Lokales

Beim Salz trennen sich die Wege

Ohmden kooperiert künftig mit Zell – Holzmaden will Silo übernehmen

Eigentlich hatten Holzmaden und Ohmden geplant, sich gemeinsam ein neues Salzsilo anzuschaffen. Überraschend hat sich Ohmden nun aber einen anderen Partner für die Streusalzbeschaffung und -lagerung gesucht – was für Enttäuschung in Holzmaden sorgte.

Vermutlich bald ganz im Besitz der Urweltgemeinde: Das Salzsilo beim Holzmadener Schützenhaus.Foto: Jean-Luc Jacques
Vermutlich bald ganz im Besitz der Urweltgemeinde: Das Salzsilo beim Holzmadener Schützenhaus.Foto: Jean-Luc Jacques

Holzmaden. Zehn Jahre ist es her, dass sich Holzmaden und Ohmden ein gemeinsames Streusalzsilo für den Winterdienst angeschafft haben. In den vergangenen Jahren krist

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allisierte sich jedoch heraus, dass der Behälter für zwei Orte zu klein ist. Vergangenes Jahr fassten die beiden Gemeinden den Beschluss, sich ein weiteres gemeinsames Silo anzuschaffen. Aufgrund der erheblichen Investitionssumme von 30 000 Euro wurde die Anschaffung jedoch noch einmal auf Eis gelegt.

Jetzt hat sich das Problem für Holzmaden sozusagen von alleine erledigt. Bürgermeister Jürgen Riehle gab in jüngster Gemeinderatssitzung offiziell bekannt, dass Ohmden beim Winterdienst künftig nicht mehr mit Holzmaden, sondern mit der Gemeinde Zell unter Aichelberg kooperiere. Das bisherige Gemeinschaftssilo könne Holzmaden für gut 4 000 Euro von Ohmden übernehmen. Die Kapazität reiche dann voraussichtlich für den ganzen Winter aus.

Vom unerwarteten Ausscheren Ohmdens aus der Kooperation zeigte sich der Holzmadener Gemeinderat enttäuscht. „Schade, dass Ohmden uns nicht vorher informiert hat“, bedauerte Heike Schwarz von der Freien Wähler

vereinigung (FWV). „Für uns kam der Ausstieg aus der Kooperation überraschend“, bestätigte Bürgermeister Jürgen Riehle und betonte: „Wir haben zehn Jahre lang gut mit Ohmden bei der Salzbeschaffung und -lagerung zusammengearbeitet.“ Hintergrund des „Partnerwechsels“ sei wohl die Verbindung eines Ohmdener Gemeinderatsmitglieds zum Zeller Bauhof.

Dass Holzmaden nun profitiert, weil es nicht 15 000 Euro in ein neues Silo investieren, sondern nur gut 4 000 Euro für den alten Behälter an Ohmden zahlen muss, glaubt er nicht. „Das kann man nicht vergleichen“, so Riehle. Immerhin sei das Gemeinschaftssilo schon zehn Jahre alt: „Auch wenn wir das nicht hoffen – es kann morgen kaputtgehen.“

Den Wertverfall des Salzbehälters sprach Michael Thiehoff von der Holzmadener Bürgerliste an. Er kritisierte die von der Weilheimer Kämmerei vorgeschlagene Wertermittlung, bei der der Restwert durch Abzug der abgelaufenen Abschreibungen vom Neupreis ermittelt wurde. Auch sein Fraktionskollege Jörg Molter sprach sich gegen diese Berechungsweise aus und schlug als Alternative die sogenannte degressive Abschreibungsmethode vor, die der Wertminderung Rechnung trägt. Christian Oberle (HBL) begrüßte diesen Vorschlag und machte seinem Ärger über das Verhalten der Nachbarn Luft: „Man muss den Ohmdenern ja nicht noch etwas in die Tasche reinschieben, nachdem sie sich andere Partner gesucht haben.“