Lokales

Beim bundesweiten "Fahrradklimatest" im vorderen Drittel

Mit einem achtbaren Ergebnis für Kirchheim endete der dritte bundesweit durchgeführte Fahrradklimatest. Unter 93 Städten seiner Größenklasse landete Kirchheim mit der Gesamtnote 3,03 immerhin auf Rang 22.

KIRCHHEIM Die Gewinner des Fahrradklimatests 2005 stehen fest: die fahrradfreundlichste Großstadt ist Münster. Mit einer Durchschnittsnote von 2,05 ist die Stadt auch knapper Gesamtsieger. In der Gruppe bis 200000 Einwohner geht der erste Preis an Erlangen, und bei den Städten bis 100000 siegt Bocholt mit der Note 2,10. Unter den 17 Städten seiner Größenklasse aus Baden-Württemberg belegte Kirchheim einen guten vierten Platz. Innerhalb der Region Stuttgart landete es sogar zusammen mit Bietigheim-Bissingen ganz vorne vor Nürtingen, Filderstadt, Ostfildern, Leinfelden-Echterdingen und Göppingen (Note 3,75).

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In einer deutschlandweiten Umfrage hatten der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ermittelt, wie fahrradfreundlich Deutschlands Städte sind. Insgesamt wurden 22 Kriterien abgefragt, die per Schulnotensystem von eins bis sechs gewichtet werden konnten.

Die Fragen bezogen sich auf das Fahrrad- und Verkehrsklima, die Sicherheit und den Komfort des Radfahrens sowie auf den Stellenwert des Radelns in der Gemeinde und die Qualität der Radverkehrsinfrastruktur. Zum ersten Mal war auch die Anzahl der abgegebenen Stimmen aus Kirchheim für die Teilnahme an der Wertung ausreichend. Gelingen konnte das vor allem, weil die Mitglieder der Initiative FahrRad bei ihrer Fahrradzählaktion im Juni kräftig für eine Teilnahme an der Umfrage geworben hatten.

"Viel aufschlussreicher als die Gesamtnote sind die Ergebnisse in den einzelnen Kategorien", betont Dieter Hutt, Sprecher der Initiative FahrRad. So habe wohl die intensive Öffentlichkeitsarbeit seitens der Aktiven der Lokalen Agenda, insbesondere die Imagekampagne FahrRad im vergangenen Jahr deutlich nachgewirkt. In der Kategorie "Bei uns wird viel für das Radfahren geworben" erreichte Kirchheim einen 11. Platz unter 93 Städten.

Genauso gut platzierte sich die Stadt bei der Frage, ob die Gemeinde in jüngster Zeit besonders viel für den Radverkehr getan habe. Die Aktiven der Lokalen Agenda werten dies auch als ein positives Signal für die Verkehrsplaner der Stadt. Siegfried Hauff führt dies auch auf die Markierungsmaßnahmen zurück: "Neue Radfahrstreifen und Schutzstreifen werden deutlich wahrgenommen und erhöhen das Sicherheitsgefühl." Auch bei der "Reinigung der Radwege" kommt Kirchheim ganz gut weg. Schließlich kann das Tiefbauamt seit Einführung des Scherbentelefons schneller auf Verschmutzungen reagieren.

Die schlechteste Bewertung Rang 67 erhielt Kirchheim in Sachen Fahrraddiebstahl. "Dieses Dauerärgernis wurde im Sommer also nach der Umfrage leider wieder allzu oft bestätigt", stellt Dieter Hutt dazu fest. Die "Initiative FahrRad" will deshalb im Kontakt mit Polizei und der Stadt über mögliche Gegenmaßnahmen nachdenken. Auch in der Kategorie "geöffnete Einbahnstraßen" verteilten die befragten Radler nur mäßige Noten. Nach Einschätzung von Siegfried Hauff liegt das vor allem an der Unteren Max-Eyth-Straße, die von vielen als deutliche Barriere wahrgenommen wird. Lösungen seien hier bereits vielfach diskutiert worden, aber vorläufig noch nicht realisierbar.

Die schlechte Bewertung der "Radwegeführung an Baustellen" bereitet den Aktiven der Lokalen Agenda dagegen weniger Kopfzerbrechen. Sie vermuten, dass die vorübergehende Häufung der Baustellen auch bei den Radlern deutlich Eindruck hinterlassen hat. Siegfried Hauff und Dieter Hutt sind sich einig: "Beim nächsten Fahrradklimatest müsste da eine deutlich bessere Note drin sein."