Lokales

Betriebe als Aushängeschilder

Das Thema Wirtschaftsförderung stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Kommunalpolitik der CDU Kirchheim. Der Vorsitzende Thilo Rose konnte dazu neben dem Vorsitzenden des Bundes der Selbstständigen, Wolf-Rainer Bosch, den Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann sowie den Vorsitzenden der Kirchheimer CDU-Mittelstandsvereinigung, Franz Pfeffer, begrüßen.

KIRCHHEIM Dass der Verlust von rund 2 000 Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe zum großen Teil ein hausgemachtes Problem ist, stellte Steffen Opferkuch anhand von Statistiken zur Entwicklung der Beschäftigtenzahlen von Kirchheim und anderen Städten dar. So ist es beispielsweise Esslingen in den letzten zehn Jahren sogar gelungen, Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe hinzuzugewinnen, während Leinfelden-Echterdingen den Verlust an gewerblichen Arbeitsplätzen immerhin durch einen entsprechenden Zuwachs im Dienstleistungssektor überkompensieren konnte. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die alleinige Favorisierung des Dienstleistungssektors nicht Ziel der Wirtschaftsförderung sein kann.

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"Die Stadt braucht das produzierende Gewerbe. Es war bisher ein Denkfehler, zu meinen, Kirchheim sei eine reine Wohnstadt und kein Industriestandort", machte Wolf-Rainer Bosch deutlich. Professor Erich Sigel von der Sigel Management GmbH unterstützte diese Einschätzung, indem er auf den verhängnisvollen Zusammenhang verwies, wonach zuerst Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe wegfielen, anschließend die Entwicklung verlagert werde und damit letztlich auch kein Bedarf an Dienstleistungen mehr bestünde.

Die Teilnehmer sprachen sich für einen Branchenmix in Kirchheim aus, um Abhängigkeiten von einzelnen Wirtschaftszweigen zu vermeiden. Franz Pfeffer betonte, dass insbesondere der Mittelstand Arbeitsplätze schaffe, aber bisher von der Politik im Regen stehen gelassen worden sei. Klaus Pesl stellte in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Bauvorschriften der Stadt noch zeitgemäß seien. Zudem habe die Autobahn-Anschlussstelle Kirchheim-West leider nur die Kapazität einer Behelfsausfahrt, wodurch Kirchheim seine an sich gute Verkehrsanbindung nicht in einen entscheidenden Standortfaktor umsetzen könne.

Neben der Verbesserung der Infrastruktur, Bürokratieabbau und dem Vorbild anderer Städte kommt nach Ansicht von Karl Zimmermann dem Wirtschaftsförderer, dessen Stelle im Jahr 2006 eingerichtet werden soll, eine entscheidende Rolle zu. Dieser müsse über gute Kontakte zu Unternehmen verfügen und mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet werden. Wolf-Rainer Bosch forderte Transparenz hinsichtlich der Aufgaben und Erfolge des Wirtschaftsförderers und ein Mitspracherecht der Kirchheimer Wirtschaft, da Wirtschaftsförderung eine Aufgabe der gesamten Stadt sei. Deshalb solle der Wirtschaftsförderer nicht als Stabsstelle bei der Stadtverwaltung angesiedelt sein, sondern auf der Grundlage einer Partnerschaft zwischen Stadt und Wirtschaft tätig werden.

Die Veranstaltung des Arbeitskreises Kommunalpolitik fand ihren Abschluss mit der gemeinsamen Feststellung, dass weiterhin ein wirtschaftsfreundlicheres Klima in Kirchheim geschaffen werden müsse, in dem die Betriebe als Aushängeschilder der Stadt angesehen werden.

tr