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Beim Beleuchtungskonzeptwurde eine Chance ...

Beim Beleuchtungskonzeptwurde eine Chance vertan

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Nun stehen die vier Lampen, die für das neue Beleuchtungskonzept in der Kirchheimer Innenstadt zur Auswahl standen, schon seit vielen Wochen in der Fußgängerzone. Die Entscheidung ist mittlerweile am 15. Juni gefallen, die umstrittenen Lampen und die damit verbundenen Stolperstellen stehen immer noch. Und immer noch mag sich mancher Kirchheimer, der vielleicht nicht regelmäßig Zeitung liest fragen "was sollen die da?"

In einem Gespräch vor sieben Wochen räumte die Oberbürgermeisterin ein, dass die Bevölkerung das Beleuchtungskonzept nicht kenne beziehungsweise verstehe. Was hätte also näher gelegen, als entsprechende Informationen an den Lampen beziehungsweise in deren Nähe anzubringen? So hätte man den Bürgern ohne viel Aufwand vermitteln können, was man da mit ihrem Geld immerhin eine knappe halbe Million Euro anzustellen gedenkt. Im gleichen Gespräch versprach die Oberbürgermeisterin auch, entsprechende Informationen über das Beleuchtungskonzept auf der Homepage der Stadt bereit zu stellen. Leider ist davon bis heute nichts zu sehen.

Umfassende, zeitnahe und greifbare Bürgerinformation kann man besser machen, denn gerade in Zeiten knapper Kassen wollen die Menschen erst recht wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Auch wenn Verwaltung und Gemeinderat vielleicht das Richtige entschieden haben, in der Kommunikation zu den Bürgern hat man Chancen vertan. Schade.

Thomas Auerbach

Jesingen, Theodor-Körner-Straße

Wer bezahlt für denLebensunterhalt?

Der Präsident der Handelskammer schlägt vor, die Ausbildungsvergütung für das erste Jahr von derzeit etwa 800 Euro im Monat auf 270 Euro zu senken. Dadurch würden viele neue Ausbildungsplätze geschaffen, sagt er. Viele unserer Auszubildenden haben einen Realschul- oder Fachschulabschluß oder das Abitur. Mit Eintritt in die Ausbildung sind sie bereits 18 Jahre alt oder älter. Dementsprechend teuer ist ihr Lebensunterhalt für ihre Eltern.

Unsere Wirtschaft verlangt auch von den Auszubildenden Flexibilität und Mobilität. Eine Stelle, die 50 Kilometer vom Wohnort entfernt liegt, ist durchaus zumutbar. Es wird vorausgesetzt, dass jeder mit 18 Jahren den Führerschein und ein Auto besitzt. Ansonsten können sich die Auszubildenden ja am Arbeitsort ein Zimmer nehmen. In Stuttgart kommt ein 20 Quadratmeter großes Zimmer in einer Wohngemeinschaft auf 240 Euro. Ob die Auszubildenden nun zu Hause wohnen bleiben oder nicht, mit 270 Euro im Monat lässt es sich in Deutschland nicht leben. Das macht aber nichts, zu was gibt es ja Eltern und Großeltern? Sollen die doch das Auto, die Klamotten, das Essen und Trinken, den Friseur oder das Zimmer bezahlen.

Die nächste gute Idee liegt schon in der Schublade. Um mehr Stellen für Berufsanfänger nach Abschluß der Ausbildung zu schaffen, könnte das Gehalt für die ersten drei Jahre auf 500 Euro gesenkt werden. Eltern sind schließlich dazu da, die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren und wenn die danach nicht übernommen werden, bilden sie mit den Eltern einen Bedarfsgemeinschaft. Das sind doch tolle Anreize, Kinder zu bekommen oder etwa nicht? Oder ist es das Ziel, die Zahl der Geburten soweit zu senken, dass sich das Problem der fehlenden Ausbildungsplätzen mangels Masse von selbst löst?

Andreas Kenner

Kirchheim, Klosterstraße

Nicht voraussehbar?

Zum Artikel "Zähneknirschende Zustimmung im Ratsrund", im Teckboten vom 3. August:

In einer Zeit, wo man den Kindergarteneltern Kostenerhöhungen zumutet und zum Teil geradezu groteske "Sparmaßnahmen" startet, um 10-Euro-weise das Geld zusammenzukratzen, sind wieder einmal aus Unfähigkeit und Unverstand 310 000 Euro alias 620 000 DM in den Sand gesetzt worden und alle, alle waschen die Hände in Unschuld. Dabei sollte man ein Strafverfahren wegen Verschleuderung von Steuergeldern einleiten, denn die Pleite war eigentlich sogar für Laien voraussehbar.

Wer nämlich den heutigen Stadtplan oder noch besser den alten vom Stadtbrand ansieht, der erkennt, dass sich diese Kanaldurchpressung im Bereich der Wälle der Landesfestung Kirchheim abspielte, also in völlig unhomogenem Gelände, in dem mit allen nur möglichen Überraschungen einschließlich massiver Quermauern von Gebäuden gerechnet werden musste, die beim Bau der Landesfestung abgebrochen wurden, ganz abgesehen davon, dass ja zur Aufschüttung des Walles mit allen möglichen Materialien gerechnet werden musste, einschließlich größerer Felsblöcke. Es war also mit allem zu rechnen, nur nicht mit einer homogenen Schotterterrasse.

Deshalb sollte der unfähige Geologe, der die Durchpressung empfohlen hat, wegen gröbster fachlicher Fehler in Regress genommen werden.

Thilo Dinkel

Kirchheim, In der Warth

Gänsehaut

Zum Artikel "Schwäbisch für Besserwisser", im Teckboten vom 3. August:Ich lese gerne den Teckboten und erfahre darin Gutes und Böses, Erfreuliches und Schreckliches. Was mir aber eine Gänsehaut gibt, ist der Artikel über das lange Wort "Himmelherrgottshuresakrament".

Mich freut, dass ich dieses Wort so noch nie gehört habe. Haben die friedlichen Schwaben vergessen, was über das Fluchen in der Bibel gesagt wird? Vielleicht erleichtert ein Kraftausdruck in mancher Situation den Menschen, aber ist es ihnen hinterher leichter.

Wir als Christen sollten in ernster und liebender Weise unseren Mitmenschen klar machen, was am Ende dabei raus kommt, vielleicht sind sie uns irgendwann sogar dankbar dafür.

Marianne Sigel

Dettingen, Kirchheimer Straße

Vom Regen in die Traufe

Zum Artikel "Kein Platz für Illusionen", im Teckboten vom 1. August:

"Die Renten sind sicher," so tönte es einst aus dem Munde von Norbert Blüm. Zur selben Zeit begann der große Raubzug auf unsere Renten und Sozialkassen, die Veruntreuung und Plünderung dieser von jedem Arbeitnehmer eingezahlten Beiträge, zur Absicherung seines wohlverdienten Ruhestandes.

Der ehemalige Bundeskanzler Kohl ließ sich huldigen und ehren als Kanzler der Wiedervereinigung und der Rückführung der Russlanddeutschen eben auf Kosten und mit der Belastung von anvertrautem Volkseigentum der Rentenkasse.

Unser Land wurde von einer Flutwelle heimgesucht von Menschen, die noch nie einen Cent in unsere maroden Sozialkassen einbezahlt haben aber mit weit geöffneten Händen empfangen möchten. Wer vor dieser Realität die Augen verschließt und dieser Flutströmung nicht Einhalt gebietet, wird nicht fähig sein, jene blühenden Landschaften, die Kohl einmal anführte, in der Gesamtheit eines Staates auch in Politik und Wirtschaft zum Wohle des Volkes zu schaffen.

CDU & CSU wurden 1998 abgewählt, auch 2002 erkannten die Bürger, was bei einer Regierungsübernahme dieser Parteien auf das Volk zukommt betrachtet man aber das nun neue Wahlprogramm dieser Gruppierung, so gibt es nur einen Satz "Vom Regen in die Traufe." Erhöhung der Mehrwertsteuer, Besteuerung von Zulagen bei Schicht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen sowie Pendlerpauschale und der schon anstehenden Kürzung der Renten.

Die SPD und Gerhard Schröder haben 1998 ein schweres Erbe angesichts der völligen Verrottung des Landes angetreten. Um dies alles wieder ins richtige Lot und ins Gleichgewicht zu bringen, bedarf es einer längeren Phase der Reparatur. Jeder, der sich in die Verantwortung für ein Volk begibt, sollte sich eines Satzes aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnern: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

Volker Lechner

Kirchheim, Bosslerstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.