Lokales

Bis 2015 saubere Flüsse und Bäche dank EU-Richtlinie

Wie sollen unsere Flüsse und Bäche im Jahr 2015 aussehen? Mit dieser Frage werden sich Städte und Gemeinden, Verbände, interessierte Gruppen und Personen rechtzeitig befassen. Auftakt bildet eine Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums in der Jesinger Gemeindehalle.

KIRCHHEIM Wie kann erreicht werden, dass die Gewässer bis 2015 eine gute ökologische Qualität aufweisen? "Die europäische Wasserrahmenrichtlinie hat hierzu umfassende Zielvorgaben gemacht, die in den kommenden Jahren das wasserwirtschaftliche Handeln auch vor Ort bei uns maßgebend bestimmen", erklärte Matthias Berg, Erster Landesbeamter und zuständiger Dezernatsleiter im Landratsamt Esslingen.

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"Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Schließlich soll für die Gewässer ein umfassend guter Zustand über alle Verwaltungsgrenzen hinweg erreicht werden", betonte der Dezernent für Umwelt und Technik. Städte und Gemeinden, Verbände und sonstige interessierte Gruppen und Personen dürfen und sollen sich laut EU-Richtlinie frühzeitig aktiv an der Erarbeitung der Programme und Pläne beteiligen, Ideen und Anregungen einbringen. Alle sind eingeladen zu einer Auftaktveranstaltung am Dienstag, 6. Februar, um 17 Uhr in die Gemeindehalle Jesingen, Kirchheim, Im Oberhof 42, veranstaltet vom Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim und dem Landkreis Esslingen. Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart werden über den aktuellen Stand der Arbeiten auf dem Gebiet des Landkreises Esslingen im sogenannten Teilbearbeitungsgebiet 41 (Neckar unterhalb Starzel bis Fils) informieren.

Die Bearbeitungsgebiete der Wasserrahmenrichtlinie sind nach Gewässereinzugsgebieten abgegrenzt. Das Bearbeitungsgebiet Neckar ist ein Teil des Flussgebietes Rhein. Der Neckar ist wiederum unterteilt in zehn Teilbearbeitungsgebiete. Der Landkreis Esslingen entfällt auf das Teilbearbeitungsgebiet 41, Neckar unterhalb Starzel bis Fils sowie das Teilbearbeitungsgebiet 42, Neckar unterhalb Fils bis oberhalb Enz. Wegen der Abgrenzung nach den Einzugsgebieten der Gewässer werden Abstimmungen über die Verwaltungsgrenzen hinaus erforderlich.

Folgende Gewässer sind im Landkreis Esslingen unter anderem betroffen: Neckar, Fils, Lauter, Lindach, Steinach, Aich, Schaich, Erms. Auch der Zustand des Grundwassers wird thematisiert. "Durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie ist ein Prozess in Gang gesetzt worden, bei dem europaweit vergleichbare Maßstäbe entwickelt und angewendet werden sollen, wissend, dass jedes Gewässer andere natürliche Lebensgemeinschaften ermöglicht.

"Es muss ein Weg gefunden werden, die vielfältigen Nutzungen im Umfeld der Gewässer wie Wasserentnahmen, Abwassereinleitungen, Wasserkraftanlagen sinnvoll weiterzuentwickeln. Gleichzeitig dürfen auch Aspekte der Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung wie auch Fragen des Hochwasserschutzes nicht außer Acht bleiben", erläuterte Matthias Berg das weit gesteckte Arbeitsgebiet.

"Soweit aus der bisherigen Bestandsaufnahme erkennbar, sind in unserem Teilbearbeitungsgebiet insbesondere Defizite bezüglich der fehlenden Naturnähe der Gewässer anzugehen. Besonders nachteilig ist die in vielen Gewässern fehlende ökologische Durchgängigkeit durch Wehre und Sohlschwellen. Durch den guten Zustand der Kläranlagen sind bezüglich der Abwasserbelastung trotz der sehr hohen Siedlungsdichte vermutlich nur in Einzelfällen zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Parallel zur Erstellung des Bewirtschaftungsplans läuft ein umfangreiches ,Monitoringprogramm', mit dem der Handlungsbedarf nach europaweit vergleichbaren Messverfahren überprüft wird", erläuterte Dr. Bernhard Fischer, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Esslinger Landratsamt im Vorfeld zu der Forumsveranstaltung.

Bis Ende 2008 muss der Entwurf für einen Bewirtschaftungsplan mit Maßnahmenprogramm für das Bearbeitungsgebiet vorgelegt werden. Bis Juni 2009 findet eine umfangreiche öffentliche Anhörung statt.

Weitere Informationen gibt es beim Landratsamt Esslingen, Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, Dr. Fischer, Telefon 07 11/39 02-24 80.