Lokales

"Bewusste Politik"

KIRCHHEIM Ein bunter Austausch von Ideen fand schon im Foyer des Steingau-Zentrums der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde statt: Geschenkpakete symbolisierten das Schenken von Zeit am Stand

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IRENE STRIFLER

des "Betreuten Wohnens zu Hause", daneben gab's jede Menge Informationen über den heuer 20 Jahre alt gewordenen Besuchsdienst der Sanwaldstiftung. Daran schloss sich das Bürgerbüro mit seiner umfangreichen Angebotspalette an.

"Wir bieten in Kirchheim eine gute Basis für eine Veranstaltung des Städtenetzwerks" betonte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der Begrüßung der Tagungsteilnehmer selbstbewusst. Sie stellte Kirchheim nicht nur vor als Markt-, Flieger-, Bildungs- und Sportstadt, sondern auch als Stadt des bürgerschaftlichen Engagements. Dazu spannte sie den Bogen über 150 Jahre zurück bis zu Herzogin Henriette, die in vielen Bereichen den Grundstock für eben diesen Einsatz seitens der Bürger gelegt hat. Diese Tradition erhielt in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts neue Nahrung. "Der soziale Nahraum muss für ein gelingendes soziales Miteinander den geeigneten Nährboden bilden", betonte die Stadtchefin und bilanzierte: "Das haben wir in Kirchheim längst erkannt." Sie wies auf mittlerweile etablierte Einrichtungen hin wie eben das 1993 eröffnete Bürgerbüro, in dem "die Vielfalt blüht", aber auch auf neue Projekte wie "Lebensräume von 0 bis 100".

Dr. Stolz bezeichnete bei der anschließenden Pressekonferenz die Förderung bürgerschaftlichen Engagements als "Ergebnis ganz bewusster Politik des Landes". Robert Hahn, Leiter der Stabsstelle Bürgerengagement auf Landesebene, berichtete, dass die anderen Länder geradezu neidisch auf Baden-Württemberg blickten. Das Sozialministerium fördere daher die nötige Infrastruktur.

Angelika Matt-Heidecker wies darauf hin, dass es durchaus die interessierten Kommunen seien, die die Last der Investitionen zu tragen hätten. "Der Bürger braucht Betreuung", verdeutlichte sie die Notwendigkeit von Personalstellen. Damit verband sie den dringenden Wunsch nach mehr Unterstützung seitens des Landes angesichts leerer Kassen zumindest in ideeller Hinsicht. Auch Heike Kunz, Leiterin der Kirchheimer Fachstelle Bürgerengagement, bestätigte die Bedeutung von Anerkennung für die Arbeit vor Ort. Günter Glühmann vom Bürgerbüro bedauerte die spärliche finanzielle Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements: "Das passt nicht mit dem Leitbild der Landesregierung zusammen."

Die Sozialministerin hob das Engagement des Landes in Sachen Anerkennungskultur hervor und verwies auf Aktionen wie den Wettbewerb "Echt gut".