Lokales

Biberschwänze fürs Kelterdach

Gemeinde Bissingen saniert 2009 historisches Gebäude im Ortskern

Die Bissinger Kelter wird in diesem Jahr saniert. Geschätzte Kosten des denkmalgeschützten Bauwerks: rund 700 569 Euro. In dem Gebäude wird der Gemeindebauhof sein Domizil finden.

richard umstadt

Bissingen. Sie gibt nicht nur der bekannten Bissinger Dorfhocketse ihren Namen. Sie erinnert auch da­ran, dass einst um die Seegemeinde herum nicht Obstbäume, sondern vielmehr Rebstöcke das Landschaftsbild prägten: Die alte Kelter aus dem Jahre 1797 nahm durch Wasser im Dachgebälk Schaden und wird in diesem Jahr von Grund auf saniert und für den kommunalen Bauhof umgebaut.

Architekt Jochen Stüber listete die Kosten für die verschiedenen Gewerke plus Außenanlagen und Baunebenkosten auf und zählte unterm Strich 700 596 Euro zusammen. Rund 90 000 Euro hofft Bürgermeister Wolfgang Kümmerle aus dem Ausgleichsstock für die Sanierung zu erhalten und 330 000 Euro aus dem Topf der Ortskernsanierung. „Rund 60 Prozent sind durch Zuschüsse gedeckt“, informierte er in jüngster Ratssitzung. Eventuell könnte für die Gemeinde auch aus dem Konjunkturpaket des Bundes Geld abfallen.

Ende April/Anfang Mai sollen die elf Gewerke ausgeschrieben werden. Der Bürgermeister rechnete mit einem Baubeginn im Juni beziehungsweise Juli, sodass der Rohbau bis zum nächsten Winter mit neu gedecktem Dach dasteht. Im Erdgeschoss sollen für den Bauhof die Schlosser- und Schreinerwerkstatt, ein Wasch- und ein Umkleideraum und ein Sanitärraum untergebracht werden, im Obergeschoss sind Büroleiterzimmer und Sozialräume angesiedelt. Damit haben die Gemeindearbeiter ein zentrales Domizil.

Architekt Jochen Stüber stellte den Bürgervertretern die Materialien für die Bodenbeläge sowie das Dach vor. Demnach wird der Dachstuhl mit Biberschwanzziegeln gedeckt, die sich von ihrer Form her an historische Vorgaben anlehnen. Auch die vom Restaurator empfohlene Farbgebung des Gebäudes mit warmen Gelb- und Ockertönen orientiert sich an der des Jahres 1900.

Wie Bürgermeister Kümmerle sagte, will die Gemeinde das Telefonhäusle an der Kelter durch eine schlanke und überdachte Telefonsäule ersetzen und etwas abgerückt von der Kelter aufstellen lassen. Darüber verhandelt der Verwaltungschef mit der Telekom, die sich seinen Ausführungen zufolge noch etwas ziert.

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