Lokales

Bei Sandkasten, Schaukel und Rutsche selbst angepackt

"Hilf mir, es selbst zu tun": Unter diesem Motto stand am Samstag die Wiedereröffnung des Spielplatzes in der Kirchheimer Lindachallee. Um die verfallene Anlage wieder auf Vordermann zu bringen, hatten engagierte Bürger des Netzwerks "Klosterviertel" in den vergangenen Monaten kräftig selbst angepackt.

BIANCA LÜTZ

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KIRCHHEIM "Mit der Renovierung des Spielplatzes haben wir mehrere Dinge erreicht", verkündete bei der Eröffnungsfeier Klaus Ambaum, der im Moment stellvertretend für seine erkrankte Frau die Gruppe "Struktur" in dem sozialen Netzwerk "Klosterviertel Lebensraum von 0 bis 100" leitet. Durch das gemeinsame Planen, Bauen und Schuften am Spielplatz hat sich Ambaum zufolge eine intensive nachbarschaftliche Kooperation etabliert. Darüber hinaus sei auch "ein Ausgangspunkt für die weitere Zusammenarbeit" geschaffen worden. Nicht zuletzt erweckten die Klosterviertler mit dem neu gestalteten Spielplatz eine Kommunikationsplattform für Erwachsene und ganz besonders natürlich für Kinder wieder zum Leben.

Damit der Spielplatz Klosterwiese tatsächlich ganz nach dem Geschmack der jüngsten Bürger gerät, hatten die Mitglieder der Projektgruppe "Struktur" bereits im vergangenen Sommer Eltern und Kinder auf ihre Wünsche hin befragt. Die Anliegen von Jung und Alt spiegeln sich jetzt in der sanierten Anlage wieder: Eine Seil-Brücke lädt zum Balancieren ein, Rutsche, Spielhaus und Sandkasten sorgen für genügend Abwechslung. Damit auch die ganz Kleinen von der Schaukel profitieren können, wurde ein Kleinkindersitz installiert. Mit viel Schweiß und Muskelkraft schütteten die fleißigen Bewohner des Klosterviertels zudem sauberen Sand auf und verteilten Rindenmulch unter den Geräten. Um gute Einsehbarkeit und Helligkeit zu gewährleisten, stutzten sie sämtliche Hecken und Büsche. "Die Helfer haben sich mit Herzblut und Tatkraft eingesetzt", lobte Klaus Ambaum alle engagierten Freiwilligen. Gemeinsam haben die aktiven Bürger in den vergangenen Monaten etwa 90 Arbeitsstunden in das Projekt Spielplatz gesteckt. Andere Bewohner des Klosterviertels brachten sich mit Spenden ein, eine Fachfirma half beim Aufbau der Spielgeräte.

Dass sie das von ihnen gewählte Motto der Reformpädagogin Maria Montessori, "es selbst zu tun", ernst nehmen, haben die Klosterviertler mit ihrer Eigeninitiative eindringlich bewiesen. Zum Gelingen des Projekts beigetragen hat aber auch die unerlässliche Hilfe zur Selbsthilfe von der Stadt Kirchheim, einst Initiatorin des Netzwerks "Klosterviertel". Sämtliche Planungen für den Spielplatz stimmten die Bürger eng mit dem Grünflächen- und dem Tiefbauamt ab. Die Stadt stellte zudem die Materialien bereit und übernahm all die Maßnahmen, die die Bürger selbst nicht leisten konnten. "Es ist sehr gut zusammengearbeitet worden", lobte die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker in ihrer Rede zur Eröffnung der Anlage. Angesichts des gut funktionierenden bürgerschaftlichen Engagements im Klosterviertel äußerte sie die "Hoffnung, dass das auch hinauswirkt in andere Stadtteile".

Mit der Einweihung des Spielplatzes in der Lindachallee habe das Netzwerks "Klosterviertel" einen "wichtigen Meilenstein errungen", so Klaus Ambaum. Zu Ende ist das Engagement der Bürger jedoch längst nicht: "Die Anwohner werden die Pflege des Spielplatzes übernehmen", informierte Angelika Matt-Heidecker und überreichte Klaus Ambaum die Schlüssel zu den neuerdings kunterbunt lackierten Eingangstoren des Spielplatzes.