Lokales

Biergarten oder Getränkeautomat?

Die Attraktivität des Hallenbads stand bei der jüngsten Sitzung des Dettinger Gemeinderats ein weiteres Mal zur Debatte. An der Frage, ob die Gastronomie ausgebaut werden soll, schieden sich allerdings die Geister. Zudem wollte eine knappe Mehrheit im Ratsrund kein Geld für ein Gutachten investieren.

ANDREAS VOLZDETTINGEN "Gibt es an diesem Standort ein Gastronomiekonzept, das der Verbraucher annehmen wird?" fragte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann im Ratsrund. Um diese Frage zu beantworten, hält er ein professionelles Gutachten für unerlässlich. "Wir müssen objektiv wissen, was der Markt verlangt und was nicht. Ich kann es nur subjektiv einschätzen." Das geforderte Gutachten würde nach Verwaltungsvorschlag in zwei Stufen erfolgen, für die insgesamt 12 000 Euro zu bezahlen wären. Diese Kosten erschienen der Mehrheit im Gemeinderat als zu hoch: Mit sieben zu fünf Stimmen lehnte das Gremium bei einer Enthaltung den Antrag ab, das Gutachten in Auftrag zu geben.

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Den Standpunkt, der sich am weitesten von den Ideen der Verwaltung entfernte, nahm Dietmar Vogt (SPD) ein: "Für die Technik im Hallenbad sollten wir alles tun. Auch die Scheiben müssen wir austauschen, aber mehr nicht. Wir brauchen keine besondere Gastronomie und keine neuen Türen nach draußen. Das alles ist finanziell nicht machbar." Um die Badegäste mit einfachen Speisen und Getränken zu versorgen, würden Automaten genügen.

Inge Schaufler (FWG) machte sich für die Familie stark, ob vor oder hinter Theke. Sie regte an, die Gastronomie im Hallenbad so zu gestalten, "dass es eine Familie ohne fremde Hilfe betreiben kann". Was die Gäste betrifft, so hätten vor allem die Kinder immer Hunger und Durst, "wenn sie sehen, dass es was gibt". Insofern plädierte Inge Schaufler für eine Küche für Pommes frites und Würstchen, damit das Angebot auch für Familien erschwinglich bleibt: "Wir können die Gastronomie nicht ganz schließen. Aber etwas Gehobenes wird nicht laufen."

Die Notwendigkeit, die vorhandene Gastronomie umzugestalten, sah auch Manfred Diez (CDU/FWV). Zugleich warnte er davor, durch eine Kiosk- oder Automaten-Lösung anspruchsvollere Gäste zu vergraulen: "Manche Menschen möchten auch mal hinsitzen und gemütlich ein Glas Wein trinken. Nicht alle wollen Flaschen aus dem Automaten ziehen." Diese Ansicht teilte sein Fraktionskollege Roland Sigel, der noch einen anderen Gedanken zur Finanzierung ins Spiel brachte: "Wenn wir einen Investor finden, würde ich Ja sagen."

Ob es also am Dettinger Hallenbad mit seinen guten Radweganbindungen einmal ein ganzjähriges Gastronomieangebot mit Biergarten geben wird und das unabhängig von den Betriebszeiten des Bads , steht nach dieser Diskussion noch in den Sternen. Eines aber hat die Abstimmung deutlich gemacht: Das Gutachten ist vom Tisch, noch bevor es erstellt ist.