Lokales

Bei der Post beginnt eine neue Ära

Im Westen der Kirchheimer Innenstadt tut sich eine ganze Menge. Jetzt beginnt auch für die Post eine neue Ära. Diesmal aber nicht in organisatorischer Hinsicht. Das Gelände hat einen Käufer gefunden. Er hat schon konkrete Pläne und stößt damit durchaus auf Gegenliebe bei Kirchheims Stadträten.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Das Plazet der Stadträte ist wichtig, denn für den Bereich "Südlicher Postplatz" ist eine Bebauungsplanänderung erforderlich. Während die Postflächen früher als "Gemeinbedarf" galten, fallen Telekom und Post heute unter die Rubrik sonstige gewerbliche Betriebe. Etliche Arbeitsschritte, die einst im Postgebäude abgewickelt wurden, sind längst verlagert.

Planungsamtsleiter Dr. Hermann-Lambert Oediger skizzierte in der Gemeinderatssitzung die Planungen. Dass das denkmalgeschützte Postgebäude herausgeputzt wird und die Post weiter Mieter bleibt, versteht sich von selbst. Daran Richtung Kolbstraße anschließend, also auf der ehemaligen Gleistrasse, ist ein dreigeschossiger Neubau vorgesehen mit Läden und Wohnungen. Der entlang der Lauter verlaufende Bau wird ebenfalls abgebrochen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt. Die Neugestaltung der Lauter soll das offene Gewässer in den Mittelpunkt rücken. Unter der Post könnte eine Tiefgarage mit 36 Stellplätzen entstehen, vom Postplatz her erreichbar.

Im Großen und Ganzen wurden die bevorstehenden Änderungen am Postplatz begrüßt. Peter Bodo Schöllkopf (SPD) sprach von "gelungener Innenverdichtung". Reinhold Ambacher (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, den gesamten Postplatz baldmöglichst "aufzupeppen" und urteilte: "Das denkmalgeschützte Postgebäude kann ein Schmuckstück werden." Er warnte davor, die bestehende Trafostation gemäß der aktuellen Planung in die Tiefgarage zu versetzen, da sie dort möglicherweise überschwemmt würde.

Sabine Bur am Orde-Käß (Grüne Alternative) sah die Chance, den Umbau der Max-Eyth-Straße gleich parallel weiterzubetreiben. Ihr Antrag, die entlang der Lauter geplanten Gebäude deutlich vom Gewässer abzusetzen, fand rundum Befürworter. Birgit Müller (Frauenliste) regte an, wegen der Größenverhältnisse vorab ein Modell anfertigen zu lassen. Helmut Kapp (CDU) bewertete die Planung ebenfalls positiv und schlug vor, die ehemalige Wasserkraftnutzung von der Brücke in der Max-Eyth-Straße aus nachvollziehbar zu machen. Mit Beifall bedacht wurde die Idee, ein Wasserrad könnte sich dort eines Tages wieder munter drehen und den Stadtwerken zur Stromgewinnung dienen.

Bei vier Enthaltungen stimmten die Räte einer Bebauungsplanänderung zu. Die Gestaltung der Lauter soll im Januar ausführlich vorgestellt werden. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bestätigte, dass die Lauter nicht nur erlebbar gemacht werden solle, sondern auch an ein Aufgreifen der Historie gedacht werde. Dr. Oediger griff noch Bedenken bezüglich der Höhe der geplanten Gebäude auf. Dreigeschossigkeit präge das gesamte Stadtbild rundum, somit ergebe sich ein geschlossener Gesamteindruck.