Lokales

Berger-Areal: Die Lücken schließen sich

Erste Häuser, ein neuer Straßenname und freie Garagendachwahl im Dettinger Wohngebiet

Das Dettinger Neubaugebiet „Berger-Areal“ nimmt immer konkretere Formen an. Nicht nur, dass ein Haus nach dem anderen in die Höhe schießt – auch Details werden festgelegt. So wird es beispielsweise bald einen „Alemannenweg“ in Dettingen geben.

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BIANCA LÜTZ

Dettingen. Die Bauarbeiten auf dem Berger-Areal sind in vollem Gange. Noch vor einem halben Jahr bestand die Fläche an der Lauter vorwiegend aus Erd- und Kieshügeln. Jetzt verwandelt sie sich nach und nach in ein ansehnliches Wohngebiet. Die Straßen sind angelegt, ein Haus steht schon und andere Gebäude befinden sich im Rohbau. Aber es sind nicht nur die Bauplätze, die gefüllt werden. Auch in anderen Bereichen werden derzeit noch fleißig Lücken geschlossen.

So hat der Dettinger Gemeinderat in jüngster Sitzung einen neuen Straßennamen für das Neubaugebiet festgelegt. Eigentlich hatten sich die Bürgervertreter dafür ausgesprochen, die vorhandenen Namen weiterzuführen, wie Hauptamtsleiterin Verena Wiedmann erläuterte. Das funktio­niere auch für die meisten neuen Verkehrswege, die Aylenstraße, Hintere Straße und Stelle heißen werden. Für fünf neue Häuser, die eigentlich in der Stelle stehen sollten, gilt das allerdings nicht. „Das Baurechtsamt hat uns mitgeteilt, dass es zu wenig freie Hausnummern gibt“, so Verena Wiedmann. Die fünf Häuser hätten die gleiche Hausnummer mit unterschiedlichen Unternummern tragen müssen. Deshalb hat der Gemeinderat nun beschlossen, einen neuen Straßennamen für die fünf Gebäude zu vergeben. Einstimmig plädierte das Gremium für „Alemannenweg“. Stefanie Stern (SPD) fand den Namen passend, wegen der zahlreichen Alemannengräber, die auf dem Areal gefunden wurden. Walter Neuhäuser (CDU/FWV) schloss sich ihr an. Bärbel Weinacht (FWG) brachte noch den Vorschlag „Bei der Tuchfabrik“ ins Spiel, stimmte dem „Alemannenweg“ aber ebenfalls zu. Der Name „Bergerstraße“ war laut Verena ­Wiedmann in Vorbesprechungen schon verworfen worden, weil das Heimatbuch auch andere Fabrikantenfamilien nenne.

Walter Neuhäuser bat außerdem darum, in einer der kommenden Sitzungen den Namen des Wohngebiets zu diskutieren: „Wollen wir das Gebiet auch künftig, wenn der Bauträger sich zurückzieht, als Berger-Areal bezeichnen?“

In der Sitzung hat der Gemeinderat zudem eine Regelungslücke im Bebauungsplan geschlossen. Der Plan schreibt nämlich keine konkreten Dachformen für Garagen vor. Dagegen geht der städtebauliche Entwurf davon aus, dass Garagen Flachdächer haben sollen.

Auf die Regelungslücke gestoßen war die Gemeinde, weil ein Ehepaar ein Baugesuch eingereicht hatte, das ein Satteldach vorsieht. In der Bürgerfragestunde schilderten die Bauherren ihr Problem: Sie hätten ihren Bauplatz am Nordrand des Neubaugebiets in der Hinteren Straße danach ausgesucht, dass sie ihr Bauvorhaben samt Satteldach-Garage verwirklichen könnten. Der Platz unterm Dach sei als Stauraum fest eingeplant. Eine nachträgliche Änderung würde ihnen größte Schwierigkeiten bereiten.

Eine Ausnahme speziell für die Antragsteller wollte das Gros des Gemeinderats nicht machen. Allerdings kann das Ehepaar trotzdem aufatmen: Das Gremium sprach sich ganz pragmatisch für eine liberale Handhabung der Garagendachformen im gesamten Baugebiet aus und erteilte einer weiteren Regulierung bei einer Gegenstimme eine Absage. Der Bebauungsplan wird also auch in Zukunft keine spezielle Dachform für die Garagen im Berger-Areal vorschreiben.

„Die Bauherren haben schon jetzt relativ viele Auflagen zu erfüllen, die sicher berechtigt sind“, argumentierte Dr. Werner Hack (FWG): „Warum soll man ihnen jetzt noch eine Garagendachform vorschreiben?“ Johannes Stulz bekannte sich dazu, persönlich ein Freund von Satteldächern zu sein und Bärbel Weinacht fand, dass sich eine Satteldach-Garage an manchen Stellen, wie in der Hinteren Straße, ohnehin besser ins Ortsbild einfüge als ein Flachdach.

Bürgermeister Rainer Haußmann hatte sich übrigens – wie schon in früheren Sitzungen – für befangen erklärt, da er ein Grundstück auf dem Berger-Areal erworben hat. Den Vorsitz hatte bei den Punkten zum Baugebiet seine Stellvertreterin Inge Schaufler.