Lokales

"Bella Italia" mit Mozart und Maccaroni-Lied

"Bella Italia" lautete der Titel eines sommerlichen Konzertabends, zu dem der Gemischte Chor "Frohsinn" in die Holzmadener Gemeindehalle eingeladen hatte. Die musikalische Reise durch Italien begann im Mittelalter und endete in der Gegenwart.

HOLZMADEN Ganz in Grün, Weiß und Rot den Farben der italienischen Flagge hatten viele fleißige Helfer die Gemeindehalle geschmückt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt trotz der Hitze des Hochsommertages, zahlreicher anderer Veranstaltungen in der Umgebung und dem Fußballspiel Deutschland Brasilien.

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Alle Sänger begrüßten die Gäste mit dem Kanon "Su cantemo/Auf ihr Freunde" in italienischer und deutscher Sprache. Brigitte Meisriemler und Beate Weiß führten die Gäste durch das Programm. Dieses war als Zeitreise durch die Musik Italiens gedacht und begann im ausgehenden Mittelalter. Damals war das Land jenseits der Alpen führend in der Kunst und Musik. Als Beispiel aus dieser Zeit sang der junge Chor das Liebeslied "Parapiglia" von Domenico da Nola.

Als gut hundert Jahre später die großen Komponisten auch nördlich der Alpen auftauchten, zum Beispiel Mozart und Beethoven, da verwendeten sie nicht nur die italienischen Traditionen, sondern auch die italienische oder lateinische Sprache. Aus dieser Zeit sang der Gemischte Chor "Luci care/Ihr geliebten Augensterne" von Mozart auf Deutsch und Italienisch sowie auf Lateinisch und Deutsch den frechen Kanon "Signor Abbate" von Beethoven.

Eine Flötengruppe des Kinderchores führte mit zwei Tänzen ebenfalls ins 17. Jahrhundert Italiens. Ein besonderer Höhepunkt waren die beiden Liebeslieder "Lascia ch'io pianga" von Händel und "Caro mio ben" von Giordani. Einfühlsam gesungen wurden beide von Brigitte Meisriemler als Sopransolo. Die Begleitung am Klavier übernahm wie bei vielen Liedern des Abends Ilka Klein.

Der Gemischte Chor führte mit "Odi et amo" zurück in die Gegenwart. Carl Orff ist zwar kein Italiener, aber er bediente sich der lateinischen Sprache um über das Thema "Odit et amo" , Zorn und Liebe, ein modernes Klangbild zu schaffen. Nun folgte eine optische Überraschung: Die Venezianischen Maskenfreunde aus Kirchheim schritten durch den Saal zur Bühne in wunderschönen, reichen Gewändern und natürlich verborgen hinter venezianischen Masken. Ein Sprecher erläuterte die Geschichte und Bedeutung der venezianischen Tradition. Die Maskenträgerinnen trugen zwei klassische Tänze vor.

Der lockere Teil des Programms unterhielt mit Volksliedern und beliebten Melodien. Wie einfach wäre das Leben, hätte jeder an jedem Tag nur eine Schüssel mit Maccaroni diese schlichte Lebensweisheit singt gewöhnlich ein kleiner Toni aus Neapel. In Holzmaden schlüpfte Timo Mangold überzeugend in die Rolle des kleinen Toni und sang sich in die Herzen aller Zuhörer. Alle anderen Sänger bildeten bei diesem Lied nur den Hintergrundchor.

Dann war wieder der Kinderchor an der Reihe: Zwei kleine Klaviersoli sorgten für Abwechslung. Die Jüngsten zeigten bei dem Kanon "Bruder Jakob", dass sie bereits in drei Sprachen singen können. Weiter ging es mit "La bella polenta", "Ein kleines Huhn fliegt um die Welt", "Aprite le porte", "Der Winter ist vorüber" und "Taranti tarante taranta". Auch die Flötengruppe war mit zwei flotten Tänzen zu hören. Der Junge Chor sang "Tic e Toc" und lud ein "Komm ein bisschen mit nach Italien".

Eine musikalische Reise durch Italien trat dann der Gemische Chor mit einer Reihe von beliebten Melodien an: "O mia bella Napoli", "Nicolo, Nicolo, Nicolino", "Sul Ponte di Bassano" und "Capri-Fischer". Zum Abschluss erklang "Que sera, sera" vom Jungen Chor.

Brigitte Meisriemler bedankte sich bei Renate Besemer, die die musikalische Leitung aller Chorgruppen hatte. Auf Wunsch der Zuhörer musste Timo Mangold als Zugabe noch einmal das Maccaroni-Lied vorsingen.

wg