Lokales

"Betriebliche Gesundheitsvorsorge spart Kosten"

In der Kirchheimer Niederlassung des berufsgenossenschaftlichen arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Dienstes (BAD) informierte sich die CDU-Mittelstandsvereinigung Kirchheim über die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Gesundheitsvorsorge.

KIRCHHEIM Der BAD ist einer der führenden Anbieter in der Arbeitsmedizin. Ein umfangreiches Programm in den Bereichen Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik wird angeboten. 30 000 Unternehmen und Behörden mit drei Millionen Beschäftigten nehmen das Leistungsangebot in Anspruch. Bundesweit beschäftigt der arbeitsmedizinische Dienst 1 600 Mitarbeiter in 170 Zentren.

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Auch in Kirchheim existiert ein Zentrum des BAD, das die CDU-Mittelstandsvereinigung Kirchheim zusammen mit der Mittelstandsvereinigung Nürtingen besichtigte. Mit dem leitenden Arzt, Dr. Daniel Menzel, sprachen die Besucher über seine Tätigkeit sowie über die momentanen Herausforderungen.

Franz Pfeffer, der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung Kirchheim, erinnerte an die Einführung des Arbeitssicherheitsgesetzes im Jahr 1973, in welchem festgelegt wurde, dass Betriebsärzte bestellt werden müssen. "Es ist aus meiner Sicht ein Meilenstein, dass 1976 22 Berufsgenossenschaften den BAD gegründet haben und die Gesundheit der Mitarbeiter ein wesentlicher Punkt im Arbeitsprozess geworden ist," lobte Franz Pfeffer die damalige Initiative.

Rund 500 Kunden in Kirchheim und Umgebung werden von der Niederlassung betreut, erläuterte Dr. Menzel. Insgesamt vier Assistenzärzte arbeiten in Kirchheim und führen arbeitsmedizinische Untersuchungen, Vorsorge- und Tauglichkeitsuntersuchungen durch. Feuerwehrleute werden von dem Team regelmäßig geprüft.

Fahrer von Omnibussen, Taxis und Lastkraftwagen unterziehen sich Führerscheinuntersuchungen, bei denen die Sehfähigkeit getestet und Reaktionstests durchgeführt werden. Regelmäßig führt das BAD-Zentrum auch bei verschiedenen Betrieben Sprechstunden durch und berät bei Fragen der Arbeitssicherheit.

Aufgrund der Tätigkeit des BAD bei einem größeren Unternehmen in der Region konnte dort der Krankenstand um durchschnittlich 1,5 Prozent gesenkt werden, berichtete Daniel Menzel. "Der Betrieb spart durch die Beratung der Ärzte des BAD Kirchheim jährlich mehrere hunderttausend Euro an Kosten ein."

"Es sind auch nicht unbedingt die älteren Arbeitnehmer, die vermehrt krank sind," trat Dr. Menzel falschen Vorurteilen entgegen: "Junge Arbeitnehmer zwischen 18 bis 25 Jahren sind öfter krank als die älteren Arbeitnehmer."

Im Anschluss diskutierten die Mittelständler die politische Lage. "Die ersatzlose Streichung der Eigenheimzulage, ohne dass sie durch eine andere wirksame Förderung von Wohneigentum vor allem für junge Familien ersetzt wurde," bedauerte der MIT-Vorsitzende Franz Pfeffer. "Um die Unternehmen und die Bürger zu entlasten, muss die Umsatzsteuer für bestimmte Güter wie Strom, Öl und Gas auf sieben Prozent reduziert werden, wie das bereits bei den Nahrungsmitteln der Fall ist," forderte Franz Pfeffer. "Die Preiserhöhungen für Öl und Gas in der letzten Zeit könnten so zumindest teilweise kompensiert, die Unternehmen und Bürger entlastet werden."

Guido Layer, Architekt in Kirchheim, machte die immer stärker anwachsende Bürokratie im Baugewerbe mit verantwortlich für die reduzierte Bereitschaft, in Wohneigentum zu investieren: "Die vor einigen Jahren eingeführte Energiesparverordnung führte zu hohen Zusatzkosten beim Bauen, ebenso die besonderen Vorschriften, die heute an Heizungen gemacht werden."

Die gleiche Meinung vertrat Leo Kutschkowski, früherer Vorsitzender des CDU-Stadtverbands: "Gerade die Freiberufler, unter anderem die praktizierenden Ärzte, werden mit immer mehr Bürokratie belastet. Der Abbau von überflüssiger Bürokratie könnte zur Entlastung der Freiberufler und zu mehr Wirtschaftswachstum führen."

pm