Lokales

Bessere Isolierung für den "Brutkasten"

"Das Klima ist furchtbar hier drin", sagte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann während der jüngsten Gemeinderatssitzung, wobei er sich aber nur auf die baulichen Verhältnisse im Rathaus und im Sitzungssaal bezog. Einen Vorentwurf zur Sanierung stellte der Stuttgarter Architekt Peter Zoll im Ratsrund vor.

ANDREAS VOLZ

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DETTINGEN Was mit der Einrichtung des Bürgerbüros im vergangenen Jahr begann, soll nun seinen Fortgang finden die Umgestaltung des Dettinger Rathauses. Als nächstes stehen die Fassade und der Sitzungssaal auf dem Programm. Die geschätzten Kosten für das Gesamtpaket belaufen sich auf zirka 150 000 Euro. Architekt Peter Zoll betonte bei der Vorstellung des Sanierungsprojekts, dass es sich erst einmal um einen "Einstieg" handle und dass sein Büro die detaillierten Zahlen noch "sehr genau aufdröseln" werde.

Zunächst zeigte Peter Zoll Bilder, die das Ausmaß der Fassadenschäden am Rathaus deutlich machten. Vom Wasserschaden an der Decke und am Boden des Sitzungssaals konnten sich Ratsmitglieder und Zuschauer gleich selbst ein Bild machen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung wird das Dettinger Rathausdach sein. Ähnlich wie Bürgermeister Haußmann sprach auch Architekt Zoll von einem "Raumklima, das niemandem zuträglich ist". Vor allem im Sommer gleiche der Sitzungssaal einem Brutkasten. Das liege an einer "Decke mit null Dämmung" und an den Deckenleuchten, die nicht nur Licht-, sondern auch Wärmequelle sind.

Der Einzelposten "Isolierung des Rathausdachs" würde sich auf rund 24 000 Euro belaufen. Weil der Sitzungssaal und die übrigen Räume im Zweiten Obergeschoss danach aber keine "Energieschleudern" mehr darstellen würden, hätten sich diese Investitionskosten durch die Energieeinsparung nach etwa 13 Jahren amortisiert. Für ein verträglicheres Raumklima im Sitzungssaal soll außer der besseren Isolierung auch eine Lüftungsanlage sorgen.

Außerdem ist daran gedacht, die Sitzordnung umzukrempeln: Wo derzeit die Zuhörer untergebracht sind, vor dem großen Luftbild der Gemeinde, wäre künftig die Stirnseite des Ratstisches, an der die Gemeindeverwaltung Platz nimmt. Den interessierten Bürgerinnen und Bürgern stünden dann vor der gegenüberliegenden schmalen Fensterfront Stuhlreihen zur Verfügung. Dadurch würde sich der Blickwinkel der Zuschauer entscheidend verbessern, wenn Tabellen, Bilder oder Pläne auf die Leinwand hinter der Verwaltungsspitze projiziert werden. Für diese Projektionen plant das Architekturbüro Zoll eine Verdunklungsanlage, die bei Sitzungen im Sommer zum Einsatz käme, sowie die "Integration moderner Medientechnik".

Von außen wird sich das Dettinger Rathaus nicht ganz so stark verändern. Aus ästhetischen Gründen sollen die Stützen vor dem Eingang verstärkt werden. Außerdem rückt das Gemeindewappen in die Mitte der sanierten Fassade, und an dessen Stelle auf der rechten Seite soll künftig der Schriftzug "Rathaus" stärker auf die Funktion des Gebäudes aufmerksam machen.

Mit exakten Zahlen will die Verwaltung im März 2005 aufwarten. Bis dahin haben die Gemeinderäte Zeit, sich mit den Vorschlägen des ersten Entwurfs anzufreunden.