Lokales

Besser leben mit Tempo 30?

Stadträte stehen hinter Lkw-Lenkungskonzept – Ziel: Mehr Ruhe an Durchgangsstraßen

Brummis auf Durchfahrt sollen raus aus den Orten. Das geht ­jedoch nur, wenn zuvor generell Tempo 30 angeordnet wird. Die komplette Ortsdurchfahrt ­Ötlingen und die ganze Paradiesstraße sollen deshalb künftig nur noch mit maximal 30 Stundenkilometern passiert werden können. Ziel dieser Entscheidung: Weniger Lärm und mehr Lebensqualität für Anlieger der Durchgangsstraßen.

Die komplette Ortsdurchfahrt Ötlingen sollen künftig nur noch mit maximal 30 Stundenkilometern passiertwerden können.Vekehr - Te
Die komplette Ortsdurchfahrt Ötlingen sollen künftig nur noch mit maximal 30 Stundenkilometern passiertwerden können.Vekehr - Tempo 30 - Stuttgarterstrasse

Kirchheim. In Sachen Entschleunigung ziehen fünf Kommunen in beharrlicher Zusammenarbeit an einem Strang: Kirchheim, Notzingen, Hochdorf, Wendlingen und Wernau. „Gemeinsam ist es gelungen, mit den Behörden eine Lösung zu finden“, sieht Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer den mehrjährigen Prozess von Erfolg gekrönt. Ziel der Kommunen ist vor allem die Reduzierung von Lärm. Deshalb soll künftig ein Durchfahrtsverbot für Brummis über 7,5 Tonnen gelten auf der L 1200, der L 1201 und der L 1207, also jeweils zwischen Kirchheim und Wendlingen, Hochdorf und Wernau. Alle Gemeinden sind sich schon lange einig, dass sie außer Lkws, die Ziele in diesen Gemeinden ansteuern oder von hier kommen, keine durchfahrenden Brummis haben wollen. Das umliegende Straßennetz aus A 8 und den Bundesstraßen gilt als aufnahmefähig genug. Auch auf der B 297 Richtung Schlierbach und Göppingen ist nur mit einer „moderaten Steigerung“ zu rechnen, fasst Riemer ein Gutachten zusammen.

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Knackpunkt ist aber eine Vorgabe des Regierungspräsidiums: Bevor das Durchfahrtsverbot für Lkw angeordnet werden kann, muss auf den betroffenen Durchfahrten Tempo 30 ausgewiesen werden. Dieser „geringere Eingriff“ muss zwingend vor dem kompletten Verbot einer Verkehrsart gewählt werden.

Für Kirchheim legte der Bürgermeister in der Sitzung des Technikausschusses die Konsequenzen dar: Tempo 30 wird künftig in der Ortsdurchfahrt Ötlingen und in der Paradiesstraße vorgeschrieben. Dies deckt sich ohnehin mit den im Lärmaktionsplan angestrebten Zielen sowie den Plänen im integrierten Verkehrskonzept auf Reduzierung des motorisierten Verkehrs. „Der Verkehr – das sind wir selber“, machte Riemer klar, dass hier kein Bereich isoliert betrachtet werden dürfe und jeder durch sein Fahr- und Bestellverhalten den Verkehr beeinflusse.

Die Tempo-30-Schilder sollen noch dieses Jahr aufgestellt werden. „Das Regierungspräsidium hat das letzte Wort“, machte Ordnungsamtsleiter Marcus Deger klar. Er kündigte wie gewünscht mehr Kontrollen für die Zukunft an. Zudem wird es noch im November Verkehrszählungen geben und nach Einführung des neuen Tempolimits wieder, sodass sich eine aussagekräftige Statistik ergeben könne.

 

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung stimmte der Technik- und Umweltausschuss dem von Dr. Rose formulierten Antrag zu, die Tempo-30-Zone in Ötlingen nicht nur bis Wendlinger Weg zu führen, sondern bis Ortseingang Bahnhofsunterführung.

 

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Mit drei Befürwortern fiel der Antrag von Albert Kahle durch, Tempo 30 nur nachts einzuführen.

 

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Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen stimmte das Gremium zu, ganztägig Tempo 30 für alle Verkehrsarten einzuführen in der Ortsdurchfahrt Ötlingen zwischen Bahnhofsunterführung und Goethestraße sowie in der gesamten Paradiesstraße.