Lokales

Beitragssatz bleibt bei 13,5 Prozent

Der Verwaltungsrat der BKK Voralb hat den Haushaltsplan für das Jahr 2005 verabschiedet. Gleichzeitig hat er beschlossen, den Beitragssatz von 13,5 Prozent vorerst nicht zu verändern.

NÜRTINGEN Wie der Vorstand der BKK, Harald Veygel, betont, stehe erst in ein paar Monaten endgültig fest, mit welchem Vermögen die Kasse in das neue Jahr startet. Denn erst im April des nächsten Jahres kann das Geschäftsjahr 2004 endgültig abgeschlossen werden.

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Die Sparmaßnahmen der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, so wurde festgestellt, wirken sich auch bei der BKK Voralb Heller-Leuze-Traub aus. Im Jahr 2004 wird die Kasse deshalb einen Gewinn erwirtschaften. Doch werde im Jahr 2005 wieder mit einer deutlichen Ausgabensteigerung gerechnet. So sei etwa bei den Arzneimitteln eine Kostensteigerung geradezu vorprogrammiert, befürchtet der Kassenchef, und zwar um bis zu 15 Prozent. Der Grund: Einige Regeln ändern sich im kommenden Jahr. So räumt die Pharmaindustrie dann nur noch sechs Prozent Rabatt auf ihre Produkte ein, derzeit sind es 16 Prozent. Außerdem läuft ein Stillhalte-Abkommen bei den Preisen aus, weshalb sich einzelne Präparate stark verteuern könnten. So rechnet Harald Veygel in 2005 für Arzneimittel mit gleich hohen Ausgaben wie für die ärztliche Behandlung, nämlich mit 3,3 Millionen Euro. Für Zahlungen an die Zahnärzte seien zwei Millionen eingeplant und für die Krankenhäuser knapp sechs Millionen Euro.

Zum größten Ausgabeposten haben sich zwischenzeitlich aber die Ausgleichszahlungen für Not leidende Krankenkassen entwickelt. Von den Gesamtausgaben der BKK Voralb in Höhe von etwa 25,5 Millionen Euro werden nächstes Jahr rund 6,5 Millionen in diesen Ausgleich fließen. Das sind mehr als 25 Prozent.

Dem Grundsatz einer stabilen und verantwortungsvollen Finanzpolitik folgend, so der Vorsitzende des Verwaltungsrats, der Betriebsrat der Firma Traub in Reichenbach, Manfred Süß, habe man sich dazu entschlossen, trotz des erwarteten Überschusses im ablaufenden Geschäftsjahr 2004, den Beitragssatz ab 1. Januar 2005 nicht zu senken. Stattdessen solle der endgültige Abschluss dieses Jahres abgewartet werden. Wenn die Kosten in den ersten Monaten des Jahres 2005 nicht zu stark steigen, so sicherte der Vertreter der Firmengruppe Leuze, Viktor Netzer zu, bestehe durchaus die Chance, den im Juli auf 13,5 Prozent reduzierten Beitragssatz im Juli nächsten Jahres noch einmal senken zu können. Und zwar über die vom Gesetzgeber bereits beschlossene "Reduzierung" um 0,9 Prozent hinaus.

Nach achtjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit scheidet der Vertreter der Firmengruppe Leuze am 31. Dezember aus dem Verwaltungsrat aus. Sowohl der Vorstand als auch der Vorsitzende dankten Viktor Netzer für sein Engagement. Er habe, so Vorstand Veygel, gerade die Anfangszeit der 1997 aus der Fusion der Betriebskrankenkassen Heller in Nürtingen, Leuze in Owen und Traub in Reichenbach entstandenen BKK Voralb sehr stark mitgeprägt. Mit Michael Heyne, technischer Geschäftsführer der Firma Leuze electronic in Owen, hat die Firmengruppe Leuze bereits einen Nachfolger benannt. Heyne erklärte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit den anderen Verwaltungsratsmitgliedern sehr freue. Sehr positiv nehme er zur Kenntnis, dass die BKK Voralb über ein stabiles Vermögen verfügt, und damit zu den wenigen Krankenkassen im Bundesgebiet gehört, die keine Schulden haben.

pm