Lokales

Beitragssatz bleibt bei 12,1 Prozent

Der Verwaltungsrat der für die Firmen Heller und Hilite Hydraulik-Ring in Nürtingen, Leuze in Owen und Traub in Reichenbach zuständigen BKK Voralb hat beschlossen, den Beitragssatz von 12,1 Prozent nicht anzuheben.

NÜRTINGEN Ob es während des gesamten Jahres 2007 dabei bleiben kann, müsse die Entwicklung der ersten Monate des nächsten Jahres zeigen, so Vorstand Harald Veygel in einer Pressemitteilung. Die Ausgangslage sei aber denkbar günstig: Bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2006 wird die BKK lediglich ein knappes Minus zu verzeichnen haben, so Harald Veygel: "Das bedeutet, dass die mit dem Beitragssatz von 12,1 Prozent erzielten Einnahmen ausreichen werden, um die Ausgaben der BKK Voralb in Höhe von über 25 Millionen Euro zu finanzieren und dass die Rücklagen nicht angegriffen werden müssen."

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Wenn im Jahr 2007 die Ausgaben nicht zu stark anstiegen, bestehe sogar die Chance, den Beitrag während des gesamten Jahres stabil halten zu können. Lediglich die Einnahmenseite könnte dem entgegenstehen.

Verärgert ist der Verwaltungsrat darüber, dass die Bundesregierung den Staatszuschuss für die versicherungsfremden Leistungen der Krankenkassen von 4,2 Milliarden Euro streiche und stattdessen einen neuen Steuerzuschuss für die Versicherung der Kinder von lediglich 1,5 Milliarden Euro einführe. "Dadurch werden unserer BKK mehr als 300 000 Euro an Einnahmen fehlen." Die 4,2 Milliarden Euro seien ja aus der Erhöhung der Tabaksteuer finanziert worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Der Zuschuss werde gestrichen, die höhere Tabaksteuer aber bleibe: "Auch wenn die Regierung der Öffentlichkeit stolz berichtet hat, dass sie den Krankenkassen eine Milliarde Euro mehr zugestehen möchte, fehlen zwischen den gestrichenen 4,2 Milliarden und dem neuen Zuschuss von dann 2,5 Milliarden immer noch 1,7 Milliarden Euro."

Für die Verwaltung gebe die BKK Voralb 3,8 Prozent ihrer Einnahmen aus, heißt es weiter. Im Gegensatz dazu liege der Verwaltungskostenanteil aller Krankenkassen im Bundesgebiet durchschnittlich bei 6,5 Prozent. Im Durchschnitt würden im Bundesgebiet von einem Mitarbeiter rund 380 Mitglieder bedient. Bei der BKK Voralb seien es 622 Mitglieder, also fast doppelt so viele. Fast ein Viertel ihrer Einnahmen, über sechs Millionen Euro, müsse die Nürtinger Kasse als Solidarleistung an finanziell schwache oder sogar verschuldete Krankenkassen abführen.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, der Arbeitgebervertreter Manfred Fröhner von der Firma Heller, sorgt sich um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung: Die neuen gesetzlichen Regelungen, die im April nächsten Jahres in Kraft treten sollen, scheinen mit viel zu heißer Nadel gestrickt zu sein. "Nach Ansicht fast aller Fachleute ist damit keine nachhaltige Reform gelungen und führt weder zur Stabilisierung der Kassenfinanzen noch zu einer besseren Versorgung unserer Versicherten."

Viele Details seien auch noch ungeklärt. Das zeige die Vielzahl der aus dem Bundesrat heraus formulierten Änderungsanträge. "Unsere BKK schließt sich der Meinung des größten Teils der Fachwelt an und fordert die Regierungskoalition auf, das Gesetz nicht in Kraft zu setzen, sondern ganz neu ein Reformgesetz zu entwickeln, das diesen Namen auch verdient", so Fröhner.

Die Vertreter der Arbeitgeber, neben Manfred Fröhner von Heller Michael Heyne von Leuze und Wolfgang Konnertz von Traub, freuten sich über die Kontinuität des günstigen Beitragssatzes, trage er doch wesentlich dazu bei, auch die Lohnnebenkosten dieser Firmen stabil zu halten.

pm