Lokales

Bestehendes auf heutige Ansprüche ummünzen



BARBARA IBSCH

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KIRCHHEIM Im November vergangenen Jahres hatte der Kirchheimer Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan "Siedlung Bohnau" gefasst. Im Mai 2004 war die öffentliche Auslegung erfolgt und in der letzten Sitzung vor der Sommerpause gab es den Satzungsbeschluss. Einstimmig.



Entstanden ist die Siedlung im Wesentlichen auf der Grundlage einer Ortsbausatzung aus dem Jahre 1938 in einer für damals typischen Weise. Die Wohnhäuser zeigten sich bescheiden und auf den relativ großen Grundstücken wurde Obst und Gemüse für den Eigenbedarf angepflanzt. Daran hat sich hinsichtlich der Grundstruktur nicht viel geändert, aber etliche der Häuser sind umgebaut und herausgeputzt worden. Dies alles im Griff zu behalten, ist Aufgabe des Bebauungsplans und Vorgabe dafür war, "die Qualitäten einer solchen Siedlung zu bewahren und gleichzeitig den Anforderungen der heutigen Bewohner gerecht zu werden". Also waren die vorhandenen kleinteiligen Strukturen aufzunehmen und "durch maßvolle Eweiterungsmöglichkeiten" auch zu entwickeln.



Der als Satzung beschlossene Bebauungsplan sieht vor, das Erscheinungsbild der Siedlung zu erhalten. Dazu wurden Dachform und Dachneigung (Satteldach) aus der alten Ortsbausatzung übernommen. Auch die zulässigen Trauf- und Firsthöhen entsprechen den bereits vorhandenen Siedlungshäusern. Auf diese Weise sollen Gebäude mit deutlich größerer Tiefe und entsprechender Dachentwicklung vermieden werden. So können sich auch Neubauten in die Umgebung einfügen. Größer noch dürfte die Zahl der Erweiterungen von Gebäuden sein, und auch das hat sich laut Bebauungsplan innerhalb der bestehenden Proportionen zu bewegen.



Nebengiebel sind zur Straße hin unzulässig. Dacheinschnitte werden ausgeschlossen. Eingeschossige Erweiterungen sind möglich und darauf wiederum sind Dachterrassen oder begrünte Flachdächer erlaubt. Garagen und Carports müssen begrünt oder wie die Hauptgebäude mit roten bis rotbraunen Ziegeln beziehungsweise Betondachsteinen gedeckt werden.



Entlang des Jauchertbachs und der Gießnau sind Gewässerrandstreifen ausgewiesen. Am Bohnauweg und an der Tannenbergstraße sollen Pflanzgebote greifen. Angesichts des geringen Baumbestands in der Siedlung, ist künftig ein einheimischer Laubbaum pro Grundstücks zu pflanzen.



Hinsichtlich der Festsetzungen im Bestand wird die offene Einzel- und Doppelhausbebauung beibehalten. Garagen und Stellplätze sind nur innerhalb der überbaubaren Fläche zulässig. In den Vorgartenflächen haben Nebenanlagen nichts zu suchen, um den gärtnerisch gestalteten Bereich zu erhalten.


In der kurzen Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt gab es einhellige Zustimmung zum Bebauungsplan "Siedlung Bohnau" und den Satzungsbeschluss.