelangen und müssen nicht den Gehweg an der stark befahrenen Bissinger Straße benutzen.

Der Entwurf enthält einen Mix verschiedener Haustypen: Während im Mischgebiet am nördlichen Rand und in der Mitte ausschließlich Satteldächer zugelassen sind, sieht der Entwurf auch Areale für Flach- beziehungsweise Pultdächer vor. Direkt im Anschluss an die bestehende Bebauung entlang der Bissinger Straße sollen viergeschossige, bis zu 12,50 Meter hohe Gebäude erstellt werden können. In anderen Teilen können Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Kettenhäuser gebaut werden.

Stadträtin Gerda Schrägle gab zu bedenken, das Neubaugebiet entstehe in einem ökologisch sehr sensiblen Bereich. Sie wollte deshalb wissen, ob festgelegt werden könne, dass dort Gärten begrünt werden müssen, um „Steinwüsten“ auszuschließen. Damit tat sich Mezger etwas schwer: „Die Frage ist, was man sonst noch alles festlegen will.“ Der Trend gehe dahin, Dinge in Bebauungsplänen etwas liberaler zu sehen. Damit ermögliche man, Ideen zu verwirklichen, die es früher vielleicht nicht gab. Deshalb würden auch Dachaufbauten oder die Farbgebung von Häusern nicht mehr so streng geregelt. Auf Nachhaken von Rainer Bauer sagte der Planer: „Ich kann Ihnen keine Garantie geben, dass nachher nicht jemand kommt, der ganz andere Vorstellungen hat, aber dann muss sich der Gemeinderat überlegen, wie er mit so etwas umgeht.“

Dr. Hans-Jörg Egerer lobte insbesondere den geplanten Anger. Als Herzstück des Gebiets entlang der Limburgstraße soll er in Form eines Baumdachs begrünt werden und Kinder zum Spiel im Freien animieren. Zudem interessierte er sich für die Stellplatzsituation. Bei einer Fahrbahnbreite von 5,85 Metern inklusive einer 30 Zentimeter breiten Randeinfassung sei es problemlos möglich, Autos am Straßenrand abzustellen, so der Planer.

„Der Entwurf ist unsere Wunschvorstellung“, sagte Bürgermeister Züfle. „Ob er sich so realisieren lässt, wird sich zeigen.“ Einstimmig fasste das Gremium den Planaufstellungsbeschluss. In einem nächsten Schritt gibt es für Interessierte im Sitzungssaal des Rathauses eine Infoveranstaltung, in der Manfred Mezger die Planung noch einmal detailliert erläutert. Der genaue Termin dafür steht jedoch noch nicht fest.

Auf telefonische Nachfrage skizzierte der Leiter des Bauverwaltungsamts, Reiner Völlm, gestern den zeitlichen Horizont: Abgesehen von drei Flächen, die in privatem Besitz bleiben, könne die Stadt sämtliche Grundstücke aufkaufen. „Allerdings gehören uns noch nicht alle Erschließungsflächen“, so Völlm. Mit den ersten Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange rechnet er bis Ende des Jahres. Der Verkauf der Grundstücke an Bauwillige wird seiner Einschätzung nach nicht vor 2016 vonstatten gehen.