Lokales

Bequeme Verbindung zwischen den Kliniken

Die beiden Standorte des Klinikums Kirchheim-Nürtingen wachsen verkehrstechnisch noch mehr zusammen. Dafür wird eine Erschließungsstraße sorgen, die von Reudern zum Krankenhaus und dem Berufsschulzentrum auf dem Nürtinger Säer führt. Gestern setzten Landrat Heinz Eininger und der Oberbürgermeister der Neckarstadt, Otmar Heirich, mit einem Baggerbiss das Startsignal zum Beginn des Straßenbaus.

RICHARD UMSTADT

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NÜRTINGEN/KIRCHHEIM Landrat Heinz Eininger war sichtlich zufrieden damit, dass sich "in Zeiten der Weltmeisterschaft auch noch etwas anderes tut." Den Bau der Straße über den Säer bezeichnete er als ein "ermutigendes Zeichen". Das neue Asphaltband ist nötig, um den rund 90 Millionen Euro teuren Nürtinger Krankenhausneubau vorzubereiten. 54 Millionen Euro davon wird das Land Baden-Württemberg übernehmen, "der Rest ist Sache des Landkreises," sagte Heinz Eininger und belegte anhand von weiteren Zahlen, weshalb Nürtingen zurzeit der Investitionsschwerpunkt des Landkreises ist: Elf Millionen Euro flossen in den Otto-Umfried-Bau der Fritz-Ruoff-Schule, elf Millionen Euro steckte der Kreis in die Werkstätten der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in der Nürtinger Rümelinstraße und fünf bis sieben Millionen Euro werden zur Sanierung der Schulsubstanz investiert.

"Dabei arbeiten die Stadt Nürtingen und der Landkreis Esslingen in guter Partnerschaft zusammen," bedankte sich der Landrat bei OB Otmar Heirich für die Unterstützung. Heinz Eininger war überzeugt davon, dass durch die rund einen Kilometer lange Straße zwischen Reudern und der Nürtinger Klinik sowie dem Berufsschulzentrum auf dem Säer, die in der Bauherrschaft der Stadt Nürtingen liegt, die Krankenhausstandorte Kirchheim und Nürtingen näher zusammenrücken. Das Klinikum kann pro Jahr 20 000 stationäre und 40 000 ambulante Behandlungen verbuchen, wobei sich 7 000 bis 8 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nürtingen und 1 600 in Kirchheim um das Wohl der Patienten kümmern. Das Berufsschulzentrum auf dem Säer bevölkern rund 3 000 Berufsschülerinnen und Berufsschüler, die von 150 Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet werden, wies der Landrat auf die Bedeutung der neuen Straße hin.

Auf der 1,55 Millionen Euro teuren Verbindungsstraße, an der sich der Landkreis insgesamt mit 945 000 Euro einschließlich Vermessungskosten beteiligt, wird auch eine Buslinie zwischen Kirchheim und Nürtingen verkehren und so für eine rasche und bequeme Anbindung zwischen der Teckstadt und der Klinik beziehungsweise dem Berufsschulzentrum sorgen. Im Übrigen erhofften sich sowohl Landrat Heinz Eininger als auch Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich von der neuen Erschließung eine Entlastung des Wohngebiets zwischen Säer und Rümelinstraße. Die Verbindungsstraße über den Säer sei nur als Weg für den "Zielverkehr Berufsschule und Klinik" zu sehen, da sie in den jeweiligen Parkplätzen ende. Bereits gestern kündigte Landrat Eininger den Spatenstich für den Nürtinger Klinikneubau an. "Das wird ein Freudentag wie hoffentlich der heutige auch," meinte er im Hinblick auf das WM-Eröffnungsspiel.

Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich äußerte sich dankbar über den Beschluss des Kreistags, das Klinikum zu einem modernen Dienstleistungszentrum auszubauen. "Dies verlangt nach einer ebenso modernen Straßenverbindung." Über diesen Weg soll auch der ganze Baustellenverkehr während des Baus des neuen Krankenhauses abgewickelt werden. Wie das Stadtoberhaupt berichtete, waren bis zum Baggerbiss eine Vielzahl von Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern vonnöten. Doch jetzt seien fast alle Grundstücke unter Dach und Fach. Heirich erinnerte auch an die Diskussionen über die Straßenbreite und das Aussehen. Dem Landkreis als "einem fairen Partner" dankte der Nürtinger OB für die Planung und Finanzierung. "Selbst Detailfragen sind zufriedenstellend gelöst worden," lobte er die Planer. "Durch diese Straße wird eine schnelle Verbindung zwischen den beiden Krankenhausstandorten geschaffen," sagte der Oberbürgermeister und war sich sicher: "Der Landkreis ist damit auf dem richtigen Weg." Wie der Landrat zuvor, betonte auch Otmar Heirich, die neue Straße sei nicht als schnelle Durchfahrtsstraße über den Säer konzipiert, sondern solle vielmehr die Verkehrssituation des dortigen Wohngebiets beruhigen.

Der Bau der neuen Erschließungsstraße und damit die verkehrstechnisch rasche Verbindung zwischen der Stadt Kirchheim und dem Nürtinger Krankenhaus ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung des vom Kreistag am 1. April 2004 beschlossenen Konzepts "ein Krankenhaus an zwei Standorten".