Lokales

Beurener Apfelsaft ist der beste im Ländle

Toller Erfolg für die Fördergemeinschaft Beurener Streuobstwiesen: Ihr Apfelsaft wurde beim ersten baden- württembergischen Streuobsttag als der beste im Ländle ausgezeichnet.

BEUREN Den besten Schutz für Streuobstwiesen bietet eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Nutzung. Dafür stehen rund 60 Streuobst-Projekte in Baden-Württemberg mit ihren Naturschutzleistungen, Produkten und viel ehrenamtlichem Engagement. Die Streuobst-Initiative Enz-Calw-Freudenstadt lud mit Unterstützung durch die Stiftung Naturschutzfonds, des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg, des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg, des NABU-Landesverbands, des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst und der Universität Hohenheim zum ersten landesweiten Streuobsttag Baden-Württemberg in der Uni Hohenheim ein.

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Eine Plattform zu schaffen war die Zielvorstellung der Initiatoren. Die Streuobstinitiativen sollten ihre Erfahrungen weitergeben und Probleme zur Diskussion stellen.Weiterhin war die Gründung eines Dachverbandes, der die Interessen der Streuobstinitiativen vertreten soll, geplant. Zur Produktprämierung stellte auch die Fördergemeinschaft Beurener Streuobstwiesen ihren naturtrüben Streuobst-Apfelsaft den Juroren zur Begutachtung vor. Die sensorische Produktprämierung erfolgte durch geschulte Prüfer, die nach DLG-Richtlinien die anonymisierten Produktproben analysieren. Bei einer Pressekonferenz wurden nochmals die Produkte präsentiert und prämiert. Zu diesem Anlass kam Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum nach Hohenheim und erklärte den naturtrüben Streuobst-Apfelsaft mit dem Steinkauz der Beurener Streuobstwiesen-Fördergemeinschaft zum Sieger der eingereichten Streuobst-Apfelsäfte. Sichtlich erfreut über die Ehrung konnte der Gründer der Fördergemeinschaft, Wilfried Keller, die Siegerurkunde in Empfang nehmen. Persönliche Glückwünsche überbrachte der Fachberater des Landratsamtes Esslingen, Albrecht Schützinger.

Seit zwölf Jahren können Landwirte und Kleinerzeuger ihr Mostobst an der Sammelstelle in Beuren abgeben. Durch eine zweite Sammelstelle im Neuffener Tal, nämlich in Frickenhausen, ist gewährleistet, dass weiterhin Beurener Apfelsaft den Kunden und Gästen angeboten werden kann.

Obwohl das Interesse an den Obstwiesen wieder gestiegen ist, mangelt es vielerorts an der Pflege sowohl aus obstbaulicher als auch aus naturschutzfachlicher Sicht. Mit Blick in die Zukunft ist daher nicht die zu intensive, sondern die mangelnde Pflege das entscheidende Problem, wurde in der Tagung klar. Man brauche klare Vorgaben zur Herstellung von Produkten aus dem Streuobstbau, wie sie beispielsweise im NABU-Qualitätszeichen formuliert seien, aber solche Premium-Vorschriften müssten nicht generell für alle Pflegemaßnahmen in Streuobstwiesen gelten. Um den Erhalt der Streuobstwiesen für die Zukunft zu gewährleisten, seien allerdings einige Mindeststandards erforderlich. Nur wenn Pflege und Nachpflanzungen erfolgten, könnten die Streuobstwiesen und folglich auch der Fruchtertrag für die Zukunft gesichert und damit auch die Existenzgrundlage von Keltereien, Brennereien und Kleinbetrieben gewährleistet werden.

nz