Lokales

Beispielhafter Pädagoge

KIRCHHEIM Das Schlossgymnasium trauert um seinen ehemaligen Lehrer und Schulleiter, Studiendirektor i. R. Rudolf Hemmann, der im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Rudolf Hemmann wurde 1911 in Nordhausen am Harz geboren. An den Universitäten Göttingen, Innsbruck und Jena studierte er die Fächer Geographie, Geschichte und Sport. Schon 1940 bei Dienstantritt wurde er in die Wehrmacht eingezogen und kehrte im Juni 1945 als Kriegsbeschädigter in die Heimat zurück.

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Die Bedingungen im Staatsdienst in der DDR veranlassten ihn dazu, 1955 in die Bundesrepublik zu flüchten, wo er am Gymnasium Kirchheim tätig wurde. Im Jahr 1967, nach der Teilung der Schule, hat er das Schlossgymnasium kommissarisch geleitet und wurde anschließend zum ständigen Vertreter des Schulleiters ernannt. In den 21 Jahren seines Dienstes in Kirchheim hat er sich auf verschiedenen Gebieten über das gewöhnliche Maß hinaus betätigt und für manche Einrichtung und gute Sache rückhaltlos eingesetzt.

Den Schulsport hat Rudolf Hemmann gefördert und befruchtet, in Wort und Tat ist er für den Bau des Hallenbads eingetreten und hat bei vielen großen Sportveranstaltungen in der Stadt tatkräftig mitgewirkt.

Für alle kulturellen Belange aufgeschlossen, hat er am Aufbau der Volkshochschule einen gehörigen Anteil: Er war Dozent und zeitweise Leiter dieser Einrichtung. Noch einmal kamen mit der Ernennung zum stellvertretenden Schulleiter neue und größere Aufgaben auf ihn zu, die er trotz sich mehrender Anzeichen gesundheitlicher Belastungen meisterte.

Was er vorlebte, forderte er zu Recht auch von seinen Kollegen und seinen Schülern: Pünktlichkeit, Fleiß, Hingabe an eine neue Aufgabe. Immer aber spürte man die persönliche Zuwendung hinter der Sache. Das Mitgefühl der Schulgemeinschaft gilt der Familie, die er hinterlässt.

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