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"Beängstigende" Serie

Euphorie an der Jesinger Allee: Nach vier Siegen in Folge fragen sich die Kirchheimer Fans: Hat der VfL Kirchheim das Zeug für den Aufstieg in die Fußball-Oberliga?

KLAUS-DIETER LEIB

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KIRCHHEIM Trainer Michael Rentschler gab auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Schwieberdingen keine eindeutige Antwort: "Wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln und dann schauen, was dabei herauskommt." Gemessen an der Leistung gegen den TSV Schwieberdingen, dürften die Teckstädter sicherlich zu den Mannschaften zählen, die am Ende der Saison ganz weit oben stehen. Von der finanziellen Seite gibt es keine Probleme zumindest äußerte sich Abteilungsleiter Dr. Jörg Mosolf in dieser Hinsicht positiv: "Die Vergangenheit belastet uns nicht mehr."

Zunächst einmal gilt es aber, die Spitzenposition zu verteidigen. "Wir haben noch nichts erreicht, die Saison ist noch lang", sagte Norbert Krumm, der sportliche Leiter. Die nächsten Begegnungen werden zeigen, wohin der Weg der Mannschaft führen wird. "Die leichten Spiele sind jetzt vorbei", meinte der Kirchheimer Übungsleiter im Hinblick auf das Restprogramm (FV Illertissen, SV Fellbach, SV Baustetten, FC Gärtringen) in diesem Jahr zumal die "Blauen" von nun an die Favoritenrolle innehaben.

In dieser Rolle befindet sich der TSV Schwieberdingen schon seit Beginn der Runde, was Trainer Gianni Coveli nicht besonders stört: "Ich empfinde es als positiven Druck, mit dem die Mannschaft umzugehen versteht." Auch in Kirchheim hatten sich die Gäste viel vorgenommen, aber am Ende gab es eine verdiente 0:2-Niederlage laut Coveli zurückzuführen auf die Abschlussschwäche seiner Elf.

Ärger gab es auf Kirchheimer Seite trotz des Sieges und der Tabellenführung dann trotzdem: Die katastrophalen Platzverhältnisse im Stadion hatten es Michael Rentschler angetan: "Ich kann nicht verstehen, wie man einen Platz in zwei Wochen so verschandeln kann." Große Freude herrschte hingegen bei Michael Kutscher nicht nur wegen des Sieges: "Ich habe erst kurz vor dem Spiel erfahren, dass ich spielen werde und konnte es kaum glauben." Unglaublich auch das Durchhaltevermögen des Kirchheimer Kapitäns: Obwohl er nicht 100 Prozent fit ist, quält sich Mario Grimm seit Wochen von Spiel zu Spiel: "Ich beiße mich bis zur Winterpause durch." Mit Torsten Raspe, Andreas Mayer, Guido Fuchs und Pavel Ferenz musste der VfL-Coach gleich auf vier wichtige Spieler verzichten, dennoch zeigte der VfL Kirchheim eine glänzende Vorstellung, was Grimm so erklärte: "Heute haben wir gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind." Nach dem Spiel gab es eine weitere Hiobsbotschaft für die Kirchheimer. Bei Archontis Siopidis besteht Verdacht auf einen Innenbandabriss im Knie. Die genaue Diagnose gibt es heute bei einer Kernspinthomografie.

Die Heimbilanz des VfL sucht inzwischen ihresgleichen: 0:0, 2:0, 1:0, 0:0, 2:0, 2:0 so die Ergebnisse auf eigenem Platze. "Das ist schon etwas beängstigend", meinte VfL-Torwart Patrick Gühring, der damit seit nunmehr 540 Spielminuten an der Jesinger Allee ohne Gegentor ist.