Lokales

Bemüht um Schadensbegrenzung

Gegen den langjährigen Leiter der DRK-Rettungshundestaffel, Klaus Röper, sind nun Vorwürfe laut geworden. Ihm wird eigenmächtiges Handeln vorgeworfen, außerdem habe er unrechtmäßig DRK-Material zum Einsatz gebracht.

SYLVIA GIERLICHS

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NÜRTINGEN Wie bekannt wurde, sind gegen Klaus Röper in der Vergangenheit durch das DRK zwei Disziplinarverfahren eingeleitet worden, jeweils aufgrund von Vorgängen, die sich während Auslandseinsätzen ereignet hatten. Laut einem Vorwurf, der nach unserer Berichterstattung erhoben wurde, soll er beim Erdbeben-Einsatz in Algerien im Jahre 2003 nachweislich DRK-eigene Geräte mitgenommen haben, das sei durch Einsatzfotos belegt. Röper stellt auf Nachfrage klar: "Auf einer Erste-Hilfe-Kiste war das Logo des Roten Kreuzes, nicht einmal das des DRK. Im Rahmen eines Disziplinarverfahrens wurde mir untersagt, das Logo zu verwenden." Ein zweites Disziplinarverfahren betraf Röpers Einsatz im Mai 2006 im Erdbebengebiet in Indonesien, wohin er, genau wie in Algerien, mit der von ihm gegründeten privaten Organisation "SAR Rescuedogs Germany" gereist war. Hier lautete der Vorwurf, Röpers Einsatz sei überflüssig gewesen, da er im Katastrophengebiet gar nicht zum Einsatz gekommen sei. "Gebraucht wurden wir schon", so Röper. "Allerdings konnten wir aus transportlogistischen Gründen nicht schnell genug ins Katastrophengebiet gelangen." Der Einsatz sei dennoch effektiv gewesen, verteidigt er sich. Es hätten viele Kontakte und Verbindungen in das asiatische Land aufgebaut werden können.

"Die Disziplinarverfahren haben mit dem DRK-Kreisverband nichts zu tun", äußert sich dessen Geschäftsführer Klaus Rau zu den Vorwürfen. Nachdem Röper vom Landesbereitschaftsverband als Kreisbereitschaftsleiter abgesetzt worden war, sei das Disziplinarverfahren jedoch erledigt gewesen. Generell entscheide beim DRK das Generalsekretariat, welche Hundestaffel in Notstandsgebiete geschickt werde. "Röper hat die beste Rettungshundestaffel des DRK gehabt und kam daher sehr oft zum Einsatz. Darüber haben sich andere Hundestaffeln beschwert", erklärt Rau die eigentlich internen Empfindlichkeiten. Grundsätzlich gebe es innerhalb des DRK-Generalsekretariats Überlegungen, die finanziellen Mittel, die für einen Hundeeinsatz benötigt werden, eher in gezielte Maßnahmen zu stecken, die den Überlebenden zugute kommen. Dass Röper gleichzeitig beim DRK und bei der SAR als Führungskraft tätig war, wurde innerhalb des DRK-Landesverbandes ebenfalls als problematisch angesehen.

Klaus Röper habe viele Sponsoren gehabt, die einen großen Teil der Kosten für Einsätze übernommen hätten. "Röper war oft schon vor Ort, wenn andere noch überlegt haben, wie sie sich überhaupt beteiligen sollen. Er war keine Belastung für uns, hat das DRK so gut wie nichts gekostet", erinnert Klaus Rau auch an die Vorteile, die das große Engagement des früheren Hundestaffel-Leiters hatte.

Weitere Vorwürfe werden gegen Röper erhoben, weil er sich gegen die neue Prüfungsordnung für Rettungshunde gewehrt hat. DRK-Geschäftsführer Rau: "Obwohl er anfangs selbst an der Prüfungsordnung mitgearbeitet hat, hielt er sie später für Rettungshunde nicht mehr relevant." Zur neuen Prüfung habe er seine Hunde nicht mehr angemeldet. Daraufhin habe der Einsatzleiter ihm klargemacht, er dürfe ohne geprüften Hund nicht mehr an Einsätzen teilnehmen. Entgegen dieser strengen Gangart habe jedoch der Nürtinger DRK-Vorstand entschieden, dass Röper noch eine Zeit lang Einsätze absolvieren dürfe und sich dann zur Prüfung anmelden müsse. "Schließlich müssen sich auch andere Hundestaffeln der Prüfungsordnung unterziehen", begründete Rau das Vorgehen. Röper bestätigte den Sachverhalt, machte jedoch deutlich, dass der DRK-Bundesverband die Prüfungsordnung seinerzeit entgegen den Empfehlungen der Hundeführer weiter ausgearbeitet habe. "Hier stand der DRK-Landesverband nicht genügend hinter den Hundeführern, die gegen die Prüfungsordnung gekämpft haben. Letztlich habe ich sie akzeptiert und abgelegt." Mittlerweile gebe es Überlegungen, die Prüfungsordnung erneut und nun im Sinne der Hundeführer zu modifizieren.

Auf die von anderer Seite gegen Röper erhobenen Vorwürfe, er habe bei seinem Ausscheiden aus der DRK-Rettungshundestaffel Unterlagen und Material unterschlagen, antwortete Klaus Rau: "Im Moment sind wir dabei, diejenigen Materialien aufzulisten, von denen wir denken, dass es sich um DRK-Besitz handelt. Ich hoffe, wir können uns da außergerichtlich einigen." Für Röper basieren die Vorwürfe auf einem Missverständnis: "Bis zum 31. Dezember hatte die Rettungshundestaffel des DRK gemeinsam mit mir ein Büro angemietet. Als ich mein Büro geräumt habe, dachten einige der früheren Staffelkollegen, sie dürften die Räume nicht mehr betreten. Sie dachten wahrscheinlich, ich übergebe ihnen die Ausrüstung und Unterlagen, ich ging jedoch davon aus, sie nehmen sie mit."

DRK-Geschäftsführer Klaus Rau bestätigte, es gebe im allgemeinen Rettungsdienst enge Koordinationsvereinbarungen zwischen Maltesern und DRK. "Ich gehe davon aus, dass es auch zwischen den Rettungshundestaffeln der beiden Organisationen eine Zusammenarbeit geben wird. Dies liegt in unser aller Interesse."

"Die DRK-Rettungshundestaffel ist mein Kind und ich möchte, dass dieses Kind weiterlebt, denn es wird auch nach Jahren noch mit meinem Namen verbunden sein", sagt Klaus Röper, der von nun an nach vorne sehen will. Er sieht seine neu aufgebaute Hundestaffel bei den Maltesern ebenfalls nicht als Konkurrenz zu der des DRK, sondern als Partner.