Lokales

Beifall für junge Künstler

Viel Applaus erntete der Zither- und Akkordeonverein bei seinem Jahreskonzert in der Kirchheimer Stadthalle, bei dem erstmals auch der Nachwuchs präsentiert wurde.

KIRCHHEIM Der Vorhang öffnete sich für elf Nachwuchstalente mit Melodika und Akkordeon und ihre Ausbilderinnen Inge Ungerer und Ramona Merk. Die acht Melodikakinder zeigten, dass bereits Sechsjährige zweistimmig musizieren können, und begleitet von Akkordeon und Klanghölzern spielten sie fehlerfrei. Die drei Akkordeonschüler, die erst seit Ostern von Melodika auf Akkordeon umgestiegen sind, konnten ihre Nervosität kaum bezwingen, wurden für ihre dargebrachte Leistung jedoch ebenfalls mit brandendem Applaus belohnt.

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Anschließend begrüßte die Zithergruppe unter der Leitung des Ehrenvorsitzenden Fritz Rueß das Publikum mit zwei Ländlern im Dreivierteltakt. In Dur und Moll ging es mit dem Marsch "Gruß an Salzburg" von G. Kratzer weiter, der zwischen 4/4- und 2/2-Takt wechselte. Höhepunkt des Auftritts war jedoch der von Fritz Rueß selbst komponierte "Zitherwalzer", der sich nach einer bedeutungsschweren Einleitung abwechslungsreich gestaltete. Mit dem Marsch "Mit festem Schritt" verabschiedete sich die Gruppe, die jedoch nicht ohne eine Zugabe die Bühne verlassen durfte.

Dann öffnete sich der Vorhang für das Akkordeonorchester und den Dirigenten Herbert Kielnecker. Mit der Ouvertüre "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé stellte sich ihnen gleich zu Beginn die größte Herausforderung dar. Mit einem langsamen Pianissimo beginnend, steigerte das Stück sich in Tempo und Lautstärke, und über rasante Läufe und diverse Soli mündete es schließlich im stimmgewaltigen Schluss. Etwas weniger anspruchsvoll, doch ebenso konzertant gestaltete sich die anschließende Walzerfolge, von Johann Strauß mutig mit "Wein, Weib und Gesang" betitelt.

Nach der Pause setzte das Akkordeonorchester sein Programm mit U-Musik der Neuzeit fort. Im "Krimi-Puzzle" erkannten die Zuhörer diverse bekannte Melodien wieder, so die Miss-Marple- und Derrick-Melodie, und als im "Kriminaltango" ein gellender Schrei und Schuss ertönte, ging ein Lachen durch den Saal. Es folgten fetzige ABBA-Titel. Ebenso poppig und mitreißend ging es mit "Eloise" von Barry Ryan weiter und ließ die Stimmung der wilden 60er wieder aufleben. Mit "Chappells Melodien-Cocktail No. 2" war eine Folge bekannter Evergreens wie betitelt, und der Wunsch nach einer Zugabe blieb mit den "Alte Kameraden" nicht unerfüllt.

Als der Vorhang sich wieder öffnete, war dem Harmonika-"Club 66" seine Überraschung gelungen: Vier junge Nachwuchs-Handharmonikaspieler präsentierten sich mit ihrem Leiter Wolfgang Haller, womit die Gruppe die Anzahl ihrer Spieler verdoppelt hatte. Mit "Das alte Haus von Rocky Docky" bewiesen die Nachwüchsler ihr Talent. Rhythmisch anspruchsvoll war die Pop-Ballade "The House of the Rising Sun", die die Spieler perfekt meisterten. Nun gesellten sich die drei übrigen Mitglieder zu den Spielern, und zu acht ließen sie beim "Paul ond seim Gaul" Stimmung aufkommen. Die Stammmusiker setzten nun zu viert das Programm mit "Gruß aus dem Schwarzwald" fort. Mit Melodien von Slavko Avsenik ging es weiter. Als zum Abschiedslied "Wir wollen niemals auseinandergeh'n" alle Gäste mitsangen, kam eine feierliche Atmosphäre auf.

sr