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Baupläne sorgen für Spekulationen

2003 hat die Hugo Boss AG das 8000 Quadratmeter große Lager der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) in Wendlingen für eigene Lagerzwecke übernommen. Parallel dazu wurde von der EnBW ein Neubau realisiert, der noch einmal die gleiche Fläche für das Kommissionierzentrum der Hugo Boss AG bereitstellte. Seit Sommer wird nun an weiteren Ausbauplänen gearbeitet.

CHRISTA ANSEL

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WENDLINGEN Die im Besitz der EnBW befindliche Freifläche zwischen der jetzigen Bebauung entlang der Ötlinger Straße im Stadtteil Bodelshofen und dem EnBW-Komplex soll überbaut werden. Die Beteiligten halten mit Informationen allerdings noch hinterm Berg. Die Rede ist aber davon, dass die Bauhöhe in einem Teilbereich bis zu 20 Meter erreichen wird. Diese Freifläche ist bisher lediglich im Flächennutzungsplan ausgewiesen und zwar als Versorgungsfläche des Energiekonzerns, also als eingeschränktes Gewerbegebiet. Einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt es für die Fläche noch nicht. In den angrenzenden Bebauungsplänen entlang der Ötlinger Straße und auf dem jetzigen EnBW-Gelände darf laut Bebauungsplan bis zu elf Meter hoch gebaut werden.

Betroffen von den Neubauplänen sind nach Auskunft von Bürgermeister Ziegler insgesamt drei Bebauungspläne, die allerdings geändert werden müssten, wenn die EnBW-Pläne realisiert werden sollen. Auskunft über das Ausmaß und die Gestaltung der Bauvorhaben der Energieversorgung Baden-Württemberg verweigerte Bürgermeister Ziegler auf Anfrage. Mit den Beteiligten sei vorerst Stillschweigen vereinbart worden. Zumindest für die Zeit, bis der Wendlinger Gemeinderat vom Ausmaß und der Gestaltung des geplanten Projektes informiert ist und darüber beraten hat. Dies soll in der nicht öffentlichen Sitzung am morgigen Dienstag geschehen.

Ulrich Schröder, Pressesprecher der EnBW, spricht von Überlegungen des Energieversorgers, am Standort Wendlingen zu erweitern: Die Pläne liegen aber derzeit auf Eis. Und weiter: "Wir sind im Gespräch mit der Stadt Wendlingen." Angaben zur Dimension des Projektes, über die in der Stadt längst spekuliert wird, mochte Ulrich Schröder genauso wenig machen wie etwa solche zum angedachten Zeitfenster.

Dr. Hjördis Kettenbach, bei der Hugo Boss AG zuständig für Kommunikation, bestätigt die Absicht des Unternehmens, die Lagerkapazität in Wendlingen angesichts des dynamischen Wachstums erneut erweitern zu wollen. Derzeit würden verschiedene Varianten diskutiert und intern geprüft. Eine Verdoppelung der vorhandenen Fläche sei zwingend erforderlich. Die Bauhöhe wolle das Unternehmen bis Mitte nächster Woche festlegen. Geplant sei ein weiteres Lager für die Produkte Schuhe und Accessoires. Hjördis Kettenbach spricht von relativ großen Erweiterungsplänen, von einer sehr großen Grundstücksfläche und damit verknüpften hohen Auflagen bei der Realisierung. Bekannt wurde, dass in einem Teilbereich des Neubauprojekts eine Bauhöhe von 18 bis 20 Meter erreicht werden könnte.

Bürgermeister Ziegler will die Sitzung des Gemeinderates abwarten und dann eventuell weitergehende Informationen zu den Plänen der EnBW und der Hugo Boss AG mitteilen.